wieviel der Autofahrer für die Erhaltung der Strassen zahlt....

Diskutiere wieviel der Autofahrer für die Erhaltung der Strassen zahlt.... im sonstige Autothemen Forum im Bereich Skoda Forum; Insgesamt flossen dem deutschen Staat im Jahr 2007 Wegeeinnahmen aus dem Straßenverkehr in Höhe von 47,2 Milliarden Euro zu. Zu diesem Ergebnis...

  1. #1 Noerstroem, 21.01.2010
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    Insgesamt flossen dem deutschen Staat im Jahr 2007 Wegeeinnahmen aus dem Straßenverkehr in Höhe von 47,2 Milliarden Euro zu.

    Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer aktuellen Wegekostenrechnung für den Straßen- und Schienenverkehr. Im Auftrag des Bundesverbands Güterkraftverkehr Entsorgung und Logistik (BGL), des ADAC und des BDI hat das DIW die volkswirtschaftlichen Kosten der Straßen und Schienenwege in Deutschland ermittelt und den Wegeeinnahmen, wie Lkw-Maut, Trassenentgelte und Energiesteuereinnahmen gegenübergestellt.

    Nach DIW-Angaben entfiel mit 35 Milliarden Euro der größte Teil der Wegeeinnahmen im Straßenverkehr auf Einnahmen aus der Energiesteuer. Hinzu kamen Einnahmen von 8,9 Milliarden Euro aus der Kfz-Steuer und 3,3 Milliarden Euro aus der Lkw-Maut. Für das gesamte Straßennetz hat das DIW dem Verkehr zuzurechnende Kosten von 31,7 Mrd. Euro ermittelt. Rund ein Drittel entfiel auf die Bundesfernstraßen innerhalb derer die Wegekosten der Bundesauto­bahnen mehr als die Hälfte (58 %) ausmachen.

    Bei der Zuordnung der Wegekosten zu den Fahrzeugkategorien und Straßenarten entfielen in 2007 86 % der Wegekosten des gesamten Straßennetzes auf inländische Fahrzeuge. Bei den Bundesfernstraßen betrug ihr Anteil 84 %, bei den Bundesautobahnen 79 % und bei den Bundesstraßen 90 %. Dies spiegelt die wesentlich höhere Nutzung des Autobahnnetzes durch ausländische Fahrzeuge wider. Innerhalb der Gruppe der inländischen Kraftfahrzeuge entfielen 37 % der Wegekosten auf die Nutzfahrzeuge des Güterverkehrs, bei den Bundesautobahnen hatte diese Fahrzeuggruppe einen Anteil von mehr als der Hälfte der Wegekosten. Im Einzelnen sind 80 % der Wegekosten des gesamten Straßennetzes und sogar 89 % der Wegekosten auf Bundesautobahnern den mautpflichtigen Nutzfahrzeugen über 12 t zuzurechnen.

    Der Wegekostendeckungsgrad für das gesamte Straßennetz belief sich damit auf 149 %. Auf Bundesautobahnen lag die Kostendeckung bei 279 % und damit um 11 Prozentpunkte über dem Wert des Jahres 1997. Der inländische Kraftfahrzeugverkehr deckte mit 163 % mehr als das Anderthalbfache der ihm zuzurechnenden Kosten, die Kosten­de­ckung bei den Pkw betrug 208 %. Die Nutzfahrzeuge des Güterverkehrs deckten auf dem gesamten Straßennetz nahezu vollständig die ihnen zuzuordnenden Wegekosten, auf den Bundesautobahnen lag die Kostendeckung sogar bei 231 %.

    Im Schienenverkehr standen nach DIW-Angaben Wegeeinnahmen von 4,9 Milliarden Euro volkswirtschaftlichen Wegekosten von insgesamt 10,6 Milliarden Euro gegenüber. Nach der – vom DIW anhand der Bruttotonnenkilometer vorgenom­menen – Verteilung der Wegekosten auf die Verkehrsarten Personen­nah-, Personenfern- und Güterverkehr entfielen mit 5,8 Mrd. Euro mehr als die Hälfte der Wegekosten auf den Güterverkehr. Etwa 43 % der Wegekosten des Personenverkehrs waren dem Personenfernverkehr und 57 % dem Personennahverkehr zuzurechnen. Zu den Wegeeinnahmen aus dem Schienenverkehr werden – analog zum Straßenverkehr – die Trassenentgelte sowie die auf den traktions­bedingten Diesel- und Stromverbrauch gezahlte Energie- und Strom­steuer gerechnet. Sie lagen bei insgesamt 4,9 Mrd. Euro, von denen 4,5 Mrd. Euro Trasseneinnahmen und rund 0,4 Mrd. Euro Zahlungen der Nutzer für Energie- und Stromsteuer waren. Nach DIW-Berechnungen entfielen 3,9 Mrd. Euro auf Trassen­entgelte im Personenverkehr und rund 0,6 Mrd. Euro im Güterverkehr.

    Der volkswirtschaftliche Wegekostendeckungsgrad im Schienenverkehr lag damit nach DIW-Angaben insgesamt bei 47 %. Da annähernd 90 % der Wegeeinnahmen dem Personenverkehr zuzurechnen sind, lag der Wegekostendeckungsgrad hier bei rund 90 %, wobei im Schienenperso­nennahverkehr (SPNV) eine Kostendeckung von 117 % zu ver­zeichnen ist. Im Güterverkehr lag der Wegekostendeckungsgrad bei 11 %.
    Zitatende

    Wir zahlen also das doppelte der verursachten Kosten
    :cursing:
     
  2. #2 uwe werner, 21.01.2010
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    Ist doch irgendwie logisch. Der Autofahrer ist die Melkkuh der Nation. Die Einnahmen, die der Staat durch die Autofahrer hat, werden irgenwo anders im Bundeshaushalt verbraten.
     
  3. Fred

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    Den kompletten Wortlaut gibt es hier, um ihn auch mal den Ignoranten um die Ohren zu wedeln...

    DIW Bericht

    Grüße
    Fred
     
  4. #4 Noerstroem, 21.01.2010
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    tja - das mit der Melkkuh hat man ja irgendwie gewußt oder geahnt. Dachte aber nicht dass es so extrem ist. Danke für den Link - war gut!
    Aber was sind schon 47 MRD - die Hypo Real Estate wird wohl 100 MRD kosten wenns hart auf hart kommt.
    Autofahren für die Banken !? :thumbsup:
     
  5. #5 Fabiall, 22.01.2010
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    Fabiall Guest

    Vergessen wurde zudem noch, dass in vielen Städten der Bürger bei der Erneuerung von Straßen an den Kosten je nach Anliegerfläche beteilgt wird. Das kann schnell in die 10000e gehen und hat schon so manchen Grundbesitzer in den Ruin getrieben, so dass er seine Immobilie verkaufen musste!
     
  6. #6 Preetzer1964, 22.01.2010
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    Meiner Meinung nach muss weiter ausgeholt werden. In den 1920ern wurden die Privatbahnen verstaatlicht und der Staat hat bei der Eisenbahn Gewinne abgeschöpft. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die Eisenbahn ihren Wiederaufbau komplett selbst bezahlen. Daneben wurde aus Steuermitteln ein gut ausgebautes Straßennetz aufgebaut. Bis in die 90er Jahre hinein war der Straßenverkehr steuermäßig ein Zuschussgeschäft. Weiterhin verursacht der Straßenverkehr Nebenkosten, die niemand trägt. Wenn diese Kosten dem Straßenverkehr ebenfalls aufgebürdet werden sollten, so käme der allseits bekannte Benzinpreis von 5 DM je Liter zu stande. Wer möchte, dem sei das Buch "Eisenbahn und Autowahn" von Winfried Wolf empfohlen. Es gibt es noch bei Ebay und Amazon.
     
  7. #7 Noerstroem, 22.01.2010
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    lt. der detaillierten Studie des DIW sind sämtliche Aufwendungen des Staates (inkl. Verkehrspolizei)für den Strassenerhalt berücksichtigt worden!
     
  8. Fred

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    Nanu, welche sollten das dann aber sein bzw. wo schlagen sie sich nieder???
     
  9. #9 Preetzer1964, 22.01.2010
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  10. #10 Noerstroem, 22.01.2010
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    Ich hab jetzt nicht alles gelesen - aber wie soll man den Gesundheits- und Umweltkosten definieren?
    Ein 40 jähriger, rauchender Alkoholiker der nüchtern gegen einen Baum fährt, weil ein Reh die Strasse überqueren wollte kann in verschiedenen Statistiken auftauchen.
    Den kann man bei der Statistik "Raucher sterben früher" oder "Tod durch Alkoholmissbrauch" oder "Verkehrsopfer" einordnen.
    Oder trägt der Baum die Schuld?
    Oder das Reh?

    Selbst wenn man so ungünstig wie möglich rechnet - der Autofahrer kommt doch für alles auf, wenn man die MWST auf Kaufpreis KFZ und auf Kraftstoffe berücksichtigt (die fehlt nämlich in der DIW-Statistik).
    Andere Rechnung: was wäre wenn alle mit der Bahn fahren würden? Gings uns (der BRD) dann besser oder schlechter?

    Muss gerade wieder an Churchill denken: "Traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast"
     
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