Wartungsthesen zu älteren Fabia I, vor allem mit 55kW/75PS AUA

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Tobi

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Wie hier beschrieben:
https://www.skodacommunity.de/threads/lebewohl-geliebter-fabia-i-willkommen-fabia-iii.113211/

habe ich meinen F1 nun verkauft.

Bevor ich diese Dinge vergesse, möchte ich nun noch einige Sachen aus meinem Erfahrungsschatz zum Besten geben, die mir entweder geholfen haben oder wo ich etwas hätte besser machen können...

Also, hier das Wissensvermächtnis meines alten Fabia I:

A) Zur Fabia-Fahrzeugelektrik
Der Fabia 1 wurde zur Zeit seines Erscheinens als modernes Fahrzeugkonzept beworben, welches als erster Kleinwagen im VAG-Konzern über ein Kontrollernetzwerk (CAN) seine Steuergeräte vernetzte (allerdings ist der Diagnoseport noch über einen Umsetzer klassisch als KKL ausgeführt).

Dies hat Folgen:
a) Der Fabia 1 ist eine höhere Form des modernen Autos als Computer auf Rädern. Auf diesen Architekturen bauen heute alle Autos auf.

b) Allerdings muss auch und gerade im Kleinwagensegment bei der Konstruktion auf Kosten geachtet werden

Der Fabia 1 ist das erste Produkt im VAG-Konzern, wo versucht wurde, a) und b) zu vereinigen. Es gab noch keine Vorerfahrungen. Daher ergibt sich fast Zwangsweise, dass die Fahrzeugelektrik eine der großen Schwachstellen des F1 darstellt, besonders in den ersten Baujahren. Das Paradebeispiel, was allerdings nur indirekt damit zu tun hat, ist die Verlegung des Motorkabelbaums für Modelle bis soweit ich weiss Baujahr 2003.

Ansonsten ist ein alter Fabia 1 wie ein Computer oder ein höherwertiges elektronisches Gerät zu behandeln. D.h. eine stabile Versorgung der Elektronik mit Spannung sowie eine gute Abführung der Masse ist das A und O! Jeder PC-Bastler weiss, dass das zusammengebaute System instabil werden kann, wenn am Netzteil gespart wird. Und dies gilt ebenso und insbesondere für den Fabia 1. D.h. Batterien gehören gewechselt, sobald sie Schwäche zeigen, spätestens aber nach 7 Jahren. Auch wenn sie dann vielleicht noch auf den ersten Blick noch fit erscheinen sollten. Ich hatte zuletzt den Eindruck, dass zwar die Steuergeräte und sogar der Anlasser auch noch mit schwächeren Spannungen klar kommen, aber die Sensoren, welche ja oft über Widerstände funktionieren, zum Teil zu kleine Pegel zurückliefern können, die dann als Werte außerhalb des Solls interpretiert werden. Die Steuergeräte lernen zwar die zunehmnde Abweichung von alternden Sensoren im gewissen Rahmen mit. Schwierig wird es aber, wenn die Abweichung plötzlich da ist.
Zum Beispiel,

-wenn das Auto mit einer alten Batterie im Sommer noch gefahren ist, dann stehen gelassen wird und dann die Batterie im Winter mit Startproblemen kämpft und die Spannung abschmiert.

-wenn das Auto in der Werkstatt war und ein Sensor x getauscht wurde. Nach Auskunft meiner Werkstatt werden dann als Standardprozedur alle Lernwerte gelöscht. D.h. unter Umständen Pech, wenn da noch ein weiterer wichtiger Sensor stark abgewichen ist und dessen Lernwerte nun fehlen.

Die Lernwerte sollen in der Regel die Alterung der Sensoren abbilden. Das Steuergerät lernt also, z.B. zum allmählich schwächer werdenden Pegel von Steuergerät X immer noch den Wert y zu addieren, um "gedanklich" auf einen plausiblen Wert zu kommen. Es gibt also einmal das Wechselspiel zwischen dem (schwächer/stärker werdenden) Augangspegel eines (alternden) Sensors und dem Steuergerät, welches dann einen Lernwert immer schleichend mitanpasst.

Zusätzlich kann da aber noch eine alte, schwache Batterie mit reinspielen. Im Winter ist sie z.B. mittags bei schönem Wetter noch fit aber bricht nachts zusammen. Das hat dann natürlich unter Umständen auch Auswirkungen auf den Sensor-Ausgang. Wenn dann ein bestimmter Lernwert überschritten oder unterschritten wird, geht im Cockpit eine Lampe an... Genaugenommen erfolgt die Lernwertanpassung letztlich nicht nur auf den Zustand des Sensors, sondern auch auf die Kombination Sensor+Fahrzeugbatterie.

Deswegen ist im F1 eine hochwertige Batterie, welche in Zusammenarbeit mit der Lichtmaschine jederzeit eine ausreichende und gleichbleibende Spannung liefert, besonders wichtig! Und wenn man das standardmäßige Lichtflackern des Abblendlichtes nachts beim Einparken während des Servolenkens beobachtet, kann man denke ich den konzeptionellen Mangel bei der Elektrik von Skodas erstem Elektronik-Kleinwagen erahnen...

Diese Tatsachen führen dann gerne auch zu Fehlermeldungen wie Gemisch zu mager - Adaptionsgrenze unterschritten, was alles mögliche in der Fahrzeugelektrik sein kann. Gerne wird hier die Lamdasonde 1 getauscht, es könnte sich aber auch beispielsweise um den Kühlmitteltemperaturgeber oder den Saugrohrdrucksensor handeln... Oder, nächstes Beispiel: Probleme im Fehlerspeicher mit der Lambdasonde 2 können auch von einer schwachen Spannungsversorgung herrühren. Die Lambda 2 sitzt relativ weit weg vom Motorsteuergerät, sodass hier die Widerstände durch lange Zuleitungen zunehmen, was eine erhöhte Sensibilität für zu geringe Spannungen hervorruft...

Ansonsten habe ich noch weitere Anmerkungen:

Erstens: bei der Inspektion immer Drosselklappe reinigen (lassen)

Nach 8 Jahren oder über 180.000 km ist mit verstärkten Problemen in den folgenden Bereichen zu rechnen:

-Abgasrückführungsleitungen mit AGR-Ventil: Sollten dann auf jeden Fall mal geputzt/kontrolliert worden sein... Bei hohem Kurzstreckenanteil auch schon deutlich früher.
-Kühlmitteltemperatursensor: Kleines Teil mit großer Wirkung: Es ist wichtig für die Gemischaufbereitung, kann zu unrundem Motorlauf führen, auch plötzlich. Vielleicht lohnt sich sogar ein provisorischer Tausch bei ca. 180.000 km, das Teil altert ja... Spart einem ein mulmiges Gefühl, wenn ohne Tausch der Motor plötzlich von der Drehzahl stark pendelt oder insgesamt sich rüttelt und schüttelt...
-Saugrohrdrucksensor ist bei hoher Laufleistung ebenso ein Kandidat - wenn sich der Fabia allmählich wie eine lahme Gurke anfühlt, könnte der Saugrohrdruckgeber es sein...
-Anlasserrelais: Nach Drehen des Zündschlüssels tut sich gar nichts mehr - das Bauteil versifft mit der Zeit und ist irgendwann hinüber...

Ich hatte den Fabia wegen AGR, Saugrohrdruck und Kühlmittelteperaturgeber jeweils in der Werkstatt. Immer stand nur "Gemisch zu mager - Adaptionsgrenze unterschritten" im Speicher. Dieser mageres-Gemisch-Fehler scheint aus unerfindlichen Gründen gerne andere Fehler zu überschreiben, oder das Motorsteuergerät stellt nach dessen Auftreten die weitere Ursachenforschung ein, keine Ahnung...

Ansonsten hatte ich zu Ostern noch einen Zündananlagendefekt. Das erste und einzige mal, dass die Motorkontrolleuchte geblinkt hat. Ausserdem ging alle paar Sekunden ein Fehlzündungs-Ruck durch das Fahrzeug. In so einem Fall muss man auf dem kürzesten Weg in die Werkstatt, da ansonsten unverbranntes Gemisch in den Kat kommen kann und sich dort entzünden kann, was ihn irreparabel schädigt.

Soweit die Erfahrungen aus 14 einhalb Jahren Skoda Fabia 1 75PS/ 55 kW Benziner. Vielleicht können sie in der Zukunft noch jemandem nützlich sein. Die letzten Fabia 1 erreichen dieses Jahr ja das kritische Alter von 10 Jahren...
 
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