VW geht's gut

Dieses Thema im Forum "sonstige Autothemen" wurde erstellt von skoda_neuling, 02.03.2009.

  1. #1 skoda_neuling, 02.03.2009
    skoda_neuling

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    Bin heute irgendwie auf dem Nachrichten-Trip...

    "Wolfsburg: Autohersteller VW mit Rekordgewinn
    Trotz Wirtschaftskrise hat der Autokonzern Volkswagen den Gewinn im vergangenen Jahr gesteigert. Wie das Unternehmen in Wolfsburg mitteilte, stieg der Umsatz um 4,5 Prozent. Der Gewinn betrug 4,75 Milliarden Euro. Das waren 15 Prozent mehr als im Vorjahr."

    Nachricht vom 2.3.2009
     
  2. AdMan

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  3. #2 turbo-bastl, 02.03.2009
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    Korrekt müsste die Überschrift lauten: "VW ging's gut", denn der Gewinn stammt aus 2008 und sagt daher nichts über die aktuelle Lage aus ;)
    Trotzdem dürfte VW überdurchschnittlich stark von der AWP profitieren (über Golf, Polo, Fox, Fabia, Ibiza und vielleicht auch A3) und zumindest in den ersten beiden Quartalen noch mit einem blauen Auge davon kommen. Erwischen wird es VW erst, wenn die prophezeiten Überkapazitäten bei generell niedrigeren Absatzzahlen so wirklich eintreten sollten und sich kaum Fixkosten in angemessener Höhe und Geschwindigkeit abbauen lassen (sog. Kostenremanenz).
     
  4. andi62

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    VW geht es so gut, dass sie ihren Gewinn offenbar noch weiter verbessern wollen.

    Die Tatsache, dass VW derzeit Kurzarbeit macht (und das Kurzarbeitsgeld kommt - was offenbar nicht allen bewusst ist - vom Staat) ist ein Skandal. Denn gleichzeitig ist ein so hoher Bestelleingang da, dass sich die Wartezeiten für einige Modelle wie den Golf beträchtlich verlängert haben.

    Hier stimmt etwas im System nicht.
     
  5. fechi

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    Arbeitssicherung über die Quartale!so bleibt immer was zu tun!auch wenn die Auslastung nicht 100% is(das is sie ja nie)
    aber man muss wenigstens nicht ganz runterschrauben!
     
  6. andi62

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    Und der Steuerzahler kompensiert einmal mehr die Fehler der Automobilindustrie...
     
  7. #6 Dr_Bismarck, 02.03.2009
    Dr_Bismarck

    Dr_Bismarck

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    Bei VW scheint es wirklich immer noch vorwärts zu gehen. Hab heute bei Brose (VW/Porsche Zuöieferer) Angefangen. Mit mir wurden 6 weitere Leute eingestellt.
     
  8. saVoy

    saVoy
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    nicht überall wird der autokauf so kräftig subventioniert. der rückgang in diesen ländern lässt vw dann schnell doch nicht ,mejr so gut dastehen. der neue polo kommt dann gerade zur richtigen zeit und von einem möglichen aus für opel könnte vw am meisten profitieren.
     
  9. rabbit

    rabbit
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    Dem kann man nix hinzufügen :thumbsup:




    Es ist interessant, was hier so einige Herrschaften über die Kurzarbeit bei VW denken.
    Bei Mercedes, BMW oder Opel wird das nicht anders praktiziert
     
  10. #9 FabiaOli, 03.03.2009
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    Na, das ist doch größtenteils Skoda zu verdanken :D
    VW ist und bleibt einfach mindestens 10% zu teuer.
     
  11. andi62

    andi62

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    @rabbit: Wenn VW trotz eines hohen Auftragseingangs Kurzarbeit anmeldet, dann ist das ein Skandal. Daran führt kein Weg vorbei.

    Was die anderen hersteller machen, ist da ohne Belang. Davon abgesehen halte ich es auch für falsch, dass der Staat irgendeinen Hersteller unterstützt. Die Strukturprobleme lassen sich nur durch eine Marktbereinigung lösen, nicht durch Subventionen.

    Ich nehme an, Du arbeitest bei VW und habe völliges Verständnis für Deine Haltung. Aber es dürfte klar sein, dass nicht der Staat auf Dauer die Arbeitsplätze sichern kann.
     
  12. #11 Supernova, 03.03.2009
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    Und dann erhöhen sie auch noch die Dividente, anstatt das Geld für die DEFINITIV kommenden schlechte Zeiten als Gewinnrücklage zurückzustellen.
    Naja, wozu auch, wenn das Geld ausgehen sollte, wird ja ey der Staat wieder einspringen.

    Nur so am Rande, die USA pumpen eine Millarade nach der anderen in AIG, aber irgendwann muss denen doch mal das Geld ausgehen und dann ?

    Tschau
    Christian
     
  13. #12 the_freak, 03.03.2009
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    Hallo,
    naja, mit dem Polo haben Sie ein verdammt schlechtes Timing...
    Der neue wird erst ab Juli ausgeliefert - ob wegen der gefühlten Enge mit der Abwrackprämie die entsprechenden Käufer warten werden...?
    Die Produktion vom Alten ist ja schon seit Wochen ausverkauft...
    Den neuen hätten Sie entweder ein halbes Jahr früher oder später bringen sollen.
    Ideal wäre gewesen, wenn er erst Ende des Jahres gekommen wäre - dann hätten Sie jetzt noch den alten in Massen verkauft und die Produktion des ganzen Jahres noch locker losbekommen, auch wenn sie deutlich mehr davon gebaut hätten als geplant und wenn die AWP Geschichte ist, hätten Sie ein neues Modell gehabt, das dann wieder einen neuen Kaufanreiz schaffen würde...
    Der Zeitpunkt ist m.M. sehr schlecht...

    Gruß, Nick ^^
     
  14. rabbit

    rabbit
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    Korrekt, ich arbeite bei Volkswagen in Wolfsburg, wir (die AUTO 5000) sind zum 01.01.2009 in die Volkswagen AG integriert worden :thumbup:

    Ich versuche nun mal kurz und knapp die Kurzarbeit zu erläutern: Aufgrund der komplexen Lieferverflechtungen mit den Zulieferern benötigt Volkswagen mindestens vier Wochen Vorlaufzeit zwischen Auftragseingang und Produktionsbeginn. Das bedeutet, VW hätte schon Mitte/Ende Januar wissen müssen, das die Auftragslage sich extrem verbessert. Nun wußten sie es nicht (hätte man aber vielleicht vorausahnen können, ist jetzt aber auch egal!). Das bedeutet, das nicht nur VW, sondern auch die ganzen Zulieferer und Logitikunternehmen sich auf die Kurzarbeit einstellen müssen, diese dann auch rechtzeitig beantragen müssen. Die zuständige Arbeitagentur hat ja auch weitere Informationen von VW angefordert und bekommen. Nach Sichtung der Informationen hat das Unternehmen die nötigen Voraussetzungen für die Kurzarbeit erfüllt.
    Und noch etwas darf nicht außer acht gelassen werden: die Werke Brüssel, Pamplona, Sarajevo & Anchieta (Brasilien) wo der Polo gebaut wird, sowie die Werke Anchieta & Curitiba (Brasilien) für die Foxproduktion haben weiterproduziert. Außerdem hat Volkswagen Überkapazitäten beim Golf abgebaut


    Das bedeutet: der Auftragsboom kam zu spät, um die Kurzarbeit noch zu stoppen.


    Das dies in der Öffentlichkeit natürlich zu (teils heftigem) Kopfschütteln führt, ist verständlich. Und auch das Timeing für die Einführung des neuen Polos ist vielleicht "nicht gerade glücklich gewählt". Aber so eine Markteinführung wird lange im voraus geplant.Dies läßt sich nicht von einem auf den anderen Monaten realisieren. Es müssen sämtliche Arbeitabläufe (u. a. Schweißanlagen, Einbaulehren,etc.)zum Laufen gebracht werden, und so weiter und sofort.

    Aber wieseo ist es außer Belang, was die anderen Hersteller machen? Auch wenn Opel ein (der) Konkurrent ist, es ist schon bitter für die Opelaner, wie GM Opel "gegen die Wand fahren läßt" :!:
     
  15. #14 the_freak, 03.03.2009
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    Hallo,
    das ist mir schon klar, das war auch nicht so gedacht, dass ich VW da jetzt" Fehler unterstellen" wollte - es war lediglich eine Feststellung :)

    Gruß, Nick ^^
     
  16. #15 Supernova, 03.03.2009
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    Ohne GM hätte es gar kein Opel mehr gegeben. Opel ist seit 1929 GM !!!!!
     
  17. andi62

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    @rabbit: Was Du schreibst, habe ich so natürlich auch schon einmal als offizielle Verlautbarung von VW gehört als die Vorwürfe wegen des Missbrauchs der Kurzarbeit auftauchten. Ob es stimmt, kann ich nicht beurteilen; das wird die angekündigte Nachprüfung ergeben.

    Letztlich schreibst Du aber genau das, was ich moniere: Die Kurzarbeit wird genutzt, um ein strukturellen Problem - nämlich Überkapazitären - abzubauen.

    Meine Bemerkung, wonach die anderen Hersteller in diesem Kontext ohne Belang seien, sollte nicht heißen, dass ich dies für richtig halte. Im Gegenteil. Aber man kann nicht Fehler an einer Stele damit entschuldigen, dass sie an anderer Stelle auch gemacht werden. Wenn ich falschparke, so kann ich mich auch nicht darauf berufen, dass andere das auch tun.

    Ich halte es fatal, dass hier aus politischen Gründen Großunternehmen gerettet werden sollen, weil es um 50000 Arbeitsplätze geht (das ist schlimm und hinter jedem Arbeitsplatz stehen einige Schicksal - ich will hier nicht missverstanden werden!), aber gleichzeitig gegen 500 Betriebe mit 100 Leuten in die Insolvenz, die Folgen sind die gleichen - und es wird nicht einmal bemerkt, von Staatshilfe ganz zu schweigen.

    Der Staat kann nicht dafür Sorge tragen, das Unternehmen überleben. Und mit Verlaub: Ich bin durchaus VW-Anhänger und wir haben auch seit Jahren durchweg VW und Skoda. Aber die Fehler, die dort z.T. bei Qualität, konstruktivem Aufwand und Preisgestaltung gemacht wurden, haben VW mit in die Krise gefahren. Ganz zu schweigen von Prestigeobjekten, die nie das Geld eingebracht haben, das aufgewendet wurde. Das sollte nicht vergessen werden.

    Das Schlimme ist nur, dass diejenigen, die die Verantlichen - allen voran Herr Piech - sich längst aus dem Staub gemacht haben und dabei noch als große Unternehmensführer gelten.
     
  18. #17 turbo-bastl, 03.03.2009
    turbo-bastl

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    Das strukturelle Problem der Autohersteller in Deutschland liegt vor allem darin, dass sich bei deutschen Produktionskosten (Lohnniveau, gesetzliche Vorgaben etc.) keine Kleinwagen mehr zu marktgerechten Preisen produziert werden können. Da die Hersteller aufgrund politischer Verflechtungen und vor allem aus Rücksicht auf ihr Image von Arbeitskräftefreisetzungen weitgehend abgesehen haben, blieb nur noch der Weg, höherwertige Fahrzeuge zu produzieren. Gerade VW und die süddeutschen Mitbewerber haben das ganz gut umgesetzt und auch tatsächlich ein gewisses "Preispremium" am Markt durchsetzen können.

    Nun zeigt sich, dass in Zeiten relativ hoher Ölpreise und unkalkulierbarer politscher Entwicklungen hinsichtlich "Bestrafung" größerer Fahrzeuge die Nachfrage nach Kleinwagen zunimmt, während ab Kompaktklasse aufwärts der Absatz zurückgeht. Dass eine AWP ausgerechnet eine Zielgruppe fördert, die eher kleinwagenaffin sein dürfte, macht diese Situation nicht besser - im Gegenteil: gesichert und bezahlt werden dadurch eher Produktionsarbeitsplätze außerhalb Deutschlands.
    Solange jedoch weiterhin politisch eher Anreize in Richtung "Polo statt Passat" gesetzt werden, wird der Wandel der Autoindustrie und der Verlust tausender Arbeitsplätze unabwendbar sein - da helfen keine waghalsigen Rettungsmaßnahmen und keine Kurzarbeit.
     
  19. #18 Netter Eddie, 05.03.2009
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    Wieso hat sich Piëch aus dem Staub gemacht? Der ist nach wie vor Aufsichtsratsvorsitzender, und trägt somit eine große Verantwortung im Unternehmen. Außerdem ist er ja selbst noch Großaktionär und hat daher großes Intresse daran das der Aktienkurs nicht ins bodenlose (wie bei GM) fällt.

    Ich darf auch daran erinnern das Herr Piëch seit den 1990er Jahren großen Einfluss im Konzern hat, ob nun als Entwicklungschef bei Audi oder als Vorstand bei VW. Er hat in dieser Zeit entscheident dazu beigetragen das der Konzern erfolgreich war und ist. Das er auch Fehler gemacht hat ist unbestritten, aber am ende zählt das Ergebniss. Schau Dir mal die Geschäftszahlen/Aktienkurse von 1990 und die von 2008 an, da wirst Du feststellen das er wohl doch mehr richtig als falsch gemacht hat. Sonst stünde der VW-Konzern anders da.

    Aber es ist natürlich immer recht leicht auf jemanden einzudreschen, besonders dann wenn man von die Fakten ausser acht lässt...

    Grüße Eddie
     
  20. AdMan

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  21. andi62

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    "Fakten" sind immer relativ und es täte auch Dir gut, alle Seiten zu beleuchten.


    Herrn Piech wird von vielen als ausgeprägter Egomane mit autistischen Zügen angesehen. Er hat zweifelsohne einiges für den Konzern geleistet, aber auch grundsätzliche strategische und für den Konzern teure Fehler gemacht. Genannt seien hier nur der Phaeton oder die teuren konstruktiven Merkmale des Golf V.

    Er hat den VW als Vorstandsvorsitzender gerade noch verlassen können, als die Schwierigkeiten des Konzerns evident wurden. Kurzum. Dieser Mann verdient keine Glorifizierung.
     
  22. #20 BIOBIER, 05.03.2009
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    Piech wollte doch unbedingt den Phaeton bauen
    man ist das ein renner geworden :)

    ansonsten hat er seine arbeit aber relativ gut gemacht
     
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