Unfall nach Überholen einer Kolonne?

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fabiapower

Guest
Wie sieht es eigentlich mit den Überholen einer Fahrzeugkolonne aus?!
Mir ist vor ein Paar Tagen einer beim Überholen einer Kolonne rein gefahren.War zwar zum Glück nur mein Winterauto (Mitsubishi Eclipse), aber laut Gutachter ist ein Schaden von fast 4000Euro entstanden und das Auto habe vor den Unfall einen Wert von 2500Euro gehabt.

Die Polizei sagte das ich eine Mitschuld von 50% bekommen würde, was aber laut Aussagen meines Fahrschullehrers, des Autohauses und Versicherungsvertreter nicht der Fall sein dürfte, da sich der zum Überholen ansetzt, vergewissern muß, das von Hinten nichts kommt.

Situation: Eine Kolonne wird angeführt von einen LKW, danach kommen 2 Autos und dann ich. Es gab mehrere möglichkeiten zum Überholen, dies wurden aber nicht genutzt. Dann kam eine Kurze Strecke überholverbot und danach eine etwa 1Km lange Gerade. Die Vordermänner machten nicht den Anschein das sie überholen wollten (Überholverbot war schon 200meter außer kraft&es kam auch keine Gegenverkehr). Also setzte ich meinen Blinker und wollte alle beiden Autos überholen und dann den LKW. Ich kam aber leider nur bis zum ersten Auto. Als ich dann genau auf gleicher höhe war wie das zweite Auto zog dieses einfach raus ohne zu blinken und rammte mich mit der Seite.


Hier mal ein fast 100% Urteil eines Gerichtes:

Wer eine aus mehreren Fahrzeugen bestehende Kolonne, die sich hinter einem langsamen Fahrzeug gebildet hat, überholt, muss - jedenfalls beim Fehlen entsprechender Anzeichen - nicht damit rechnen, dass ein vor ihm fahrendes Fahrzeug auch zum Überholen ausschert. Der 10. Zivilsenat hat deshalb ein Mitverschulden eines Motorradfahrers verneint, der die Kolonne hinter einem Radlader überholen wollte. Dabei kam es zu einer Kollision mit einem weiter vorn in der Kolonne fahrenden Klein-LKW, als dieser ebenfalls zum Überholen ausscherte (Urteil vom 08. Juni 2001 - 10 U 77/01 - rechtskräftig). Anders ist die Frage des Mitverschuldens allerdings zu beurteilen, wenn der Überholende nach der Verkehrslage damit rechnen muss, dass vor ihm fahrende Fahrzeuge auch zum Überholen ansetzen wollen.


Wie kann ich in dieser Situation am besten vor gehn, damit ich nicht vielleicht zu Unrecht bestraft werde?
 
Lucky

Lucky

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@fabiapower

Ich hatte den gleichen Fall 1978.

Bei mir wurde folgendes im Verfahren geregelt:
  • der Ausscherende trägt die alleinige Schuld
  • er hat sich vor Einleiten des Ü-Vorganges zu vergewissern, dass die Strasse in beiden Richtungen frei ist

Michael :headbang:
 

Daniel

Guest
Eindeutig ... der Ausscherende muß sich vergewissern - du musst nur den vorherfahrenden die Möglichkeit geben zu überholen was geschehen ist.

Also dürfte es keine Probleme geben.


Achja... ist natürlich keine rechtsberatung sondern meine Meinung blabla
 

Reiner

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Eindeutig geregelt ist das leider nicht.
Es gibt Gerichtsurteile, die in verschiedene Richtung gehen. Du kannst mit 0 % bis 50 % Mitbeteiligung rechnen. Ratsam ist in diesem Fall sicherlich die Hinzuziehung eines Rechtsanwaltes, um die besonderen (von Dir geschilderten) Umstände darzulegen.

Mir ist immer etwas flau im Magen, wenn ich mehrere Fahrzeuge überholen möchte, und tue dies auch erst nachdem ich den Vorderleuten genügend (??) Zeit zum überholen gegeben habe.
Zusätzlich empfehle ich noch den Einsatz der Hupe (Lichthupe ist auch erlaubt) vor dem Überholen. Dies hält eventuelle Schläfer (hoffentlich) ab, gleichzeitig zu überholen.

Viel Glück :prost:

Gruß Reiner
 

Mic

Guest
Da spielen sicher viele rechtliche Faktoren eine Rolle, pauschal kann so etwas nie beantwortet werden. In deinem Fall aber denke ich hat der Unfallgegner einfach gepennt und dich schlichtweg übersehen oder gar nicht geschaut. Wie Reiner aber schon sagte ist das rechtlich nicht ganz klar geregelt, hier mal einige Entscheidungen von Gerichten, aus denen man prima ersehen kann wie unterschiedlich die Richter das doch teilweise sehen:

Überholt wird der Vorausfahrende schon, wenn das überholende Fahrzeug unter Verkürzung des Sicherheitsabstandes nach links ausschert (OLG Hamm VRS 43, 137).

Bei einer Fahrzeugkolonne hat derjenige den Vortritt, der als erster den Fahrtrichtungsanzeiger betätigt und zum Überholen ausschert (KG VerkMitt Nr. 41).

Eine Kolonne ist nach dem Wegfall des Überholhindernisses (also nachdem das Überhohlverbot aufgehoben wurde oder eine unübersichtliche Stelle passiert wurde usw.) in der Regel dadurch aufzulösen, dass zunächst das unmittelbar hinter dem Spitzenfahrzeug befindliche Fahrzeug und die folgenden nacheinander überholen; der jeweils Vorausfahrende hat den Vortritt (OLG Schleswig VersR, 109).

Ohne sorgfältige Rückschau darf nicht überholt werden (OLG Karlsruhe VRS 74, 166)

Der Überholende hat darauf zu achten, dass ein nachfolgendes, auf der Überholspur herannahendes Fahrzeug nicht zu einer raschen und erheblichen Geschwindigkeitsherabsetzung veranlasst wird. Leichtere Behinderungen, die sich nicht zu einer Gefährdung ausweiten können, muss der auf der Überholspur herannahende Fahrer jedoch in Kauf nehmen und sich in seiner Fahrweise darauf einrichten (OLG Köln VRS 44, 436).

Nähern sich zwei PKW mit etwa gleicher Geschwindigkeit einem vorausfahrendem LKW, darf der Fahrer des vorausfahrenden PKW als erster überholen, auch wenn der zweite PKW bereits auf der linken Fahrbahnhälfte fährt (OLG Schleswig DAR 76, OLG Celle VersR 476) Anders ist es bei höhere Geschwindigkeit und erkennbarer Überholabsicht des nachfolgenden Fahrers (OLG Hamm VerkMitt 9).

Ich drück dir die Daumen:hoch:
Greets
Mic
 

fabiapower

Guest
Das schlimmste find ich ist es aber, das der mich gerammt hatte, keine Gültige Betriebserlaubnis hatte.
Hatte Reifen (mit viel zu wenig Profil) & Felgen drauf die nicht eingetragen waren, Frontspeulerlippe und Sportauspuff was aber den Polizisten gar nicht Interessiert hatte.
Oder ist das in diesem Fall uninteresant?

Wie lange habe ich im Falle das ich 0% Schuld hab, anspruch auf einen Mietwagen bzw. das Geld weil ich keinen Mietwagen genommen habe (solange bis die entgültige entscheidung gefallen ist)?
 

Mic

Guest
Uninteressant ist das für den Unfallhergang vielleicht schon, dennoch hat die Polizei das aufzunehmen (auch auf dein verlangen hin). Melde das auf jeden Fall deiner Versicherung und auch der des Gegners und da du sicher einen Anwalt eingeschaltet hast (du bist hoffentlich in einem Autclub oder hast Verkehrsrechtschutz) wird das auch diesen sicher Interessieren.
Für den Unfallgegner bedeutet das, das er ohne Betriebserlaubnis gefahren ist und ihn somit seine Versicherung in Regress nehmen kann (die zahlen den Schaden, holen sich die Kohle aber vom Gegner wieder).

Laß dich zum Thema Leihwagen am besten auch von deinem Anwalt beraten.
 

Power Feli

Guest
hallo!

@fabiapower

du hast vorrausgesetzt du bist nicht Schuld am Unfall,und der Gutachter hatt das Auto als nich mehr Fahrbereit eingschätzt, 14 Tage Anspruch auf ein Leihwagen(in etwa die Gleiche Motorisierung,wie dein Auto hatte), bzw. auf das Nutzungsausfallgeld.

Gruß Power Feli
 
Joker1976

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Falls du einen Mietwagen bezahlt bekommst zählt dies NUR für einen Wagen, EINE STUFE KLEINER!!!!

Ein Mietwagen, der deinem entspricht mußt du zum Teil selber tragen!!!
 
Lucky

Lucky

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@joker

Das kommt ganz auf die VS-Gesellschaft an, einfach bei der
gegnerischen VS erkundigen.

Es zählen die Einstufungen der Vermieter, so kann ich mir z.Bsp.
einen MB E220 als Ersatzwagen nehmen, da er in der Kategorie
unter einem VW-Cabrio liegt ;-)

Und es ist VS mit dem AH, wenn die Dir einen Superb geben, und
einen Fabia 1,4 75 PS abrechen, geht das natürlich auch ;-)

Michael :headbang:
 

fabiapower

Guest
Hab ich das Recht auf Einsicht in das Protokoll was die Polizei aufgenommen haben z.B. in Bezug auf die nichteingetragenen Sachen, da ich gestern abend bei der Polizei war und die nichts in der Beziehung raus geben wollten?

@Power Feli
Fahren ging schon noch, doch ob es unbedingt Verkehrssicher noch ist glaub ich nicht, da die Spur verstellt sein kann und der Seitenschweller auch nicht mehr so richtig fest war.
Also hab ich nicht unbedingt Anspruch auf Nutzungsausfallgeld?
 
Lucky

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@fabiapower

Bei mir damals kam ich auch nicht an das Pol-Protokoll selbst heran,
das ging nur über meinen RA.

Michael :headbang:
 

Power Feli

Guest
hallo!

@fabiapower

wenn der Gutachter Feststellt das dass Fahrzeug,nicht mehr verkehrsicher,bzw fahrbereit ist,hast du anspruch auf leihwagen bzw. Nutzungsausfallgeld, stellt der Gutachter jedoch fest das dass Fahrzeug Fahrbereit u. Verkehrssicher ist hast du kein Anspruch.aber so wie du das beschrieben hast is das auto nicht mehr Verkehrssicher.aber wie gesagt das mus der Gutachter entscheiden.

Gruß Power Feli
 

Mic

Guest
Akteneinsicht kann nur dein Anwalt oder die Versicherung beantragen, du selbst hast als Beteiligter kein Recht auf Einsicht. Da die Polizei dir gegenüber geäussert hat das du eine Teilschuld hast, kannst du allerdings davon ausgehen, das das Protokoll auch nicht unbedingt zu deinem Vorteil erstellt wurde, daher solltest du dir auf jeden Fall rechtlichen Beistand holen, die Polizei entscheidet zwar nicht über Schuld oder Unschuld, allerdings ist das Protokoll nunmal das Maß für die ermittelnden Behörden.

Hier mal eine Auflistung wie ein Verkehrsdelikt rein rechtlich gehandhabt wird:

Begeht jemand im Straßenverkehr eine Ordnungswidrigkeit (Verkehrsverstösse ab 40,00 Euro), leitet die Behörde ein Bußgeldverfahren ein.
Die Behörde teilt dem Betroffenen mit, welcher Verkehrsverstoß ihm zur Last gelegt wird.

Zugleich erhält er einen Anhörungsbogen, in dem er aufgefordert wird, Angaben zur Person zu machen. Ferner wird ihm Gelegenheit gegeben, sich zu dem gegen ihn erhobenen Vorwurf zu äußern.

Der Betroffene ist gesetzlich verpflichtet, Angaben zur Person zu machen. Die Auskunftspflicht erstreckt sich auf folgende Angaben:

- Vorname, Familienname, Geburtsname
- Anschrift (PLZ, Wohnort, Straße, Hausnummer), bei Wehrpflichtigen die Standortanschrift
- Geburtstag und Geburtsort

Zu weiteren Angaben ist der Betroffene nicht verpflichtet. Der Betroffene muss sich also nicht zum Tatvorwurf, d.h. zur Sache äußern.
In Anbetracht der möglichen Folgen eines Bußgeldbescheides - Geldbuße, Punkte im Verkehrszentralregister, Fahrverbot- ist es ratsam, sich erst Akteneinsicht zu verschaffen, ehe man sich zur Sache äußert.
Der Betroffene selbst hat allerdings kein Recht auf Akteneinsicht. Für den Betroffenen kann nur ein Rechtsanwalt Einsicht in die Akten nehmen.

Nach der Anhörung entscheidet die Behörde, ob sie an dem Tatvorwurf festhält. Kommt die Behörde zu dem Ergebnis, dass der Vorwurf begründet ist, erlässt die Behörde einen Bußgeldbescheid.

Dagegen kann der Betroffene Einspruch einlegen.
Der Einspruch muss innerhalb von 2 Wochen nach Zustellung des Bußgeldbescheides bei der Verkehrsbehörde eingegangen sein.
Der Einspruch muss nicht begründet sein. Es kommt allein darauf an, dass das Rechtsmittel rechtzeitig innerhalb der 2-Wochenfrist eingelegt wird.

Wird dem Einspruch nicht abgeholfen, wird die Sache an das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Verkehrsverstoß begangen wurde, weiter geleitet.

Über den Fall entscheidet das Amtsgericht entweder durch Beschluss oder durch Urteil.

Beträgt die Geldbuße mehr als 250,00 Euro oder wurde ein Fahrverbot verhängt, kann gegen die Entscheidung des Amtsgerichts innerhalb 1 Woche das Rechtsmittel der Beschwerde eingelegt werden.
In den anderen Fällen kann eine Beschwerde ausnahmsweise vom Amtsgericht zugelassen werden.
Die Frist beginnt mit der Verkündung des Urteils oder ab Zustellung des Beschlusses.
 
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