Thema: Die Zündkerze

Dieses Thema im Forum "sonstige Autothemen" wurde erstellt von ?, 01.12.2001.

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    1902 wurde das Problem für die zuverlässige Zündung für immer höher drehende Motoren gelöst. Die Bosch GmbH erhielt das Patent auf eine Zündkerze in Kombination mit einem Hochspannungs- Magnetzünder. Automobil-Pionier Carl Benz war damals sichtlich erleichtert über die Lösung des Problems aller Probleme, wie er es nannte.

    Damals war noch gar nicht abzusehen, welchen weltweiten Siegeszug diese kleine Erfindung machen würde - es wurden 1902 gerade mal 300 Stück jährlich produziert. Ohne diese kleinen, wichtigen Helferlein würde sich heute kein Auto, kein Rasenmäher, keine Motorsäge und kein Bootsmotor von der Stelle bewegen.

    100 Jahre Bosch-Zündkerzen in nackten Zahlen: 7 Milliarden produzierte Stück (aneinandergelegt 350.000 Kilometer) - und eine jährliche Produktion der Stuttgarter von 350 Millionen Stück. Allein im Bamberger-Werk verlassen täglich eine Million Zündkerzen die Fabrikation und werden weltweit ausgeliefert. Täglich werden bei 29 Tonnen Stahl, 1,8 Tonnen Nickel, 0,7 Tonnen Kupfer, 15 km Nickeldraht und 2,5 kg Platin für Kerzengehäuse und Elektroden sowie 20 Tonnen Tonerde für Isolatorkörper verbraucht. Die Zündkerze tut was sie am besten kann: nämlich zünden und das bis zu 1.000 Mal in der Sekunde - das sind 20 Millionen Zündungen bei einer Lebensdauer von 20.000 km. Dabei ist sie einer Stromspannung von 30.000 Volt, Temperaturen bis zu 1.000 Grad Celsius und einem Druck von 100 bar ausgesetzt. Eine stolze Leistung für eines der kleinsten Bestandteile eines Motors. In der Zwischenzeit gibt es rund 1.250 Varianten der Ur-Zündkerze (Zündkerze für Explosionskraftmotoren) die Carl Benz von seinen Problemen erlöste. Sie ist zwar klein, aber auch verdammt wichtig. Denn nimmt man das Geschehen rund um seine Zündkerzen ernst, geben sie Aufschluss über gute Verbrennung und können somit mitverantwortlich für die gute Laufleistung des Motors sein.

    In erster Linie wird durch den Zündfunken der Motor angetrieben. So weit so gut. Aber die kleinen Helfer können noch viel mehr. Sie sorgen für eine sparsame, saubere und effiziente Kraftstoffverbrennung sowie zur sicheren Funktion von Motor und Katalysator bei. Dabei ist trotz ihres großen Leistungszuwachses in den letzen Jahrzehnten die Lebensdauer von normalen Zündkerzen heute mit circa 20.000 bis 30.000 km etwa 20 bis 30 Mal höher als bei Zündkerzen vor etwa 90 Jahren - spezielle Ausführungen halten sogar 100.000 km. Rund 26 verschiedene Elektrodenauslegungen helfen die immer strenger werdenden Abgasvorschriften zu erfüllen - dabei helfen vor allem die Modifikationen und der Einsatz von besonderen Metallen wie Platin oder Yttrium.

    Wer sich um die Lackpflege seine Autos kümmert, den lässt auch meist die Technik nicht ganz kalt.. Auch wenn vieles heute meist wartungsfrei funktioniert, sollte man hin und wieder einen Blick auf die Zündkerzen werfen. Wichtig für die Erkennung einer defekten oder abgenutzten Zündkerze ist das sogenannte Kerzenbild. Damit bezeichnet man den Zustand, insbesondere die Farbe, rund um die Elektroden - das ist da wo´s funkt - platt gesagt: Unten am Metall.

    Das Kerzenbild ist rehbraun
    Alles in bester Ordnung.

    Das Kerzenbild ist weiß
    Das bedeutet nichts Gutes. Das Gemisch könnte zu mager sein. Dann wird meist zuviel Luft zugeführt und zuwenig Kraftstoff. Werkstatt aufsuchen. Die möglichen Ursachen: Falsche Einstellung des Vergasers, undichte Ansaugstutzen, defekter oder falsch montierter Luftfilterkasten, falscher oder nicht vorhandener Luftfilter, Kerze war lose, mieser Kraftstoff, Zündung zu früh, verkokter Brennraum, zu wenig Öl, verschmutze Benzinzuleitung, defekte Zylinderkopfdichtung oder falscher Wärmewert der Kerze.

    Das Kerzenbild ist schwarz
    Auch nicht Gut! Eine Verrußung der Kerze liegt vor. In diesem Fall kann das Gemisch zu fett sein d.h. zuwenig Luft und zuviel Kraftstoff. Werkstatt aufsuchen. Die möglichen Gründe: Falsche Einstellung des Vergasers, verdreckter Luftfilter, Zündung zu spät, Schmieröl gelangt in die Verbrennungskammer (evtl. durch defekte Kolbenringe in den Ventilschaftabdichtungen), oder die Zündanlage ist aufgrund eines Defekts zu schwach - die Folge ist, dass das Gemisch nicht vollständig verbrennt.

    Ein kleiner aber oft unterschätzter Bestandteil des Motors: Die Zündkerze. Es wird spannend wie die Entwicklung weitergeht - denn stellen Sie sich mal vor, wie sich Carl Benz gefreut hätte, wenn er das alles schon gewusst hätte.


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