Test: Skoda Superb mit viel Platz im Fond

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    auto-news hat den Superb getestet, hier der Bericht:


    Wir haben den 115-PS-Benziner, den V6-Benziner und den V6-Diesel für Sie probegefahren
    Mainz, 22. Februar 2002 – Nach Octavia und Fabia bringt die tschechische VW-Tochter Skoda nun die dritte Modellreihe auf den Markt: den Superb. Der Fabia war bei seinem Erscheinen größer als der vergleichbare VW Polo, der Octavia größer als der Golf. Genauso ist der Superb nun größer als der Passat – bei fast gleichem Preis. Ab 23. März 2002 steht er bei den Händlern. Wir haben das Auto in drei von fünf Motorisierungen für Sie getestet.

    Äußerlich ähnelt der Superb dem Audi A6, aber auch dem Octavia. Mit dem A6 gemein hat der Superb vor allem die sehr harmonische Seitenlinie. Gegenüber dem kleinen Bruder Octavia fällt die nicht so steil stehende Frontpartie mit Grill und Scheinwerfern auf.

    Im Inneren fühlt man sich durch das großzügige Raumangebot auf Anhieb wohl. Wenn man den Sitz ganz nach unten stellt, bleiben zwischen Kopf und Deckenverkleidung bei einem 1,75 Meter großen Fahrer nicht weniger als 15 Zentimeter. Die Rundumsicht ist ebenfalls zu loben: Die schmalen C-Säulen behindern den Blick in keiner Weise.

    Dass der Superb jedoch eigentlich eine Chauffeurslimousine ist, wird im Fond deutlich. Stellt man den Fahrersitz für einen 1,75 Meter großen Fahrer passend ein, so kann ein ebenso großer Fondpassagier dahinter die Beine mühelos übereinanderschlagen.

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    Leichtgängige Lenkung
    Die Lenkung ist erfreulich leichtgängig, die Armaturen – weiß auf Schwarz – sind gut ablesbar. In den Sitzen findet man bei allen Ausstattungsversionen guten Seitenhalt.

    Der Kofferraum ist mit 462 Litern zwar etwas kleiner als beim Passat, aber für die meisten Zwecke völlig ausreichend. Die Ladekante liegt mit 73 Zentimetern allerdings etwas hoch.

    Das als Extra orderbare Cargoflex-System besteht aus einem auffaltbaren, variablen Kasten für den Kofferraum. Es nimmt kleinere Einkäufe bereitwillig auf. Zuhause allerdings muss man die Pakete wieder einzeln ausladen, denn der Cargoflex-Kasten lässt sich nicht aus dem Kofferraum herausnehmen. Auch die beim Hineinheben etwa von Getränkekisten störende Ladeschwelle wird durch das Cargoflex-System nicht eliminiert.

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    Ein Lob verdient dagegen das Fahrwerk. Die 1,44 Meter hohe Karosserie neigt sich in Kurven nur wenig. Das Fahrwerk ist nicht zu weich und nicht zu hart. Gerade bei schnellen Autobahnfahrten bewährt es sich sehr gut: Bei hohen Geschwindigkeiten jenseits der 200-km/h-Marke fühlt man sich sicher und geborgen.

    2,0-Liter-Benziner mit 115 PS
    Schon die Einstiegsmotorisierung überzeugt mit ihrer Leistung. Das Durchzugsvermögen ist bereits bei weniger als 3.000 Touren recht beachtlich. Allerdings wird der Motor bei knapp 4.000 Umdrehungen etwas laut. So hoch braucht man die Drehzahl aber nur in seltenen Fällen ansteigen lassen. Schaltet man bei 4.000 U/min, so kommt man im ersten Gang bis 35 km/h, im zweiten bis 60, im dritten bis 90, im vierten bis 120 und im fünften bis 150 km/h.

    Ein angenehmes Fünfgang-Schaltgetriebe überträgt die Kraft auf die Räder. Die Gänge rasten fühlbar ein. Die Schaltung hakelt nicht und wackelt nicht.

    2,8-Liter-Benziner mit 193 PS
    Gerade im Vergleich zum kleinen Benziner fällt auf, wie leise der Sechszylinder ist. Auch seine Kraftentfaltung ist beeindruckend. Schon ab 2.500 U/min lässt sich gut beschleunigen. Der Wert für den Standardsprint – 9,4 Sekunden von Null auf 100 km/h – spricht für sich.

    Den größten Benziner im Superb fuhren wir in der Ausführung mit Tiptronic. Schaltwippen für das Lenkrad sind nicht erhältlich – man muss also mit dem Wahlhebel schalten. Das trübt die Freude an dieser Version.

    2,5-Liter-TDI mit 155 PS
    Der große Diesel beschleunigt den Superb hervorragend. Allerdings ist das Aggregat etwas laut – und zwar schon bei niedrigen Drehzahlen um die 2.000 U/min. Den typisch rauen, knurrigen Klang eines Pumpe-Düse-Direkteinspritzers empfindet man jedoch schon nach kurzer Zeit nicht mehr als unangenehm.

    Das Auto wird mit Sechsgangschaltung ausgeliefert. Zwischen der Auslegung des fünften und sechsten Gangs ist allerdings nur wenig Unterschied. Auch im zweithöchsten Gang erreicht man mühelos die Höchstgeschwindigkeit.

    Der Durchzug ist bereits bei rund 1.500 U/min sehr gut. Das Drehmoment-Diagramm zeigt, warum: Im Bereich von 1.500 bis 3.500 U/min besitzt die Kurve den idealen Verlauf – eine horizontale Linie.

    Fazit
    Der Superb ist zu einem Einstiegspreis von 22.390 Euro ein günstiger Einstieg in die obere Mittelklasse. Der Passat kostet in der gleichen Motorisierung zwar fast gleich viel, dafür bekommt man beim Superb noch einiges an Ausstattung hinzu. Und nicht zu vergessen: wesentlich mehr Platz. Denn was an dem großen Tschechen besonders beeindruckt, ist das überragende Platzangebot im Fond. Wohl dem, der sich zu dem Luxus-Tschechen auch noch einen Chauffeur leisten kann.

    Skoda verspricht sich die größten Absatzerfolge von dem kleinen Benziner und dem kleinen Diesel. Wohl zurecht: Der Zwei-Liter-Benziner ist ein solider Einstiegsmotor. Und dass der 1,9-Liter-TDI mit 130 PS ein hervorragender Motor ist, stellten wir bereits bei Tests anderer Autos des VW-Konzerns fest. Doch die übrigen Motoren sollte man nicht übersehen. Auch die beiden Sechszylinder – besonders der Benziner – verdienen ein dickes Lob.
     
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