Technik: Nano-Technologie

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Guest
Autoscheiben, die nicht mehr beschlagen, oder Lacke, die nicht mehr schmutzig werden oder zerkratzen: Das könnte schon in absehbarer Zeit Alltag für Autofahrer werden.

"Nano im Auto" heißt eine Initiative, die mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vor allem die immensen Entwicklungskosten für Nanotechnologie senken und auf viele Schultern verteilen soll. Fast alle deutschen Automobilhersteller beteiligen sich an dem Projekt.

Der Begriff Nano stammt vom Lateinischen "nanus" (Zwerg). Heute steht Nano als Vorsatz vor Maßeinheiten für den Faktor ein Milliardstel. Die Verwendung von derartigen Werkstoffen winzigster Größe findet derzeit in immer mehr Materialien eine praktische Anwendung.

Audi beispielsweise setzt die Technologie für die Verglasung der Cockpit-Instrumente im Audi TT ein, um sie absolut blendfrei zu machen. Damit Lichtreflexionen ausgeschlossen werden können, ist die Oberfläche der Verglasung so beschaffen, dass einstrahlendes Sonnenlicht immer zur Seite abgelenkt wird und den Fahrer nicht länger stört. Für diesen Effekt sorgt eine Beschichtung mit speziellen Werkstoffen. Sie messen nur ein Nanometer. Allein auf einem einzigen menschlichen Haar hätten rund 10.000 solcher Teilchen Platz, erklärt Udo Rügheimer, Pressesprecher für Produkt und Technik bei Audi in Ingoldstadt.

In den übrigen Modellen wird diese Technik zumindest bei der Cockpitverglasung vorerst keine Anwendung finden: "Nanotechnik ist im Moment einfach noch sehr teuer", so der Audi-Sprecher. Bereits seit längerem werde die Nanotechnologie jedoch bei der Beschichtung von Scheinwerfer-Reflektoren eingesetzt. Auch bei automatisch abblendbaren Spiegeln finde sie Anwendung.

Sogar als Allheilmittel gegen Schmutz und Lackschäden sollen die kleinen Teilchen bald Wunder wirken. Der so genannte Lotusblüten-Effekt, "easy-clean" genannt, lässt Wasser besser von Scheiben abperlen und Schmutz kaum noch auf Lacken haften. BMW forscht an diesem Effekt, der so genannten Hydrophobierung. Einziger Nachteil sei die mangelhafte Haltbarkeit der Beschichtung, so Karin Ludwig, Ingenieurin in der Abteilung Betriebsfestigkeit und Werkstoffe bei BMW in München. Die Beschichtung müsse derzeit noch regelmäßig erneuert werden.

Am Effekt der Elektrochromie, der Verdunklung von Scheiben bei Lichteinfall, werde ebenfalls bei mehreren Herstellern geforscht, so Bernd Steingrobe, Projektleiter für Nanomaterialien beim Projektträger Jülich (PTJ). Gleiches gelte für Beschichtungen, die elektrisch leitfähig sind und trotzdem transparent. Damit gehören künftig die Drähte in der heizbaren Heckscheibe der Vergangenheit an. Auch an Beschichtungen, die ein Beschlagen der Scheiben im Innern des Fahrzeuges verhindern, wird laut Steingrobe gearbeitet.

Ulf König, Abteilungsleiter für Siliziumprozesse im Forschungszentrum Ulm der DaimlerChrysler AG, sieht noch viele weitere Anwendungsbereiche für Nanotechnologie: "Auch in der Brennstoffzellentechnik und bei effizienteren Schadstofffiltern wird uns die Technologie helfen."

Das könnte in ferner Zukunft so weit gehen, dass durch Nanoadditive im Benzin oder in der Zylinderwand-Beschichtung der Katalysator überflüssig wird. Einen zeitlichen Rahmen bis zur Einführung all dieser technischen Neuheiten will allerdings keiner der Hersteller geben.

Dass die winzigen Helfer in Zukunft das Autofahren erleichtern werden, steht laut König außer Zweifel. Doch der Autofahrer müsse sich von der Idee freimachen, dass irgendwann kleine Nanoroboter den reibungslosen Ablauf einer Autofahrt überwachen könnten. "Das", so der Nanospezialist, "sind Phantasien aus Science-Fiction-Filmen."

Quelle
 

carver

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Ich bin der Meinung, daß es nicht mehr allzu lange dauern wird, bis wir auch im Auto noch größere Vorteile aus der Miniaturisierung ziehen können. Was inzwischen schon in der Medizin nur durch ständige Verkleinerung erreicht werden kann (Kleinstkameras für Venen), was noch nicht mal Nanotechnologie ist, ist wirklich faszinierend. Man kann so noch gar nicht abschätzen was in Zukunft alles möglich sein wird, und in welchen Bereichen sich noch erhebliche Verbesserungen ergeben.
So sage ich ein Hoch auf die Wissenschaft und die neuesten Errungenschaften der Technik! Mögen sie zahlreich und nützlich sein (auch Spielereien sind erlaubt, wo würde sonst der Fortschritt bleiben).

Viel Spaß!
 

skodaman

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Es soll ja jetzt Nano-Lack entwickelt werden, der absolut kratzunempfindlich ist. Hofentlich kommt der bald, ich kaufe dann sofort so ein Auto.
 

Tobi

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Ich hab ja den Verdacht, daß eine Verschwörung von Autoindustrie und Lackierereien bislang verhindert hat daß kratzunempfindliche Autolacke entwickelt werden. :D
80 Jahre oder wie lange es Blechkarossen gibt verkratzen die Autos! :heul:
Die Zeit sollte doch eigentlich für sowas reichen!
Da ist ja bald das Kernfusionskraftwerk schneller entwickelt! :rolleyes:
 

Mad Max

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Es gibt mittlerweile das erste Auto mit so genannter "Nanolackierung". Mercedes hat für die Oberklasse 500'er und 600'er Modelle den Lack schon drauf.
Dabei wird diese Nanotechnologie im Klarlack eingesetzt und soll kratzunempfindlich sein. Steht in der neuen Autobild.
 

skodaman

Guest
Ja, das mag sein. Es gibt den Lack wohl schon, aber er ist noch seeehr teuer :grrr:
Deshalb nur im Mercedes 500. Es soll wohl so funktionieren, daß im Lack Keramikteilchen sind. :wow:

Gruß :herz:
 
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