Skoda in der Welt - Geschichte des Exports

Diskutiere Skoda in der Welt - Geschichte des Exports im Skoda allgemein Forum im Bereich Skoda Forum; Škoda in der Welt Wiederholt sich die Geschichte? Als man im Fahrradwerk Laurin & Klement in Mladá Boleslav im Jahre 1899 angefangen hat...
SkodFather

SkodFather

Forengründer
Dabei seit
08.11.2001
Beiträge
1.406
Zustimmungen
20
Ort
Winnenden
Fahrzeug
Skoda Yeti
Kilometerstand
92000
Škoda in der Welt


Wiederholt sich die Geschichte?

Als man im Fahrradwerk Laurin & Klement in Mladá Boleslav im Jahre 1899 angefangen hat serienmäßig Motorräder zu bauen (die Firma gehört somit zu den ersten auf der Welt), stellte sich heraus, dass der einheimische Markt in Böhmen zu klein ist für eine solche Neuheit. Daher hat sich Václav Klement im Jahre 1900 nach England begeben, um dort das Glück zu suchen. Er hat sich auf die Firma, gewendet, die in Wagen der Marke Benz in London eingeführt und verkauft hat. Deren Chef, Herr Hawetson, hat Klement eine Chance gegeben. Falls er seinem Büroangestellten das Motorradfahren binnen von fünf Minuten beibringt, werden sie ein Geschäft machen. Klement konnte kein Wort auf Englisch, aber in drei Minuten ist der Jüngling mit dem Motorrad losgefahren, dann hat er umgekehrt, Gas gegeben und er ist spielend leicht vor dem wartenden Hawetson stehen geblieben. Das hat entschieden. Klement kehrte mit einem Auftrag über unglaubliche 150 Motorräder zurück nach Mladá Boleslav!

So begann der Export der Fabrik, die seit 1906 auch Automobile gebaut hat. Für die mexikanische Post lieferte sie Motor-Dreiräder, nach Russland wurde nach dem Erfolg im Rennen St. Petersburg – Moskau bis ein Drittel ihrer Produktion exportiert, in Montenegro hat sie die Ausschreibung für spezielle Postfahrzeuge für kurvenreiche Gebirgsstraßen gewonnen. Im Werk hat man Karosserien mit dem Motor unter dem Fahrerhaus gebaut – und damit originell die Gesamtlänge verkürzt. Die Fahrzeuge wurden auch nach Ägypten, Japan, ja sogar nach Neuseeland exportiert, ganz geschwiegen von den europäischen Ländern. Seine Vertretungen hat das Automobilwerk in Wien, Budapest, Moskau, St. Petersburg, Innsbruck, Linz, Triest, Amsterdam, London, Rio de Janeiro, Warschau und in weiteren Städten errichtet. Die Wagen aus Mladá Boleslav dienten im Kaiserlichen Arsenal in Japan, in London beförderten sie die Daily Mail, in Kairo fuhren sie den Comanos Pascha, in Moskau dann die Passagiere des öffentlichen Stadtverkehrs.

Auf den Export hat sich das Automobilwerk auch in den 20-er und 30-er Jahren orientiert. Die Škodas vom Typ Popular wurde in die Südafrikanische Republik und nach Uruguay exportiert, selbstverständlich auch in eine ganze Reihe europäischer Länder. Im Jahre 1937 wurde die Hälfte der Produktion ausgeführt. Manchmal unter seltsamen Bedingungen: die nach Polen exportierten Fahrzeuge hat die dortige Gesellschaft mit Därmen zur Produktion von Wurstwaren bezahlt. Die hat das Automobilwerk nach Belgien exportiert, dort wurden sie für Spitzen eingetauscht - so ist die Fabrik dann an ihr Geld gekommen. Bequemer hatte es der Händler im südafrikanischen Johannesburg. Nachdem das Ehepaar Škulina bei seiner Überquerung Afrikas da angekommen sind, reichten einige Artikel in den lokalen Zeitungen um den ganzen Lagerbestand des Modells Škoda Popular binnen von einigen Tagen völlig auszuverkaufen.

Obwohl die wirtschaftliche Lage in der Nachkriegszeit dem Export nicht günstig geneigt war, bestand weiterhin Interesse an den tschechoslowakischen Fahrzeugen. Im Jahre 1947 wurden 5000 Fahrzeuge vom neuen Typ Tudor hergestellt, wovon die meisten nach Holland, Belgien und Frankreich ausgeführt wurden. Der fünftausendste Wagen wurde nach Indien ausgeliefert, in der Hauptstadt von Ägypten fuhren die Ärzte im Škoda 1101zur Geburtshilfe. Die Viertürer vom Typ 1102 wurde nach Australien exportiert.

Im Jahre 1958 ist der sportliche Škoda Felicia vom Typ 450 erschienen. Es war ein außerordentlich gelungener Sportwagen 2+2, der sowohl ein Textilverdeck wie auch ein alternatives Hardtop-Dach hatte, das man je nach Wetter wechseln konnte. Der Felicia wurde von Südamerika bis Neuseeland exportiert und die Zeit hat bestätigt wie elegant der Wagen war (und immer noch ist). Im Jahre 1959 fing man an, den Škoda Octavia mit der zweitürigen Viersitzkarosserie zu bauen. Es war ein beständiger, zuverlässiger Wagen, der sich vieles gefallen ließ. Bestätigt haben das die Fahrer in Chile, die ihn Jeep nannten. In Neuseeland fing im Jahre 1966 die Gesellschaft Motor Industries an Fahrzuge vom Typ Škoda Trekka zu bauen. Auf das Octavia-Chassis, das zerlegt exportiert wurde, baute man eine Pick-up – Karosserie mit einer Nutzlast von 500 kg. Und nicht nur das – die Trekkas wurden nach 1971 zerlegt nach Indonesien exportiert. Können sie Skopak? _Das waren Fahrzeuge, die in Pakistan entstanden sind, ebenfalls am Octavia-Fahrgestellt. Und alle guten Sachen sind drei: Die Türkei importierte zuerst die Škodas 1202 mit der Nutzfahrzeug-Karosserie Kombi, nach der Änderung der Zollvorschriften dann nur das Chassis, auf das im Lande Aufbauten montiert wurden.

Die völlig neuen Typen MB 1000/1100 sind im Jahre 1964 erschienen. Sie haben das Konzept der Škoda-Automobile für das nächste Vierteljahrhundert bestimmt. Ein Viertürer mit Heckmotor und Heckantrieb – so war zu jener Zeit der Trend. Die Hälfte der Produktion wurde nach ganz Europa exportiert. Dass man in den ehemaligen sozialistischen Ländern an den Fahrzeugen aus Mladá Boleslav interessiert war hat niemanden überrascht. Deren Qualität haben aber Autofahren von Italien bis Norwegen, von Großbritannien bis Griechenland bestätigt. Sie sind auch in Australien und Neuseeland erschienen. Dieser Trend hat sich praktisch über die ganze Zeit der Produktion von Fahrzeugen mit Heckmotor, also bis 1990, nicht verändert 1990. Es stimmt, dieses Konzept ist schon überholt, aber wenn zum Beispiel in Norwegen oder in Finnland Schnee liegt, fahren die Škoda-Besitzer auch dort noch ganz munter durch, wo die anderen resigniert schaufeln müssen. Den Vertrieb der Fahrzeuge Škoda 105/120 stellen in Großbritannien 220 Händler sicher – nur im Jahre 1987 wurden 17 000 Škodas dorthin exportiert.

Mit dem neuen Typ Škoda Favorit und vor allem mit dem Beitritt des Automobilwerkes dem VW-Konzern im Jahre 1991 hat sich praktisch alles verändert. Der Export der Fahrzeuge aus Mladá Boleslav ist deutlich höher als je zuvor. Faktum bleibt aber, dass wo immer Škoda erscheint, ist das eher eine Rückkehr als ein Weg ins unbekannte.

Die Fotografien stehen auf den Seiten http://media.skoda-auto.com/ zur Verfügung

quelle skoda-auto.com
 
Thema:

Skoda in der Welt - Geschichte des Exports

Skoda in der Welt - Geschichte des Exports - Ähnliche Themen

30 Jahre ŠKODA AUTO als Teil des Volkswagen Konzerns: eine erfolgreiche europäische Wirtschaftsgeschichte: › Eintritt von ŠKODA AUTO in den Volkswagen Konzern als Meilenstein deutsch-tschechischer Wirtschaftszusammenarbeit nach 1989 › 30 Jahre...
60 Jahre SKODA 1100 OHC: Und wieder ein rundes Jubiläum. Der Skoda 1100 Ohc feiert 60. Geburtstag: https://www.presseportal.de/pm/28249/3804085
Skoda- Jubiläen 2017 im Überblick: Skoda feiert 2017 eine Reihe Jubiläen: http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2017-01/39660824-skoda-jubilaeen-2017-im-ueberblick-007.htm
115 Jahre Skoda-Motorsport: http://www.presseportal.de/pm/28249/3367057
120 Jahre Skoda und L&K: Gleich drei historische Daten gilt es für Skoda in diesem Jahr zu feiern: 120 Jahre Unternehmensgründung, 110 Jahre Automobilherstellung und 90...
Oben