Skoda History: Pflüge aus Mlada Boleslav

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hi community,
folgender bericht gibt dem satz "mit einem skoda durch die gegend pflügen" eine ganz neue perspektive!!!:rofl:

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Die Dampfmaschine war das Triebwerk des 19. Jahrhunderts. Zuerst wurde sie im Bergbau eingesetzt, bald danach initiierte sie den Eisenbahntransport, danach verdrängte sein Schornstein die Segelmasten der Schiffe. Auch auf den Straßen oder eher Wegen erschienen Dampf-Omnibusse. Seltener erwähnt wird aber das Dampfpflügen, das in der Mitte des 19.Jahrhunderts zum Wort kam, obwohl es sicherlich erwähnenswert ist. Aus England verbreitete es sich nach Europa und auch nach Böhmen. Heute scheint uns schon allein die Bezeichnung „Dampfpflügen“ ein Anachronismus zu sein, aber gerade diese Art des Ackerbaus blieb – was die Qualität anbelangt – bis heute unübertroffen. Der größte Vorteil war erstens die fast unbeschränkte Tiefe des Pflügens und zweitens auch die Tatsache, dass die Räder der fahrenden Maschine den Boden nicht zusammenpressten – es ist nämlich keine Maschine über das Feld gefahren. Auf den Feldrändern standen sich nämlich zwei mobile Lokomobilen gegenüber, beide mit jeweils einer kräftigen Seilwinde unter dem Kessel. Mit einem Seil zogen sie einen sogenannten Bilanzpflug hin und her, der mit bis zu je neun Pflugscharen auf jedem der beiden gegenüber liegenden Arme versehen war. Wenn der Pflug an einer Pflugwende angekommen ist, wurde von der Bedienung der Arm mit den Pflugscharen gehoben, die gepflügt haben. Die ganze Garnitur bewegte sich um die Breite des gepflügten Bandes, die Bedienung ließ den anderen Arm mit Pflugscharen herunter und der Pflug wurde von der Lokomobile am anderen Ende des Feldes zu sich gezogen. An einem Tag konnte man auf diese Art und Weise bis 12 Hektar pflügen. Aber alles hat seinen Preis: Die Garnitur allein erforderte eine Bedienung von fünf Mann, weitere Arbeiter wurden bei den Fuhrwerken gebraucht – täglich mussten sie rund 45 Meterzentner Kohle und 40 Hektoliter Wasser heranschaffen. Als der Verbrennungsmotor zu Wort kam, war es nur eine Frage der Zeit, wann er auch übers Feld fahren wird. Die Fabrik Laurin & Klement in Mladá Boleslav zählte zu den ersten in Europa, die sich darum verdient machten. Mit den Versuchen um die Konstruktion eines Motorgerätes zum Pflügen begann die Firma Stock in Deutschland um das Jahr 1907. In Mladá Boleslav hat man mit der Entwicklung eines Motorpfluges im Jahre 1911 begonnen, und wahrscheinlich in diesem Jahr wurde er auch der Öffentlichkeit vorgestellt. Man nannten ihn Excelsior, übersetzt also “Hervorragend“ oder auch „Vorzüglich“. Das verlangte schon nach einer gründlichen Dosis Selbstbewusstsein und Mut. Während einer kurzen Zeit der Produktion dieser Stahlmonster stellte sich heraus, dass der Name keineswegs übertrieben war. Sie zeichneten sich durch ihre Leistung, einfache Bedienung und durch die Qualität des Pflügens aus. Ihren verdienst hatte daran auch das Landmaschinenwerk Rudolf Bächer in Roudnice, mit dem L&K fusionierte und das Mladá Boleslav mit Pflugscharen und weiteren Komponenten belieferte.



Die riesige Maschine vereinte in sich einen Pflug und eine Lokomobile, einschließlich der Robustheit und der schwierigen Bedienbarkeit. Ohne Zweifel wurde er von ihr inspiriert. Die Basis bildete ein Rahmen auf drei Rädern. Die zwei Vorderräder wurden von einem Wassergekühlten Vierzylinder mit einem Hubraum von 14,5 l und mit einer Leistung von 80 PS bei 800 U/min angetrieben. Das Aggregat vervollständigte ein Dreiganggetriebe mir Rückwärtsgang. Die Lamellenkupplung war mit einer Vorrichtung versehen, die selbst im Falle, dass der Bedienung der mit Erde umhüllte Schuh vom Pedal ausgerutscht ist, ein ruhiges Anfahren ermöglichte (wie in der Betriebsanleitung steht), und die auch den Ruck verringerte, wen eine Pflugschar eine Wurzel oder einen großen Stein erwischt hatte. Der Motor wurde ebenfalls durch einen Drehzahlbegrenzer geschützt. Die Räder hatten einen Durchmesser von 220 cm und sie waren rundum mit Greifern versehen, die auf dem Felde für gute Griffigkeit sorgten. Hinten war ein deutlich kleineres lenkbares Rad. Je nach Qualität des Bodes wurden täglich 6 bis 10 Hektar bei einem Verbrauch von 20 kg Schwerbenzin pro Stunde bestellt. Die Fahrt des Motorpfluges wurde vom Fahrer gelenkt, der hinter ihn sitzende Maschinist bediente die Pflugscharen am Hilfsrahmen, der am Chassis des Pfluges aufgehängt war. Er überwachte auch die Tiefe des Pflügens und er betätigte die Pflugscharen beim Wenden.



Der erste Excelsior – Typ war der P4, der 9 Meter lang war. Er wog sechs Tonnen und er trug sechs Pflugscharen. Bis zum Anfang des ersten Weltkrieges wurden 51 diese Motorpflüge hergestellt. Die meisten davon wurden nach Russland exportiert, wohin das Automobilwerk Mladá Boleslav vor 1914 ein Drittel der Produktion exportierte und wo der Bedarf der Bodenbestellung ohne zu übertreiben grenzenlos war.



Der Motorpflug diente auch im Wald zum Holzrücken, und auch auf den Bauerhöfen als Antrieb für verschiedene Landmaschinen. Zu diesem Zweck befand sich unter dem Kühler am Ausgang der Kurbelwelle eine Riemenscheibe, von der mit einem Riemen Dreschmaschinen, Häcksler, Kreissägen usw. Angetrieben wurden.



Nach dem ersten Weltkrieg stellte sich in Europa die Krise der Automobilindustrie ein. Die neuen Staatsordnungen, die Revolution in Russland, die wirtschaftliche Erschöpfung – das alles bedeutete, dass die potentiellen Kunden andere Sorgen hatten als Automobile und Motorräder zu kaufen. In den ersten Nachkriegsjahren half gerade die Herstellung von Motorpflügen der Firma L&K. Interesse an Ihnen herrschte vor allem in Frankreich, wo man sie zur Kultivierung der vom Krieg zerstörten Landschaft einsetzte. Aus Mladá Boleslav wurden sie

-zigweise exportiert. Den Erfolg brachte auch der Wettbewerb, in dem die Excelsiors unter 75 ähnlichen Konkurrenzpflügen aus vielen europäischen Ländern und aus den USA siegten. Kein Wunder also, dass sie dann auch nach Algerien gekommen sind.



Zu den Sechsscharen-Pflügen P4 kamen nach dem Krieg noch die kleineren Typen P 5 dazu, die nur drei Scharen hatten. Angetrieben waren sie ebenfalls vom Wassergekühlten Vierzylinder mit dem Hubraum von 4,7 l. Interesse an den Excelsior - Motorpflügen zeigten auch andere Hersteller. Puch in Graz und die österreichische Fiat – Filiale kauften sogar die Lizenz mit dem Vertriebsrechten in Österreich und Ungarn.



Einen tollen Erfolg verzeichneten die Motorpflüge aus Mladá Boleslav in Spanien, wo im Jahre 1921 ein großer internationaler Wettbewerb dieser Maschinen statt fand. Unweit der Stadt Lerida beobachtet eine Fachkommission zehn Tage lang die Qualität des Pflügens, den Verbrauch, das Fahrverhalten und die Zuverlässigkeit. Zum eindeutigen Sieger wurde damals die Marke L&K, was ihr den Export in weitere Länder ermöglichte, einschließlich Südamerika. Der Grund zur Freude war aber nur kurzfristig. Die Zukunft gehörte den Traktoren. Diese deutlich billigeren, leichteren, und operativeren Nutzfahrzeuge hatten ein deutlich breiteres Anwendungsfeld. Obwohl die Motorpflüge noch in den 40. Jahren dienten, gehörten sie bereits der Vergangenheit. Ganz so schnell wurden sie aber nicht vom Produktionsprogramm gezogen. Eine der zwei bis heute erhaltenen Maschinen stammt angeblich aus dem Jahre 1926, also aus der Zeit, in der das Automobilwerk bereits ein Bestandteil von Škoda war. Die zweite ist älter, wohl aus dem Jahre 1919. Beide werden im Nationalen Landwirtschaftsmuseum in Kaèina gehegt und gepflegt, von da sollen sie im Laufe dieses Jahres in die neuen Räumlichkeiten in Èáslav umziehen.
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superb25tdi

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WOW !!

Nachdem Skoda den SuperB ja wiederbelebt hat, vielleicht kommt ja der Excelsior auch wieder zurück :D Also, dann könnte man ja wirklich alles "in Grund und Boden pflügen"
 
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