Skoda History: 68x68

Dieses Thema im Forum "Skoda allgemein" wurde erstellt von M.Herrmann, 21.07.2003.

  1. #1 M.Herrmann, 21.07.2003
    M.Herrmann

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    30000
    68 x 68


    Sind diese Zahlen ein Begriff für sie? Nein, nein, multiplizieren sie es nicht. Eine kleine Hilfe zur Lösung des Rätsels: Ø 68 x 68 mm. Wissen sie schon? Na gut, machen wir es kurz:


    Als im Jahre 1964 der nagelneue Škoda 1000 MB vorgestellt wurde, hatte er einen Vierzylinder mit diesen Abmessungen unter der Haube, andersrum - einen Motor mit einem Hubraum von 988 cm³. An sich selbst zählte dieses Automobil aus Mladá Boleslav in seiner Klasse zu den besten in Europa. Er hatte eine ansprechende selbsttragende Stahlkarosserie und er bot einen hohen Nutzwert und gutes Fahrverhalten an. Das Beste steckte aber im Motor. So wie in den Fahrzeugen vieler anderen Marken dieser Klasse wurde er längs hinter der Hinterachse angeordnet, das war der Weg, den damals auch VW, Renault, Fiat, NSU und Simca gingen. Sicherlich gab es mehrere Gründe dazu, einer der bedeutendsten waren sicherlich auch die Produktionskosten. Das Konzept „alles hinten“ bedeutet, dass die Kardanwelle und weitere damit zusammenhängende Elemente entfallen, daher ist das Aggregat um etwa 15 % billiger. Eine Alternative ist selbstverständlich auch das Konzept „alles vorne“, aber das fordert Gelenkwellen für den Vorderradantrieb, die in der damaligen Tschechoslowakei nicht hergestellt wurden und für deren Import, bzw. eigene Produktion und den Erwerb einer Lizenz die Devisen fehlten. Daher fiel also die Entscheidung den Motor hinten unterzubringen, obwohl bei den Prototypen alle Möglichkeiten getestet wurden.



    Das allein war nicht der Grund, warum wir hier den Motor des neuen Škoda gedenken sollten. Der Witz an der Sache war woanders. Das Zylinder – und Kurbelgehäuse wog nach der Bearbeitung nur 9,6 kg – es wurde nämlich mit der Aluminium – Druckgusstechnologie hergestellt, das war damals in Europa ganz neu. Diese Technologie ließ sich im Jahre 1922 Ing. Josef Polák patentieren und man muss hinzufügen, dass es nicht viele dermaßen bedeutende tschechische Beiträge zur Technik gibt. Kurz und gut, im Automobilwerk in Mladá Boleslav hat man damals eine völligneue Technologie eingeführt, die in der europäischen Automobilindustrie die erste Geige spielte. Aluminiummotoren waren in den Škoda – Fahrzeugen schon seit den 50-er Jahren üblich, aber die wurden noch nach der klassischen Technologie gegossen. Für das ungewöhnlich komplizierte und sperrige Roherzeugnis wurde im Werk eine metallurgische Straße gebaut. Und warum soviel Geschrei wegen einer Technologie? Weil sie eine Nutzung des Rohmaterials von 65 bis 80 % anbietet, deutlich weniger Energie als der klassische Guss verbraucht und weil sie es möglich macht verschiedene Stahlelemente einzugießen, zum Beispiel Gewindeschrumpfstücke. Hätte damals die Tschechoslowakei nicht den berechtigten Ruf eines sowjetischen Satelliten und hätte sie sich nicht selbst zum Wall des Sozialismus ernannt, wäre das internationale Echo zum neuen Wagen und vor allem zu seinem Motor deutlich größer. Aber die fachliche Öffentlichkeit wusste Bescheid. Nur zur Ordnung sollte man erwähnen, dass der zweite europäische Wagen, dessen Zylinder- und Kurbelgehäuse auf die selbe Art und Weise hergestellt wurde, um ein Jahr später der Renault 16 war, dessen Premiere sich beim Genfer Automobilsalon im März 1965 abspielte.



    In der Automobilindustrie gilt heute, dass die Karosserie mit dem Automobil eine Generation lang lebt, die Plattform oder das Fahrgestell zwei Generationen, der Motor soll nach verschiedenen Modernisierungen drei Fahrzeuggenerationen genügen. Hält er das länger aus, dass ist es für seine Schöpfer ein wirklich gutes Zeugnis. Zählen Sie mit uns: am Anfang stand der Škoda 1000 MB und bald auch der Škoda 1100 MB mit der auf Ø 72 mm vergrößerten Bohrung, danach folgte der Š 100/110, der wurde vom Š 105/120 abgelöst, ein Automobil nach einem völlig neuen Konzept war der Favorit/Forman, aber nach wie vor mit dem Motor, der vom MB abstammte. Richtig, nach der Versteifung des Gehäuses wurde der Hubraum auf 1289 cm³ (Ø 75,5 x 72 mm) vergrößert, die Leistung ist auf 50 kW gestiegen, gegenüber den 30,9 kW, die der ursprüngliche Einlitermotor leistete. Dann kam der Felicia und zum Schluss der Fabia. Unter den Hauben von allen sechs Škoda-Generationen schlug ein Vierzylinder – Herz mit einem Zylinder- und Kurbelgehäuse, das in der Aluminium – Druckgusstechnologie hergestellt wurde. Schon seit dem Felicia stand den Kunden zwar auch der Größere Ottomotor 1,6 und der Diesel 1,9 zur Verfügung, aber es gab immer noch genug jene, denen der jetzt bereits veredelte Dreizehnhunderter genügte, dessen Herkunft bis in den Anfang der 60-er Jahre zurück geht. Als am 26. März dieses Jahres der letzte Fabia mit diesem Motor (der hatte schon einen Hubraum von 1,4 l) vom Band lief, bedeutete das nach 39 Jahren das Ende einer Epoche. Während dieser Ära wurden im Automobilwerk 6,4 Millionen dieser Vierzylinder hergestellt. Zusammen mit diesem Motor ging in Strakonice auch die Produktion der Getriebe 14H zu Ende. Der neue Nachfolger wurde der Škoda –Dreizylinder mit dem Getriebe MQ 200, das schon seit 2001 hergestellt wird.



    Als würde sich die Geschichte wiederholen. Schon einmal hatte das Automobilwerk einen Motor, der sich sogar 61 (in Worten einundsechzig) Jahre lang im Programm halten konnte. Damit meinen wir den OHV – Vierzylinder mit dem Hubraum von 1189 cm³ (Ø 68 x 75 mm), der zum ersten Mal im Škoda Popular im Jahre 1938 erschien und der noch das Jahr 1999 erlebte. Damals wurde er zum letzten Mal in das Nutzfahrzeug vom Typ 1203 in TAZ Trnava montiert, wohlbemerkt, nach vielen Modernisierungen und mit einem auf 1440 cm³ vergrößertem Hubraum, aber immerhin mit der Herkunft aus der Vorkriegszeit.



    Sollten wir die imaginären Legenden von Škoda auf ein Podest stellen, würde seit März auch jener Vierzylinder ihre Aufzählung erweitern, dessen ursprünglichen Charakter die heutige Überschrift zu Ausdruck bringt: 68 x 68.

    bilder dazu:
    http://partner.skoda-auto.com/app/m...p?group=history-memory&subgroup=history-68x68

    quelle media.skoda-auto.com
     
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