Sicher fahren mit Airbags

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    Airbag, Gurt und Gurtstraffer mit Kraftbegrenzer bilden zusammen den derzeit wirkungsvollsten Insassenschutz in Kraftfahrzeugen. Nur durch das optimale Zusammenspiel dieser drei Schutzsysteme läßt sich die Schwere der Verletzungsfolgen bei Autounfällen auch künftig weiter reduzieren. Allerdings sind die meisten Systeme derzeit noch nicht ausreichend "intelligent", um die Unfallschwere oder die Sitzposition der Insassen zu erkennen. Um die volle Wirkung des Airbags auszuschöpfen, müssen laut ADAC deshalb einige Verhaltensregeln beachtet werden. Sonst kann es passieren, dass das System, das Leben retten soll, plötzlich selbst zur Verletzungsursache wird.

    - Auch in Verbindung mit dem Airbag niemals auf den Sicherheitsgurt verzichten. Der Gurt schützt immer, der Airbag nur bei schweren Kollisionen. Nach dem Anschnallen den Gurt straff ziehen, damit er fest am Körper anliegt.

    - Sitzlehne möglichst senkrecht stellen und aufrecht sitzen. Das Lenkrad mit leicht angewinkelten Armen halten. Keinesfalls beim Fahren die Hände auf die Airbag-Abdeckung legen. Der Abstand des Fahrers zur Lenkradnabe sollte mindestens 25 cm betragen.

    - Auf der Beifahrerseite niemals den Kopf oder die Beine auf das Armaturenbrett legen. Keine Gegenstände oder Kinder auf dem Schoß transportieren. Den Kopf nicht in den Wirkungsbereich des Airbags bringen, zum Beispiel beim Schlafen in Fahrzeugen mit
    Seitenairbag.

    - Keine Halterungen z.B. für das Handy im Airbagbereich anbringen.

    - Falls Kinder auf dem Beifahrersitz gesichert werden sollen, unbedingt die Herstellerangaben im Fahrzeughandbuch beachten. Bei Kindersitzsystemen in denen das Kind gegen die Fahrtrichtung Platz nimmt, muss unbedingt der Beifahrer-Airbag deaktiviert sein.

    - Keine Do-it-Yourself-Arbeiten am Armaturenbrett durchführen.

    Durch den Airbag in Verbindung mit Gurt und Gurtstraffer wird bei Frontalunfällen die Zahl der schweren bis tödlichen Verletzungen um rund ein Viertel reduziert. Kopfverletzungen gehen selbst bei schweren Kollisionen auf nahezu null zurück. Auch bei seitlichen Unfällen weist die Tendenz in die gleiche Richtung. Dies sind die erfreulichen Ergebnisse einer groß angelegten Airbag-Untersuchung, die der ADAC zusammen mit dem Institut für Fahrzeugsicherheit (GDV) und der Bast (Bundesanstalt für das Straßenwesen) durchgeführt hat.
    Dabei wurden fast 700 aktuelle Unfälle mit Airbag-Fahrzeugen in Europa untersucht. Aber nicht nur die hervorragende Schutzwirkung der verschiedenen Airbag-Systeme wurde durch die Studie belegt. Sie hat auch gezeigt, dass die Technologie durchaus noch verbesserungswürdig ist.So gab es bei einigen der untersuchten Unfällen Probleme mit der Airbagauslösung, wobei diese "Probleme" teilweise nur darin bestanden, dass die Betroffenen erwartet hatten, dass ihr Airbag auslöst, wofür es keine unfallbedingte Notwendigkeit gab. Besonders schwerwiegend sind aber solche Fälle, in denen der Airbag trotz hoher Unfallschwere nicht aktiv wurde. Dies kann vor allem dann passieren, wenn die Fahrzeuglängsträger nicht voll getroffen werden, wie dies beispielsweise beim Unterfahren von Lkw der Fall ist.
    Eine verbesserte Unfallerkennung zum Beispiel durch Mehrsensortechnik könnte hier Abhilfe schaffen. Dass der Airbag kein sanftes Schmusekissen ist, sondern ein Sicherheitssystem, das das Schlimmste verhindern soll, hat die Studie ebenfalls deutlich gezeigt. Es wurden sogar Verletzungen durch den Airbag selbst festgestellt. Bei schweren Unfällen sind diese jedoch fast immer der gleichzeitigen Schutzwirkung unterzuordnen. Bei Fehlauslösungen sind sie jedoch nicht akzeptabel. Am häufigsten handelt es sich bei den vom Airbag verursachten Verletzungen um vorübergehende, aber auch länger anhaltende Hörschäden und um Verbrennungen.
    Hier fordert der ADAC Verbesserungen auch im Bereich der sogenannten Airbagintelligenz. So gibt es derzeit nur ein einziges Fahrzeug (Jaguar XK), das eine gefährlich nahe Position des Beifahrers zur Armaturentafel erkennen kann. Ob der Airbag unter Umständen gar nicht auszulösen braucht, weil der Beifahrerplatz nicht belegt ist, erkennen derzeit noch nicht alle Fahrzeuge.Entwicklungsbedarf gibt es auch bei der Deaktivierung des Beifahrer-Airbags im Zusammenhang mit dem Transport von Kleinkindern in Babyschalen.
     
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