Rücktritt bei Lieferverzögerung - Höhere Gewalt

Diskutiere Rücktritt bei Lieferverzögerung - Höhere Gewalt im sonstige Autothemen Forum im Bereich Skoda Forum; Guten Abend zusammen, in anderen Themen kam dieses Thema ja bereits des Öfteren zum Tragen. Meine konkrete Frage an euch: Ist jemand bereits vom...

kronmen

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Guten Abend zusammen,

in anderen Themen kam dieses Thema ja bereits des Öfteren zum Tragen.

Meine konkrete Frage an euch: Ist jemand bereits vom Vertrag zurückgetreten aufgrund von "normaler" Lieferverzögerung (ggf. gerichtlich)? Davon abgesehen gibt es in der Regel ja noch die "Höhere Gewalt" Klausel, die mir auch bekannt ist. Habt ihr damit Erfahrung, ob die Händler damit durchkommen?

Meine Situation ist folgende: Bestellt 03/21 mit 3 monatiger Lieferzeit, AB kam ein paar Tage später. (Nebenbei: Meine persönliche Situation hat sich dann aber geändert, sodass ich den Wagen eigentlich nicht mehr bräuchte...) Wie auch immer, in der AB stand einer Lieferdauer von ~22(!) Wochen, was fast doppelt so lang ist wie angegeben. Ok, musste erst mal schlucken... Und naja, Anfang Sept wären die 22 Wochen auch vorbei und ich würde gerne vom Vertrag zurücktreten. Auf meine anfängliche Anfrage an das Autohaus wurde bereits auf die "Höhere Gewalt" mit Chip-Mangel etc. verwiesen. Jetzt wollte ich nochmal die 6 Wochen abwarten, um den Händler unter Verzug zu bringen. Dann müsste ich wohl einen Anwalt konsultieren. Der Ausgang ist aber ja sehr ungewiss...

Disclaimer: Ich weiß natürlich, dass das hier keine Rechtsberatung ist, wollte aber vorab schon mal ein paar Meinungen einholen.

Danke euch.
 

noodyn

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Zur Lieferung auffordern, nach Überschreitung von 6 Wochen Frist setzen, nach weiteren zwei Wochen Rücktritt erklären. Im Endeffekt 8 Wochen nach voraussichtlichem Liefertermin. Wäre dann ja bei dir November.
Der Händler kann aber um vier Monate wegen höherer Gewalt verlängern. Willst du dich also wegen zwei Monaten aus dem Vertrag rausklagen, dürfte das Nerven kosten und deutlich länger dauern, da dann ja erstmal ein Gericht feststellen muss, ob der Chipmangel der tatsächliche Grund UND höhere Gewalt ist.
 
jens.f

jens.f

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Welchen Status hat das Auto denn? Wenn die Produktion noch nicht begonnen wurde, ist eine Stornierung natürlich deutlich einfacher, als wenn bereits mit der Produktion begonnen wurde.

Ich würde hier nochmal mit den Händler des Gespräch suchen und ihm deutlich klarmachen, dass Du das Auto jetzt nicht mehr willst - hier sollte sich eigentlich immer eine Lösung finden, solange die Produktion noch nicht gestartet wurde. Wenn das Auto schon in Produktion ist, wirds natürlich schwierig..
Wenns ein größerer Händler ist: Lass Dir einen Termin beim Geschäftsführer geben, dass kann manchmal Wunder wirken.
Und immer, auch wenns schwer fällt: Höflich aber bestimmt auftreten und nach gemeinsamen Lösungen suchen - auch ein Händler ist in der Regel nicht an einem ungewissen Rechtsstreit und einem unzufriedenen Kunden interessiert.
Vielleicht kannst Du dem Händler ja in irgendeiner Form auch für den Verlust der Provision einen Ausgleich bieten? Z.B.,, falls Du noch kein Kunde bei ihm bist, Durchführung des Inspektion Deines altem Wagens bei ihm,

Wenn das nicht fruchtet, musst Du halt den Weg mit Verzug und Rücktritt gehen - einen Anwalt brauchst Du dafür nicht, der Händler muss sich rühren, wenn er den Rücktritt nicht akzeptiert - dann kannst Du immer noch entscheiden, ob Du das Auto abnimmst oder doch den Rechtsweg beschreitest. Du verlierst also erstmal nichts (außer natürlich Nerven..)

Siehe hierzu auch:
 

kronmen

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[Link entfernt]
[...]
Der Händler kann aber um vier Monate wegen höherer Gewalt verlängern. Willst du dich also wegen zwei Monaten aus dem Vertrag rausklagen, dürfte das Nerven kosten und deutlich länger dauern, da dann ja erstmal ein Gericht feststellen muss, ob der Chipmangel der tatsächliche Grund UND höhere Gewalt ist.

Naja, von den in der Brochüre angegeben 12 Wochen wurden erstmal 22 Wochen. Das habe ich ja erst mal hinnehmen müssen. Jetzt dann bereits die vierte Woche nach dem (verlängerten) Lieferdatum.

Welchen Status hat das Auto denn? Wenn die Produktion noch nicht begonnen wurde, ist eine Stornierung natürlich deutlich einfacher, als wenn bereits mit der Produktion begonnen wurde.
[...]
Wenn das nicht fruchtet, musst Du halt den Weg mit Verzug und Rücktritt gehen - einen Anwalt brauchst Du dafür nicht, der Händler muss sich rühren, wenn er den Rücktritt nicht akzeptiert - dann kannst Du immer noch entscheiden, ob Du das Auto abnimmst oder doch den Rechtsweg beschreitest. Du verlierst also erstmal nichts (außer natürlich Nerven..)

Siehe hierzu auch:
[Link entfernt]
Auto geplant in den nächsten zwei Wochen, allerdings "unter Vorbehalt" und "nicht fix bestätigt". Als kleines Entgegenkommen wurde eine Tankfüllung angeboten, ist ja sehr großzügig bei Kosten von 350-500 € / Monat für Mietwagen >.< Ich setze erst einmal unter Verzug, und dann sehen wir weiter. Den Rechtsweg werde ich aber in Erwägung ziehen. Ich würde eigtl. schon aus Trotz allein wegen der mangelden Kommunikation das Auto stornieren und ggf. wo anders bestellen...

Hätte gehofft jemand hat schon Erfahrung damit gemacht, aus dem Vertrag nach 6+2 Wochen Verzug rauszukommen, obwohl der Händler/Verkäufer die Corona-Klausel angewandt hat (d. h. damit nicht durchgekommen ist). Nach unverbindliches Lieferdatum + 4 Monaten kommt man ja trotzdem raus, das gab es bereits hier im Forum.

Danke für die Rückmeldungen und Links. Da ist wohl auch von gerichtlicher Auseinandersetzung die Rede, da es sich wohl um ein Präzedenzfall handelt.
 
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