Risiko Reimport?

Dieses Thema im Forum "sonstige Autothemen" wurde erstellt von Reiner, 27.04.2003.

  1. Reiner

    Reiner

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    Seit dem 1.1.2002 gilt ja in Deutschland das erweiterte Gewährleistungsrecht, bei dem die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleitung von 6 Monaten auf zwei Jahre verlängert wurde.

    Zunächst kann man sich über diese Verlängerung freuen. Das gilt auch für Fahrer eines Skoda, VW,....., also für alle Hersteller, die bisher nur eine einjährige (Hersteller-) Garantie gegeben haben.

    Das erste Problem ergibt sich nun daraus, daß nach 6 Monaten eine Beweislastumkehr gilt, d.h. der Käufer muß nach diesem Zeitraum nachweisen, daß der Fahler schon beim Kauf bestanden hat. Und dieser Nachweis ist oft schwer zu führen. (Immerhin haben einige Hersteller angegeben, auf diese Beweislastumkehr verzichten zu wollen; dazu gesetzlich verpflichtet sind sie nicht)

    Das zweite Problem ist, daß der Partner bei der Gewährleistung der verkaufende Händler ist, während für die Garantie der Hersteller zuständig ist.
    Wenn also bei einem importieren Fahrzeug ohne Garantie ein Defekt innerhalb der Gewährleistungszeit auftritt, muß ich zwecks Schadensregulierung zum ausländischen Händler, der möglicherweise nicht oder schlecht erreichbar ist.
    Zu den Herstellern, die keine Garantie mehr geben, gehören übrigens alle "deutschen" Hersteller, wie Porsche, Mercedes, BMW, Opel,Ford, und nicht zuletzt der VW-Konzern.
    Prost Mahlzeit :teufelchen:

    Gruß Reiner
     
  2. AdMan

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  3. #2 Torfnase, 28.04.2003
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    Hi Reiner!

    Ich sehe da kein Problem. Solange Du den Wagen bei einem deutschen Reimporteur kaufst und nicht selbst importierst, hast Du auch gegenüber diesem Reimporteur Gewährleistungsansprüche.

    Noch einfacher ist es bezüglich der Herstellergarantie: Wenn der Wagen bei einem EU-Vertragshändler der entsprechenden Automarke gekauft wurde (Nachweis: Serviceheft des verkaufenden Vertragshändlers) kannst Du Ansprüche aus der Herstellergarantie auch bei Deinem Vertragshändler um die Ecke geltend machen.
    Woher hast Du die Info, dass importierte Fahrzeuge keine (Hersteller-) Garantie haben? Wäre mir neu und würde IMHO EU-Recht widersprechen.

    Etwas anders sieht es natürlich aus, wenn der Import aus einem Nicht-EU-Land erfolgt...
     
  4. Reiner

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    @Torfnase

    Die Information über die (nicht mehr vorhandene) Garantie habe ich aus AutoBild (vorletztes Heft). Es gab dazu auch eine Telefonaktion mit einem Mitglied des BfI.

    Das mit dem Reimporteur ist schon klar, es sei denn, dieser tritt nur als Vermittler auf, und nicht als Verkäufer.
    Ich dachte aber eher an den Fall des Eigenimports, den ich ja vor zwei Jahren mit unserem Fabia gemacht habe.

    Es ist nicht so, daß importierte Fahrzeuge kene Garantie mehr haben (das hast Du wohl falsch verstanden). So geben zum Beispiel alle Japaner und die Franzosen weiterhin Garantie, die natürlich auch weiterhin EU-weit bei jedem Vertragshändler eingelöst werden kann.

    Aber wie gesagt, bei den deutschen Herstellern (inkl Skoda als VW-Anhängsel) gilt keine Garantie, sondern nur Gewährleistung (gesetzl vorgeschrieben). Daß es für Teilbereiche, wie teilweise Lack oder Durchrostung noch eine Garantie gibt, ist nur ein schwacher Trost.

    Garantie ist immer eine freiwillige Leistung und widerspricht somit nicht irgendeiner EU-Vorschrift.

    Gruß Reiner
     
  5. #4 Xelasim, 28.04.2003
    Xelasim

    Xelasim Guest

    Hab mir jetzt schon einige Threads zu den Thema durchgelesen, hab jedoch noch nicht so ganz verstanden, was der Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung ist!
    Mag mir das mal einer kurz und prägnant erklären??

    DAnkeschön, Simon
     
  6. Reiner

    Reiner

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    Der Unterschied ist den Meisten nicht bewußt:

    Gewährleistung:
    Jeder Verkäufer muß dafür haften, daß das verkaufte Produkt mängelfrei ist. Gesetzlich sind dafür zwei Jahre vorgeschrieben. In den ersten sechs Monaten nach dem Kauf muß der Verkäufer dem Käufer nachweisen, daß der Mangel beim Verkauf noch nicht bestand, danach gilt die Beweislastumkehr, d.h. der Käufer muß dies dem Verkäufer nachweisen. (zumindest, daß der Mangel auf einen Produktfehler zurückzuführen ist)
    die Bedingungen für die Gewährleistung sind gesetzlich geregelt und können auch nicht durch irgendwelche Vertragsbedingungen ausgehebelt werden.

    Garantie:
    Meist als Herstellergarantie. Die Garantie ist eine freiwillige Leistung des Hersteller. Die Bedingungen kann jeder Hersteller selbst festlegen. Garantiepartner ist dabei der Hersteller.

    Ich habe versucht, es zu vereinfachen, und hoffe, es ist klar geworden.

    Die Gewährleistung gilt übrigens auch bei gebrauchten Fahrzeugen, kann dort allerdings durch entsprechenden Zusatz im Vertrag auf ein Jahr gekürzt werden.
    Bei Privatverkäufen kann man die Gewährleistung auch ausschließen (muß im Vertrag vermerkt sein!)

    Gruß Reiner
     
  7. #6 Torfnase, 29.04.2003
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    @Rainer

    so, habe den Artikel aus der Autobild auf den Du Dich glaube ich beziehst mal gelesen. Dort wird gesagt, dass die von Dir genannten Hersteller (u.a. VW und Skoda) nur noch eine (gesetzlich vorgeschriebene) 2-jährige Gewährleistung auf Neufahrzeuge geben. Eine Herstellergarantie gäbe es nicht mehr. Dies würde aber bedeuten, dass ich Ansprüche nur gegen genau den Händler habe, bei dem ich das Auto gekauft habe. Beispiel: Ich habe mein Auto in Hamburg gekauft, ziehe nach München um und muss, um einen Mangel an meinem Auto beheben zu lassen, nach Hamburg fahren...

    Dass sich das am Markt nicht durchsetzen lässt, ist selbst VW klar. In dem Artikel wird dann auch VW mit den Worten zitiert "Die Gewährleistung des Volkswagen-Partners gestattet dem Kunden, für eine Reparatur im Rahmen der Gewährleistung zu jedem autorisierten VW-Betrieb zu gehen." Das bedeutet für mich ganz klar: Ich kann mit meiner belgischen Gewährleistung zu einem (autorisierten) deutschen Händler gehen und bekomme mein Fahrzeug repariert.

    Sollte dies VW oder ein anderer deutscher Hersteller anders handhaben, stünde die EU-Wettbewerbskommission bei diesem Hersteller ziemlich schnell auf der Matte und würden ein Bußgeld wegen Behinderung von Verbrauchern beim Auslandskauf zuerst androhen und dann auch verhängen (wie schon in der Vergangenheit geschehen).

    Ich bleibe also bei meiner Meinung, dass der Wegfall der Herstellergarantie für den Reimport nicht relevant ist/werden wird, da der Kunde, der im Ausland kauft zumindest nicht schlechter gestellt wird (und nach EU-Recht auch nicht schlechter gestellt werden darf), als der Kunde der in Deutschland kauft.

    Dass sich mit dem Wegfall der Herstellergarantie wahrscheinlich alle Kunden (egal, ob sie ihren PKW in Deutschland oder im EU-Ausland kaufen) schlechter stehen werden, steht auf einem anderen Blatt.

    Stimmt, war blöd formuliert...
     
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