Motorsport-Geschichte: Fahrer von Ruf bei Skoda

Dieses Thema im Forum "Skoda Motorsport Forum" wurde erstellt von M.Herrmann, 19.12.2002.

  1. #1 M.Herrmann, 19.12.2002
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    Fahrer von Ruf

    Ans Steuer des Škoda Octavia WRC wird sich im Jahre 2003 Didier Auriol setzen. Der Franzose wurde im Jahre 1958 in Montpellier geboren und er hat bis zu seinem 44.Lebensjahr eine ganze Reihe von Erfolgen errungen, einschließlich des Rallye-Weltmeistertitels (1994). Der Mann, der zur Rallye-Weltspitze zählt, soll der Firma zu besseren WM - Platzierungen mit dem Octavia verhelfen. Wir sollten kurz erwähnen, dass er bisher 136 WM-Rennen absolviert und davon zwanzig gewonnen hat, zum letzten mal war es die Rallye Katalonien im Jahre 2001 mit Peugeot. In seiner Rallyefahrerkarriere startete er bereits für neun Automobilwerke, einschließlich Ford, Lancia, Toyota, Seat und Peugeot. Ab 2003 wird er in den Farben des Teams Škoda Motorsport starten. Dem Piloten, der ursprünglich ein Ambulanzfahrer war, stehen schwierige Aufgaben bevor.

    Für das Automobilwerk in Mladá Boleslav sind die großen Namen Europas an den Steuern ihrer Renn- und Rallyefahrzeuge keine Neuheit. Schon seit Anfang der Produktion engagierte das Werk die besten Fahrer, unabhängig davon, woher sie stammten. Die einzige erforderliche Qualifizierung waren deren Fähigkeiten. Zu den Bedeutendsten in der ganzen mehr als einhundertjährigen Geschichte des Automobilwerkes zählte Ing. Otto Hieronimus, der von der Marke Laurin & Klement engagiert wurde. Er tritt vor genau 95 Jahren, genau am 15. Dezember 1907, seine Arbeit als Chefkonstrukteur und auch als bester Rennfahrer an. Zu der Zeit ging ihn bereits der Ruf eines führenden Automobilexperten voraus. Er wurde in Köln am Rhein als Sohn eines späteren Handelsvertreters von Benz geboren. Er fuhr seit seinem vierzehnten Lebensjahr Auto, mit Sechzehn trat er eine Stelle bei Benz an und nach vier Jahren dann bei Spitz. Da war er als Konstrukteur tätig, der auch Rennen fuhr. Er siegte in vielen europäischen Rennen, er startete auch beim tragischen Rennen Paris - Madrid im Jahre 1903, bei dem unter anderen auch Marcel Renault ums Leben kam. Als er nach Mladá Boleslav kam, wurde er nach Klement zum zweitbestbezahlten Mann. Unter seiner Führung wurde eine ganze Reihe von Sportfahrzeugen gebaut, auf den meisten davon tobte Hiero, wie man ihn nannte, persönlich. Er machte die Marke bei den russischen Fahrten St. Petersburg – Moskau und St. Petersburg – Sewastopol berühmt, im Jahre 1908 belegten die L&K-Wagen unter seiner Führung beim Rennen Zbraslav – Jílovišt sechsmal den ersten und fünfmal den zweiten Platz. Sein Meisterwerk war der Rennwagen FCS mit der Seriennummer 5684. In England sollte er am Ende des Jahres 1908 den Geschwindigkeitsrekord in der Kategorie der Vierzylinderfahrzeuge mit der Bohrung Ø 86 mm stellen. Zur Rennstrecke in Brooklands begab sich sogar Václav Klement persönlich, den der Fahrer Graf Alexander Kolowrat begleitete. Aber Kolowrat hatte keinen Erfolg, und so holte man Hieronimus. Er kam, er sah, er siegte – die gemessene Zeit entsprach einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 118,720 km/h, das war in dieser Klasse ein Weltrekord. Hieronimus konnte beweisen, dass er etwas von Motoren versteht und dass er ein außerordentlich begabter Fahrer war. Im Automobilwerk L&K bewies er dies bis Januar 1912 vielmals. Die technische Entwicklung und die sportlichen Erfolge der Marke in diesem Zeitraum waren vor allem sein Verdienst. Nachdem er das Werk im Januar 1912 verlassen hatte, blieb er auch weiterhin im freundlichen Kontakt mit der Fabrik. Er kam beim Training für die Bergfahrt in Ries am 22. Mai 1922 ums Leben. Das Werk bestellte zu seinem Begräbnis einen Kranz, auf dessen Schleife die Aufschrift „Aus Dankbarkeit... L&K“ stand.

    Ein weiterer Fahrer von Ruf, der vom Automobilwerk in Mladá Boleslav engagiert wurde, war John Haugland. Der sympathische Norweger stellte sich im August 1968 zum ersten Mal hier vor. Er war noch nicht ganz 22 Jahre alt, aber er hatte bereits eine ganze Reihe guter Ergebnisse in den norwegischen Rennen hinter sich. Kein Wunder, wenn er sich mit zehn Jahren zuerst ans Steuer eines Škodas setzte. In Skandinavien wachsen seit eh und je tolle Rallyefahrer auf, die wertvolle Erfahrungen auf den verschneiten Wegen und zugefrorenen Seen sammeln. Haugland zählte in dieser Zeit zu den Begabtesten. Damals wurden Škoda-Fahrzeuge mit Heckmotor gebaut, deren Fahrverhalten auf schlechten und rutschigen Straßen unübertrefflich war. John Haugland konnte es ausgezeichnet nutzen. Er wurde zum Škoda – Werksfahrer und es war vor allem sein Verdienst, dass die Fahrzeuge mit dem beflügelten Pfeil die Klasse bis 1300 cm³ auf den schwierigsten europäischen Rennen fast zwanzig Jahre lang beherrschten. Mit welchem Škoda - Wagen auch immer Haugland fuhr, mit welchem Beifahrer auch immer, er erbrachte immer eine tolle Leistung. Er fuhr sparsam, ohne Effekte und schonend. Er schaltete früher als die Anderen, er quälte den Motor nicht, nur selten geriet sein Wagen ins Schleudern, aber er war immer schneller als seine Konkurrenten im Ziel. In der Mitte der 70. Jahre versuchte er woanders sein Glück. Bei der RAC 1975 startete er mit einem Dreiliter - Leyland und er landete am 12. Platz, wie man es ihm im Team vorschrieb. Weder der Frontmotor, noch die dreimal so hohe Leistung oder das Lenkrad auf der rechten Seite und das Schalten mit der linken Hand störte ihn. Bei der Schwedischen Rallye startete er erfolgreich mit dem Datsun 160. Es ging ihm gut, aber trotzdem kam er wieder zu den Škoda-Leuten und setzte sich in den damals nagelneuen Škoda 130 RS. Er war ganz begeistert davon. Es war angeblich als würde man sich aus einen neuen engen Anzug in bequeme Cordhosen und in ein Flanellhemd umziehen. Er kam zu Škoda zurück und erlebte seine besten Jahre hier. Die Ergebnisse sprechen eine bessere Sprache als alle Charakteristiken. Er startete bei mehr als 200 internationalen Rennen der Weltmeisterschaft und bei der Europameisterschaft der Fahrer, wo er zum König der niedrigsten Klasse wurde. Wo er startete, war sein Sieg selbstverständlich. Bemerkenswert waren daher auch seine Platzierungen in der Gesamtwertung. Wenigstens zwei Ergebnisse für viele andere: Im Jahre 1978 landete er bei der RAC Rallye auf dem 16. Platz der Gesamtwertung, nachdem er unter anderen auch das ganze Team von Ford Sierra Cosworth schlug. Und bei der Jänner Rallye 1981 landete er auf dem 2. Platz der Gesamtwertung, wobei der einzige Wagen, der vor Haugland´s Dreizehnhunderter kam, der Werkswagen Audi Quattro war. Es ist eine Bemerkung wert, dass Škoda damals das einzige Automobilwerk aus dem sogenannten Osten war, das nie einen Lizenzwagen baute und das regelmäßig an den größten europäischen Automobilrennen teilnahm und das als einziges Werk neben den heimischen auch ausländische Fahrer engagierte. Namen von Ruf gehören einfach zu Škoda.

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