Kettenspannung mittels Öldruck =>Motorschaden

Dieses Thema im Forum "Skoda allgemein" wurde erstellt von kette, 10.11.2010.

  1. kette

    kette

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    Skoda Oktavia, Erstzul.: 09.08.2005, Km-Stand: 89.073
    Am 11.02.2010 bemerkte ich nach einem Kaltstart meines oben bezeichneten Pkws ein verändertes Motorgeräusch im Standgas (zyklisch, jedoch ungleichmäßig), was ich zunächst den kalten Temperaturen zuschrieb und da keine Störung angezeigt wurde, vermutete und hoffte, dass sich dieses bei höheren Motortemperaturen gibt. Das war leider nicht der Fall, die Symptome deuteten darauf, dass mindestens ein Zylinder nicht volle Leistung erbrachte (Vermutung: Störung in der Zündanlage). In meiner Škoda-Vertragswerkstatt wurde der Schadensfall angemeldet und am nächsten Tag (12.02.2010) wurde der Pkw dort hin gebracht (unveränderte Symptome). Der Pkw wurde von der Werkstatt aufgenommen und nach erster Einschätzung ging man auch erst von einem geringfügigen Defekt in der Größenordnung 500€ aus (unter Vorbehalt, da für einen Kostenvoranschlag das tatsächliche Schadensausmaß erst festgestellt werden musste). Telefonisch wurde nach einigen Stunden von der Werkstatt mitgeteilt, dass Kurbelwelle und Nockenwelle nicht mehr im Synchronlauf, wie funktionell erforderlich, sondern mit Versatz drehten. Damit wäre ein Aufsetzen der Ventile auf die Kolben im Zylinderkopf sehr wahrscheinlich. Wenn dies der Fall wäre, gäbe es nur zwei Möglichkeiten der Reparatur:
    1. Zylinderkopf komplett wechseln (Kosten > 3.000€)
    oder
    2. Austauschmotor (Kosten > 4.000€)
    Die Anfrage nach einer Kulanzlösung wurde mit dem Verweis auf die Überschreitung der Kulanzfrist von vier Jahren (um ½ Jahr!) abschlägig beantwortet. Nachdem die Kostenvoranschläge vorlagen entschied ich mich am 16.02.2010 zunächst für das geringere Übel – Zylinderkopfwechsel. Die Reparatur wurde ausgeführt und wir übernahmen den Pkw am 20.02.2010 wieder gegen Zahlung eines Bruttobetrags von 3.100,85€. Ich bringe hiermit meine tiefe Enttäuschung und Verärgerung zum Ausdruck, da von mir als Kunde und Nutzer keine Fehlbedienung und kein Fehlverhalten aus ging. Die Durchsichten wurden innerhalb der Wartungsintervalle durchgeführt. Die zum Schaden führende Störung wurde nicht signalisiert und baute sich auch nicht nach und nach auf, denn an den Vortagen war anhand der Momentanverbrauchsanzeige (mit warmgelaufenem Motor um 6L//100km) keine Abnormalität zu erkennen. Einen derartigen Defekt nach 4½ Jahren und knapp 90.000 km Laufleistung hätte ich von diesem Fabrikat nicht erwartet. Ich hatte mich nach über 30 Jahren Fahrpraxis mit Gebrauchtfahrzeugen (VW Käfer, VW Golf, VW Passat-Variant) für den Kauf eben dieses genannten qualitativ hochwertigen Neuwagens entschieden. Das war wohl eine Fehlentscheidung. Ich wandte mich einer ähnlichen Beschreibung des Sachstandes an Škoda Deutschland und brachte meine Auffassung zum Ausdruck, dass unter den genannten Bedingungen nach so kurzer Nutzung des Fahrzeuges das Auftreten eines so schwerwiegenden Motorschadens sehr, sehr ungewöhnlich ist und die Reparaturkosten nicht voll und ganz von mir als Kunden getragen werden können und äußerte deshalb meine Erwartung von Škoda kulanterweise eine Rückerstattung von 2/3 der Kosten (2.000,00€). Škoda Deutschland lehnte ab – die Vertragswerkstatt reservierte einen einmaligen Gutschein für Inspektion, Ölservice oder den Kauf von Škoda-Zubehör. Durch Internet-Recherchen weiß ich nun, dass Steuerkettenprobleme, verursacht durch den Öldruck, durchaus in „VW/Škoda/Seat/Audi-Kreisen“ bekannt sind und keine Ausnahme-erscheinung darstellen. Um so verwerflicher finde ich es, einen Serien-Konstruktionsfehler (Kettenspannung vom Öldruck abhängig zu steuern, obwohl der Öldruck offensichtlich kein zuverlässiges Kriterium ist) und damit absehbare Schäden, die durch die überspringende Kette unvermeidbar auftreten müssen, in Kauf zu nehmen und auf den Kunden abzuwälzen. M. J.
     
  2. AdMan

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  3. #2 Superb*Pilot, 11.11.2010
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    Wurde der Wagen im Longlife-Service gewartet? (Ölwechsel max. alle 30.000 km)
     
  4. #3 dünnbrettbohrer, 11.11.2010
    dünnbrettbohrer

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    Hallo,

    Tut mir leid mit Deinem kapitalen Motorschaden. Ich denke auch, dass ein solcher Schaden bei korrekter Wartung mit dieser Km-Leistung nicht auftreten darf.

    Grundsätzich ist die hydraulische Nachstellung der Steuerkettenspannschienen Stand der Technik und funktioniert hervorragend. Wenn das, wie Du recherchiert hast bei Skoda nicht der Fall sein sollte, wird es auf den Beweis dieses Kontruktionsmangels hinauslaufen. Ich galuube allerdings nicht, dass man von einigen negativen threads zu dieser Angelegenheit einen grundsätzlichen Konstruktionsmangel ableiten kann. Hilfreich wäre gewesen den ganzen kaputten Krempel sicherzustellen, dann wäre wenigstens die Möglichkeit eröffnet, das Zeug begutachten zu lassen, abgesehen von der Wahrscheinlichkeit des Nachweises (Kosten/Nutzen). Aber nachher ist man immer gescheiter und als Aussenstenhender schon zweimal.

    Ich kenne die spezielle Problematik, wenn es sie wirklich gibt nicht. Ich kann nur sagen, dass es sich um einen weitverbreiteten Irrtum handelt, wenn behauptet wird, Steuerketten sind im Gegensatz zu Zahnriemen unbegrenz haltbar. Steuerketten längen sich durch Verschleiß, die Spannschienen schleifen einfach auf der Rückseite der Steuerkette und laufen dadurch ein. Dies soll die hydraulische Nachstellung ausgleichen. Das tut sie i.d.R.auch. Nur bei schlechter Wartung und hoher KM-Leistung ist die hydraulische Nachstellung schon ganz ausgefahren und die Kette ist trotzdem locker und spirngt dann (vorwiegend kurz nach dem Starten - Stichwort Öldruckaufbau) über oder reißt durch das Peitschen des zu langen, ablaufenden Kettentrums ab. Aber das sollte bei korrekter Wartung und so niedriger KM-Leistung aber nicht geschehen.

    Nur mal ein Beispiel: Ein Kumpel von mir hat in den letzten 10 Jahren nacheinander zwei 8-Zylinder BMW gefahren. Beide hatte er günstig mit hoher KM-Leistung gekauft. Wartung: 0,00, Ölwechsel: nie, nur nachgefüllt. Bei beiden (730er und 740er) ist bei etwas über 250.000 km die Stuerkette gerissen. Da kann man sich im Gegensatz zu Deinem Fall nicht beschweren, hatte er damals auch nicht.

    Bitte poste doch mal zur allgemeinen Info die Eckdaten der verreckten Maschine und dazu den Motorcode und das Serevicheintervall. Dir wirds jetzt nix mehr helfen, aber zukünftige Interessenten an diesem Tehma können dann daraus ihre Schlüsse ziehen.

    Abschließend möchte ich Dir versichern, dass ich wirklich mit Dir fühle, auch ich hab jetzt rd. 35 Jahre nur Gebrauchtfahrzeuge gefahren und hab mir vor wenigen Tagen einen neuen Skoda gekauft, weil ich die ewigen unkalkulierbaren Reparaturkosten satt habe. Wenn dann bei meinem Fahrzeug, dass ich als Erstbesitzer immer gehegt und gepflegt habe nach einer Km-Leistung, bei der ich früher Fahrzeuge erst gekauft habe ein derart kapitaler Motorschaden auftritt, würde ich auch die Welt nicht mehr verstehen und Skoda wäre für mich gestorben.

    L.G. Günter
     
  5. #4 Bumble Bee, 13.11.2010
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    Hab mich vorige Woche mit nem Technischen Angestellen von einer bekannten Organisation mit 3 Buchstaben unterhalten. Der Begutachtet viele Motoren.
    Er meinte es wär momentan sehr schlimm. Jede Marke wüsste über Ihre Probleme aber keiner gesteht Fehler ein. Ein offenes Geheimnis.
    Opel AGR, Kette, Motorschaden, VW AGR, Kette, Motorschaden, Longlife total schlecht bei allen Marken, Thermische Probleme, Pumpe Düse Motoren Zylinderköpfe gerissen, Turboladerschäden.

    Und bei fast allen Marken.

    Ich finds auch ne Frechheit! Und das schlimme ist man kann es nicht ändern.

    Hab mir erklären lassen wenn mir jetzt so ein Schaden außerhalb der normalen 2 jährigen Gewährleistung passieren würde was dann passiert.

    Bsp. 1.: Man hat ne Anschlussgarantie -> kann passieren dass der Garantieantrag abgelehnt wird (die Hersteller würden sich mit schlau formulierten Verträgen oft rausmogeln)
    Bsp. 2: Kulanz kann man fast vergessen!

    Dann wehrt man sich. Anwalt. Gutachter. Motor zerlegen. Klage. ------ viel Zeit vergeht und Auto steht.
    Gutachten wird nicht anerkannt (Gutachten wurde als parteiisch angesehen). Neues Gutachten wird angewiesen. Gutachter kommt.
    Entweder neues Ergebnis oder nicht eindeutiges Ergebnis oder das erste Gutachten wird bestätigt (was allerdings Glück wäre).
    -> Wenns gut läuft nach langer Zeit, viel Geld, gewonnen und Auto fährt man ist zufrieden.
    -> Wenns so läuft wie immer, viel Geld verloren, kaputtes Auto, viel Geld ausgegeben.

    Sauerei!

    Und sein Tip war an mich: "Verkauf die Karre und hol dir ein altes Auto".
     
  6. AdMan

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