Geisterradler, betrunkene Radler, MPU für Radler, Haftungsfragen

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"Geisterradler" leben gefährlich
Ein Geisterfahrer, das ist ein Autofahrer, der auf der verkehrten Fahrspur unterwegs ist und aus der falschen Richtung dem fließenden Verkehr entgegen kommt. Regelmäßig entstehen so Unfälle, oft mit schweren Folgen. Und was Autofahrer falsch machen können, das passiert leider auch Radfahrern. Denn auch auf Radwegen ist regelmäßig eine Richtung vorgeschrieben: Entsprechend der Fahrtrichtung der Autos auf der Straße muss auch auf dem Radweg neben der Straße auf der rechten Seite gefahren werden. Wer in die andere Richtung will, muss den Radweg auf der anderen Straßenseite benutzen. Etwas anderes gilt nur dann, wenn der Radweg mit einem Verkehrsschild explizit für beide Fahrtrichtungen freigegeben ist. Hält sich ein Radfahrer nun nicht an diese Vorgaben und fährt entgegengesetzt der vorgeschriebenen Richtung, begeht er eine Ordnungswidrigkeit, für die er ein Bußgeld zwischen 15 und 30 Euro bezahlen muss.

Beim Unfall: oft Schuldaufteilung
Ist nun ein solcher "Geisterradler" in einen Unfall verwickelt, muss er aber nicht immer automatisch den gesamten Schaden zahlen. Kommt beispielsweise ein Auto aus einer Einfahrt und will auf die Straße fahren, dann muss es den neben der Straße liegenden Fahrradweg kreuzen. Der Autofahrer wird dabei vor allem nach links schauen, um den fließenden Verkehr und auch Radfahrer auf dem Radweg im Blick zu haben. Der "Geisterradler" aber käme aus der "falschen" Richtung, nämlich (vom Autofahrer aus gesehen) von rechts. Kommt es so zu einem Unfall, wird anhand der konkreten Situation die Schuld (und damit auch der Schaden) aufgeteilt. Die Rechtsprechung gibt insoweit dem Autofahrer auch die Pflicht auf, mit Radfahrern zu rechnen, die ordnungswidrig fahren. Der Kraftfahrer müsse auch getreu der Regel "rechts vor links" auf von rechts kommende Radler achten. Der "Geisterradler" wird jedoch im Regelfall nicht ungeschoren davon kommen und einen Teil der Schuld übernehmen müssen. Kommt es zu einem Zusammenstoß mit einem Radfahrer, der den Radweg in der richtigen Richtung benutzt, hat der Geisterradler eindeutig die schlechteren Karten.

In einem aktuellen Fall fuhr ein Radfahrer, als Geisterfahrer, bei Dunkelheit auf die Autobahn.
Die Folge:
Tötlicher Zusammenstoß mit einem PKW. Gegen den Fahrer des PKW ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung.

Folgen bei Alkoholkonsum
Wer betrunken am Straßenverkehr teilnimmt, gefährdet sich selbst und andere. Das gilt natürlich für Auto- und Motorradfahrer, aber eben auch für Radfahrer. Darum ist auch das betrunkene Radfahren verboten. Zwar gelten wegen des geringeren Gefährdungs-potentials teilweise andere Promillegrenzen für Radfahrer, aber Narrenfreiheit gibt es hier auch nicht: Wer von der Polizei betrunken auf dem Rad erwischt wird, muss oft mehrere hundert Euro Bußgeld zahlen. Im Extremfall kann man sogar den Auto-Führerschein verlieren und zu einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) verpflichtet werden. Ab einem Blutalkohol-Wert von 1,6 Promille droht die MPU auch Radfahrern.

Sogar Radfahr-Verbot ist denkbar
Wird die MPU verweigert, haben die Verkehrsbehörden die Möglichkeit, ein Fahrverbot für Fahrräder zu verhängen. Die Rechtsprechung behandelt solche Verbote allerdings unterschiedlich: So hat das Oberverwaltungsgericht Koblenz entschieden, dass ein solches Verbot nicht ohne weiteres verhängt werden darf, man müsse immer die Verhältnismäßigkeit berücksichtigen (Aktenzeichen OVG Koblenz – 10 B 10930/09). In einem ähnlichen Fall hat der hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel allerdings ein solches Verbot bestätigt und begründet (Aktenzeichen VGH Kassel – 2 B 1076/10). Der Student, dem man das Fahrradfahren untersagt hatte, ging gegen dieses Urteil sogar bis vor das Bundesverfassungsgericht – ohne Erfolg, die Beschwerde wurde nicht zur Entscheidung angenommen.
 
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Superb*Pilot schrieb:
"Geisterradler" leben gefährlich
Ein Geisterfahrer, das ist ein Autofahrer, der auf der verkehrten Fahrspur unterwegs ist und aus der falschen Richtung dem fließenden Verkehr entgegen kommt. Regelmäßig entstehen so Unfälle, oft mit schweren Folgen. Und was Autofahrer falsch machen können, das passiert leider auch Radfahrern. Denn auch auf Radwegen ist regelmäßig eine Richtung vorgeschrieben: Entsprechend der Fahrtrichtung der Autos auf der Straße muss auch auf dem Radweg neben der Straße auf der rechten Seite gefahren werden. Wer in die andere Richtung will, muss den Radweg auf der anderen Straßenseite benutzen. Etwas anderes gilt nur dann, wenn der Radweg mit einem Verkehrsschild explizit für beide Fahrtrichtungen freigegeben ist. Hält sich ein Radfahrer nun nicht an diese Vorgaben und fährt entgegengesetzt der vorgeschriebenen Richtung, begeht er eine Ordnungswidrigkeit, für die er ein Bußgeld zwischen 15 und 30 Euro bezahlen muss.
Diese Radler sind am schlimmsten, die regen sich dan noch auf wenn ein Autofahrer sie versehendlich übersieht, wenn ich aus meiner Straße raus will kommt mir meist immer ein "Geisterradler" in die quere übersehn hab ich gotseidank bis jetzt keinen aber aufregen kann ich mich jedesmal darüber, manchmal sage ich das denen auch.
Die pochen dan noch auf ihr recht :cursing: :cursing: :cursing:
 
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Gerade kürzlich kam mir, selbst als Radfahrer, ein Geisterradler auf dem 1 m breiten Abschnitt entgegen. Anstatt auf den Gehweg auszuweichen hielt er Kollisionskurs.

Unfallfrei kamen wir noch eineinander vorbei. Der Geisterradler meinte allerdings: "bist du blind" ;(
 
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Superb*Pilot schrieb:
Der Geisterradler meinte allerdings: "bist du blind" ;(
Das ist schlimm mit den Idioten, statts die Autofahrer zu kontrollieren solten sich die Blauen auch mal die Radler vor nehmen, die nehmen genauso am Straßenverkehr mit teil!

Wenn ich mit Rad unterwegs bin und will auf die verkehrte seite, schiebe ich mein Rad weil ich in dem Moment als Autofahrer denke ;)
 
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