Führerschein und Behinderung

Dieses Thema im Forum "sonstige Autothemen" wurde erstellt von mc, 26.04.2003.

  1. mc

    mc Guest

    Hallo...

    mal wieder eine Frage die mich einfach interessiert und über die nicht viel zu finden ist, weder im Web allgemein noch hier in den Foren...

    Konkretes Beispiel: Es gibt da einen Mann, ca. 40 Jahre alt, und er ist behindert. Was genau er hat kann ich nicht sagen, aber es äußert sich dadurch, daß er Probleme in der Motorik hat. Er kann nicht gerade laufen, bleibt sowieso oft stehen, spricht nicht sauber, wenn er in der Kantine ißt, bekommt er trotz Selbstbedienung das Essen an den Tisch - wahrscheinlich weil er es sonst entweder runterwerfen oder verschütten würde, und selbst beim Essen ist er nicht wirklich sicher, immer die Kauleiste zu treffen mit dem Löffel.
    Aber: Er fährt Auto. Sein Lupo ist regelmäßig von allen Seiten leicht zerkratzt und verbeult. Seinen Parkplatz in der Tiefgarage findet er, aber das Auto steht oft mit mehr als 20° Abweichung gegen die weißen Striche drin. Die Steinmauer der Einfahrt in die Tiefgarage ist unter anderem auch blau gefärbt... :-) Ich hab ihn noch nie beim Fahren gesehen... das muß ich dazu sagen. Ich seh ihn immer nur grad aussteigen.

    Also - mein Beispiel soll nur objektiv (subjektiv kann ich nichts sagen, ich kenn den Mann nicht weiter) zeigen: Mit der Koordination haperts bei ihm. Ich kann daher nicht ganz glauben daß er wirklich einen Führerschein hat - das Auto hat kein Schild mit ner 25 oder 5 drauf. Weiß jemand wie die Regelungen (und die Praxis) bei solchen Krankheiten/Behinderungen ist, bei denen entweder die Motorik oder vielleicht auch die Psyche eingeschränkt sind? Ich denke mir doch, daß die Versicherungen oder selbst die Polizei bei jemandem mit derartig vielen Unfällen mal schalten müßten?! Und wie bekommt man mit einer solchen Krankheit eigentlich den Führerschein? Gibt es da spezielle Fahrprüfer? Und wie ist es mit Krankheiten, die einen erst nach der Fahrprüfung erwischen, wird da der Führerschein eingezogen oder läuft der ungeprüft weiter?

    Hoffe auf Aufklärung - das Thema interessiert mich wirklich. Und ich möchte hier kein Behindertenflaming starten - ich kenn auch Behinderte die einwandfrei fahren (u.A. nen Rollstuhlfahrer mit 140Tkm Dreijahresleistung - der demnächst vielleicht Oci Kombi fährt :-) )

    Grüße,
    mc

    PS: Ich habe lange überlegt ob ich diesen Thread hier wirklich reinstellen sollte - aber ich vertraue auf eure menschliche Würde und euren Stolz, diesen Thread nicht ausufern zu lassen. Nochmal: es geht hier NICHT um Behindertenbashing!
     
  2. AdMan

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  3. Draco

    Draco

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    nen Freund, der letztes jahr zusammen mit mir abi gemacht hat, ist auch körperlich behindert. Er Kann zwar ohne Hilfe gehen, aber nur langsam und relativ schwer. Oberkörper soweit normal alles.
    Er hat den Fschein in nem normalen Auto gemacht und den Fschein mit Gutachten von nem Doc bekommen, soweit ich weiss.

    Erst wurde wohl gesagt, er dürfe nur Automatik Autos fahren, doch nach der bestandenen Führerscheinprüfung wurde sein Fschein auch auf Schaltwagen erweitert (hat mitm schaltwagen gelernt)

    Genau blick ich auch nicht durch, wollte nur sagen, dass es je nach Behinderung wohl von einem Arzt begutachtet werden muss, dass die jeweilige Person fähig dazu ist.
    Verbessert mich, kann mich auch irren. Kenne mich auch nicht wirklich damit aus
     
  4. ?

    ? Guest

    Ein Bekannter von mir hat das linke Bein fast vollständig amputiert, um den Führerschein erwerben zu dürfen waren eigentlich die üblichen Wege von nöten. Er hat sich eine Fahrschule gesucht, dort den Antrag für die Erlangung des Führerscheins stellen lassen. Die Straßenverkehrsbehörde hat ihn dann zu einem Orthopäden geschickt der ein Gutachten erstellt hat, danach ging alles seinen Weg wie bei jedem Bewerber ohne körperliche Einschränkung. Nach bestandener Prüfung erhielt er seinen Führerschein der halt auf Fahrzeuge mit Automatikgetriebe beschränkt ist.

    Problematischer wird die Sache allerdings dann wenn kein "reguläres" Fahrzeug genutzt werden kann, sondern ein speziell angepasstes Fahrzeug, aber auch da gibt es Fahrschulen die sich spezialisiert haben.

    Ein paar Infos wie schwierig die Erlangung des Führerscheins für Menschen mit Behinderung ist findest du hier:
    http://www.natko.de/magazin/03-03-12-fuehrerschein.php?wert=1
    http://www.tuev-nord.de/7073.asp

    Hier gibt es Infos rund um Führerschein, Fahrschulen, Fahrzeugumbauten, Parken und Tanken, Finanzierung usw. für Menschen mit körperlichen Einschränkungen:
    http://gate.dias.de/Projekte/Autotest/AbisZ

    Gruß
    Mic
     
  5. mc

    mc Guest

    Mickey, danke für die Links... besonders der eine ist sehr informativ.
    Leider fehlt bisher noch eine Information fast völlig... wie ist es mit Leuten die erst den Führerschein haben und danach krank werden? In dem einen Beitrag stand, daß sie vorsätzlich handeln (wie einer der unter Alkohol ins Auto steigt), also muß man wohl davon ausgehen daß sich darum erstmal niemand kümmert?

    Grüße,
    mc
     
  6. ?

    ? Guest

    Auf der Seite des TÜV gibt es dazu eine kleine Info:

     
  7. mc

    mc Guest

    Das habe ich schon gelesen, Mickey. Meine Frage war eher: Wie wird das angestoßen? Meldet der Arzt im KH (beispielsweise) dem TÜV oder einem Amt daß du nicht mehr fahren kannst oder zumindest ein Gutachten brauchst? Oder muß man das selbst tun? Also - wie ist die Kontrolle gegenüber Menschen, die unbedingt weiterfahren wollen?

    Grüße,
    mc
     
  8. ?

    ? Guest

    Das wird man selber melden müssen, was ansonsten passieren kann steht ja im ersten Link und ich denke niemand hat Interesse daran verklagt zu werden bzw. seinen Führerschein zu verlieren, weil etwas nicht gemeldet wurde.

    Neuinhaber bzw. Führerscheininhaber über 50 der Klassen C oder D müssen ja ohnehin alle 5 Jahre zur Untersuchung (Reaktionstest/Sehtest/ärtzliche Untersuchung) und werden ordentlich durchgecheckt, ich vermute mal das in Kürze alle anderen auch nach spätestens 10 Jahren gleichwertige Tests machen müssen. Die Anstrengungen der EU gehen ja in diese Richtung.

    Gruß
    Mic
     
  9. #8 klausi88, 27.04.2003
    klausi88

    klausi88 Guest

    zunächsteinmal ist die fahrerlaubnis unbefristet gültig. da wird also nie wieder nach gefragt.

    und alles weitere hängt davon ab, ob du selber dem straßenverkehrsamt deine behinderungen meldest. sonst wird das nämlich höchst wahrscheinlich niemand machen.

    es kann also gut sein ,dass derjenige aus deiner firma gar nicht mehr in der lage ist, mit den auto zu fahren, es aber trotzdem tut. die verkehrsbehörde überwacht seinen zustand nämlich nicht, und bis er nicht mal irgendwo auffällt, wird sich auch niemand drum kümmern.

    das ist ja nicht nur im falle einer behinderung so, es kommt auch oft genug vor, dass leute jahrzehntelang ohne führerschein rumfahren, und einfach nicht auffallen. oder auch das risiko, betrunken am steuer erwischt zu werden ist verschwindend gering.

    wenn du dir also sorgen machst, dass derjenige nicht mehr sicher autofahren kann, dann ist es wirklich das beste, wenn du mal einen kleine brief an das verkehrsamt schickst, in dem du deine besorgnis schilderst. die werden dann gucken ob das alles seine ordnung hat, und wenn nicht werden sie auch mal den guten herrn etwas genauer prüfen.

    solltest du jetzt die üblichen bedenken nach dem motto "ich bin eine petze" oder "ich verderbe dem armen man seinen führerschein" haben, dann denk einfach mal darüber nach, was ist ,wenn der wirklich nicht mehr sicher autofahren kann, und irgendwann überfährt er mal ein kind, weil er am steuer rumgezuckt hat. udn das hätte verhindert werden können, wenn du eingegriffen hättest. also nur keine hemmungen da mal nen brief zu schreiben.

    weil wie oben gesagt, wenn sich keiner meldet, dann wird auch nichts geprüft, und die wahrscheinlichkeit durch zufall aufzufallen, die ist wirklich verschwindent gering.

    gruß, Klausi
     
  10. AdMan

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  11. mc

    mc Guest

    @klausi: danke, das waren die Informationen die ich brauchte.. allerdings muß ich noch was klarstellen:
    - Es geht nicht um jemanden aus meiner Firma :-) Das mit der Kantine hat ne andere Bewandtnis.
    - Eigentlich gings mir gar nicht drum ob ich mich da melden sollte oder nicht - diesbezüglich hatte ich mir bis ich das von dir gelesen hab überhaupt noch keine Gedanken gemacht. Aber deine Argumente sind schon logisch, und die Befürchtungen real. Ich werde das prüfen...

    @Mickey: Führerscheininhaber über 50 der Klassen C und D müssen alle 5 Jahre zum Check? Ist das schon gültig? Auf der TÜV-Seite hab ich da was gelesen, aber nicht ob das auch für Inhaber der alten Führerscheine (z.B. die rosa oder grauen Heftchen...) gilt? Und ist das wirklich so daß man mit Neuerwerb des Führerscheins sofort ohne Altersbeschränkung alle 5 Jahre zum Doc muß?? Das wäre ja wirklich zu begrüßen... das was du meinst (10 Jahre) wäre dann wenn ich es richtig verstehe beispielsweise dein Wunsch für die BRD-Klasse3-Scheine?

    Grüße,
    mc
     
  12. ?

    ? Guest

    Das jeder Führerscheininhaber (egal welche Klasse) alle 10 Jahre eine Untersuchung machen soll ist eine Idee einiger EU-Kommissare in Brüssel, was aus der Idee wird bleibt abzuwarten.

    Neuerworbene Führerscheine der Klasse C und D müssen alle 5 Jahre verlängert werden, sonst sind sie futsch, für alte Besitzstände gilt das unten gesagte.

    Ist zwar offtopic, aber hier noch ein paar Infos zum neuen Führerscheinrecht:

    Bleibt mein alter Führerschein der Klasse 2 unbegrenzt gültig oder nicht ?

    Nein, er bleibt nicht unbegrenzt gültig. Die alten Führerscheine der Klasse 2 (BRD) verlieren nach Vollendung des 50. Lebensjahres ihre Gültigkeit. Die Geltungsdauer kann dann für jeweils 5 Jahre auf Antrag verlängert werden, wenn der Inhaber seine gesundheitliche und geistige Eignung durch ein ärztliches und augenärztliches Gutachten nachweist. Gleiches gilt natürlich auch bei der erstmaligen Erteilung.


    Gibt es Übergangsregelungen für die Klasse 2 ?

    Ja, bei der Umschreibung auf die neuen Klassen C und CE (ggf. D / DE) werden diese Fahrerlaubnisklassen zunächst bis zur Vollendung des 50. Lebensjahres befristet. Danach kann auf Antrag eine Verlängerung um jeweils 5 Jahre erfolgen. Achtung: Wer die Fahrerlaubnis der alten Klasse 2 (BRD) besitzt und das 50. Lebensjahr vollendet hat, muß den "2er" umschreiben und damit verlängern lassen. Ansonsten besteht nur noch die Berechtigung zum Führen von mehrspurigen Kraftwagen bis 7,5 t und Fahrzeugkombinationen bis 12 t (entsprechend Klasse C1E, die unbefristet erteilt wird).


    Wie sieht es mit dem Mindestalter für die neuen LKW-Klassen C und CE aus ?

    Das Mindestalter für die LKW-Klassen C und CE beträgt jetzt nur noch 18 Jahre. Bei Einsatz in der gewerblichen Güterbeförderung bleibt es jedoch beim bisher bekannten Mindestalter von 21 Jahren.


    Ich bin 51 Jahre alt. Muß ich beim umschreiben der Klasse 2 auf C / CE ein ärztliches Zeugnis vorlegen ?

    Beim freiwilligen Umtausch der alten Klasse 2 erfolgt eine Befristung der Fahrerlaubnis der Klassen C und CE bis zur Vollendung des 50. Lebensjahres. Danach ist für eine Verlängerung um jeweils 5 Jahre eine ärztliche und augenärztliche Untersuchung zwingend erforderlich. Ohne die Umstellung dürfen ab Vollendung des 50. Lebensjahres keine Kraftfahrzeuge über 7,5 t mehr geführt werden.


    Kann ich mit der neuen Klasse CE und der Beschränkung Nr. 79 einen LKW ohne Hänger fahren ?

    Sie können, allerdings nur ein Zugfahrzeug bis 7,5 t. Mit der alten Klasse 3 (bzw. der Klasse B oder 4 aus der DDR) war das Führen von Zugfahrzeugen bis 7,5 t und Fahrzeugkombinationen mit einachsigen Anhängern bis 18,5 t (!) möglich. Der Bereich über 12 t wird zukünftig der Klasse CE (beschränkt durch Schlüsselzahl Nr. 79) zugerechnet, und diese Klasse wird für Altinhaber bis zur Vollendung des 50. Lebensjahres befristet. Wenn sie nicht rechtzeitig für diesen Bereich (über 12 t) den Umtausch ihres Führerscheines unter Vorlage einer ärztlichen Untersuchung sowie eines augenärztlichen Gutachtens beantragen, erlischt ihre Fahrberechtigung über 12 t. Der sonstige Umfang bleibt erhalten, auch wenn nicht umgetauscht wird.


    Ich habe bei der Bundeswehr die Führerscheinklasse C erworben. Kann ich diese Klasse auf meinen zivilen Führerschein übertragen lassen ?

    Auf die prüfungsfreie Umschreibung in eine "zivile" Fahrerlaubnis besteht sogar ein Rechtsanspruch! Sie müssen allerdings ein paar Voraussetzungen erfüllen: Die Dienstfahrerlaubnis muß gültig sein, der Antrag auf Umschreibung muß bis spätestens 2 Jahre nach Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis gestellt werden und seit der Erteilung dürfen nicht mehr als 5 Jahre vergangen sein. Ansonsten muß erneut eine ärztliche Bescheinigung über die körperliche und geistige Eignung vorgelegt werden (gilt nur für die Klassen C, CE, C1, C1E, D, DE, D1, D1E). Außerdem dürfen keine Eignungsbedenken bestehen.


    Was ändert sich in der Personenbeförderung durch die neuen Busklassen ?

    Für Kraftomnibusse zur Fahrgastbeförderung war bisher eine eigene Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung (FzF) erforderlich. Durch die Einführung der "Busklassen" D, DE, D1 und D1E fällt diese Bestimmung jetzt weg. Das Mindestalter beträgt generell 21 Jahre. Als Vorbesitz ist nur noch die Klasse B (entspricht dem alten "3er") erforderlich, nicht mehr wie bisher die alte Klasse 2 bzw. die neue Klasse C. Die Klassen D und D1 werden nur noch befristet auf 5 Jahre erteilt. Bei der Ersterteilung ist die Eignung durch Gutachten nachzuweisen. Dies sind ein arbeits- bzw. betriebsmedizinisches oder ein medizinisch-psychologisches Gutachten und zusätzlich ein ärztliches und augenärztliches Gutachten. Alle 5 Jahre muß dann wieder eine ärztliche und augenärztliche Untersuchung erfolgen. Ab dem 50. Lebensjahr wird dann jedesmal (also alle 5 Jahre) wie bei der Ersterteilung verfahren.
     
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