Frage an die Juristen unter Euch

Dieses Thema im Forum "sonstige Autothemen" wurde erstellt von fabia-combi, 12.01.2007.

  1. #1 fabia-combi, 12.01.2007
    fabia-combi

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    Liebe Juristen unter all den hier sich Treffenden,

    Ist es eigentlich in Ordnung, wenn bei sporadisch auftretenden Fehlern teure Module "auf Verdacht" getauscht und abgerechnet werden und sich dann im Nachhinein herausstellt, daß es nicht an ihnen gelegen hat? Und dann vielleicht eine Kette solcher Aktionen "auf Verdacht hin" folgt?

    Nehmen wir einmal folgendes Beispiel rein hypothetisch an:

    In einem kleinen Autohaus gibt es eine EDV-Anlage: Ein Computer, bestehend aus mehreren Komponenten (Motherboard, Prozessor, Hauptspeicher, Grafikkarte, internes DSL-Modem, Festplatte, DVD-Brenner) mit extern angeschlossenen Geräten: eine Tastatur, eine Maus und zwei Druckern (1 Laserdrucker, 1 Tintendrucker). Das Betriebssystem sei RUNFIX in der Version 9. RUNFIX verfüge außerdem über eine Fehlerprotokollierung.

    Die Büroangestellte gibt an, sie könne aus allen Programmen (Buchhaltung, Textverarbeitung, Mail- und Faxprogramm) problemlos auf den Laserdrucker drucken. Lediglich bei Seiten, die sie aus dem Internet auf dem Farbdrucker ausdrucken wolle, würde am Rand manchmal ein Teil des Textes über den Papierrand hinaus gedruckt. Man bestellt nun einen Techniker, der das Fehlerprotokoll ausliest, jedoch nur verschiedene, unterschiedliche und sporadisch auftretende Fehler sehen kann. Auf Verdacht tauscht er den Farbdrucker aus, denn der Ausdruck sei schließlich nicht in Ordnung. Natürlich wird der alte Drucker mitgenommen. Der Fehler läßt sich auf Anhieb auch nicht reproduzieren, erscheint aber 3 Tage später wieder. Man ruft erneut den Techniker, der nun auf das DSL-Modem tippt, denn schließlich betrifft der Fehler ja nur die Internetanwendung und der Drucker ist bereits ausgetauscht worden. Der Techniker tauscht das DSL-Modem aus und stellt dies in Rechnung. Natürlich wird das alte DSL-Modem mitgenommen und entsorgt. Aber der Fehler tritt nach 4 Tagen wieder auf... Tja, das Motherboard verarbeitet die Informationen aus dem Internet falsch und muß daher ausgetauscht werden, erklärt der wieder herbeigerufene Techniker. Aber auch daran liegt es nicht...

    Schlicht und ergreifend sollen nämlich Seiten ausgedruckt werden, die über den maximal vom Drucker bedruckbaren Bereich hinausgehen! Einzig richtige Möglichkeit: Justage des Papierfachs! Und das macht der Techniker zuletzt. Wer glaubt jetzt, daß der Firmeninhaber des Autohauses all das hinnimmt, ruhig bleibt und immer fleißig bezahlt hat??? Und als zufriedener Kunde den Techniker auch beim nächsten Problem wieder ruft und im Kollegenkreis den Techniker lobt, da er den Fehler ja gefunden habe? ICH NICHT!

    Ich würde zuerst die Herausgabe der ausgetauschten Teile und dann ggf. das Zurückversetzen in den alten Zustand (Rücknahme des Neuteils und Wiedereinbau meiner Teile unter Erstattung der Rechnungsbeträge) verlangen, die schließlich funktionieren.

    Es kann aus meiner Sicht nicht angehen, daß der Kunde unter dem Strich eine Rechnung von mehreren hundert Euro bezahlen soll für Neuteile, deren Austausch nicht erforderlich gewesen wäre. Es ist schon mehr als ärgerlich, daß mehrere Termine wahrgenommen und z.T. erhebliche Wegstrecken zurückgelegt werden müssen.

    Was sagen die Juristen unter uns dazu? Würde dem Autohaus (dem mit dem EDV-Problem) nicht ggf. sogar Schadenersatz zustehen? Falls ja, warum können dann Autohäuser / Werkstätten mit ihren Kunden anders umgehen? Liegt es vielleicht daran, daß diese sich zuviel gefallenlassen?

    Gruß

    Thomas
     
  2. AdMan

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  3. w0tan

    w0tan

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    Bin zwar kein Jurist...

    Wenn du dem Techniker (Mechaniker) keinen vorsätzlichen Betrug nachweisen kannst, sondern nur Inkompetenz bei der Fehlersuche (die nach m.E. nicht strafbar ist), dürfte es schwer werden, einen Anspruch auf Wiederherstellung des Originalzustands zu Lasten des Technikers durchzusetzen.

    Sowas dürfte eher auf Kulanz (wenn überhaupt) oder Kostenübernahme durch SAD (also auch Kulanz) herauslaufen.

    Logische Konsequenz: Werkstattwechsel

    Im IT-Umfeld kenn ich übrigens genügend Firmen, denen es bis zu einem gewissen Grad ziemlich egal ist, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass der Weg zur Behebung des Fehlers nicht gerade der schnellste war, denen reicht es, wenn´s funktioniert ;-)
     
  4. #3 Symbiose, 12.01.2007
    Symbiose

    Symbiose Guest

    Einen Guten Tag wünsche ich dir,

    das Problem habe ich verstanden, aber wenn du selbst im Autohaus arbeitest, oder sogar Meister oder Inhaber bist, dann weisst du doch eigentlich, bzw. müsstest die rechtliche Lage schon kennen.
    Denn was macht ihr, bei einem gerade elektronischem Problem?

    Motortester zeigt defekte Lambdasonde an. Alles Andere funktioniert problemlos.
    Neue bestellt, eingebaut und, nichts ändert sich, trotzdem Fehleranzeige Lambdasonde defekt.
    Einen guten "Bekannten" angerufen, und der hat das Problem auch schon gehabt, gibt an, das Steuergerät muss getauscht werden.
    Das macht ihr, und Fehler weg, sowie die Abgasregelung funktioniert einwandfrei.

    So, und wer bezahlt die Lambdasonde?

    Der Kunde natürlich.
    Ich denke, das ist bei euch auch so. Oder ihr habt schon überall das Lager und die Ecken voll mit solchen Teilen. (Und früher oder später macht ihr euer Geschäft dicht, weil ihr ein größeres Ersatzteillager als euer Zulieferer habt.

    Denn, zurückgegeben bekommt ihr Lambdasonden und viele andere Teile die gebraucht sind, nicht.

    Und ganz anders und genau gleich siehts noch auch, wenn die Fehlermeldung
    ein defektes Steuergerät anzeigt.
    Einmal verbaut, nimmt es der Händler nicht mehr zurückt.
    Und als Austauschgerät liegt ihr da mindestens bei 250 €.

    So ist das, und ich denke, ihr drück das dem OTTO-Normalkunden auch aufs Auge.

    Aber das "Schöne" daran ist, es ist im Großen und Ganzen vom Gesetzesgeber erlaubt.
    Denn, was man mit der Erfahrung bzw. was ein erfahrender Meister in der Firma an gängiger Diagnose durchführt, das gilt als rechtens.
    Das beinhaltet zum Beispiel bei schlechten Abgaswerten das optische Betrachten der Abgasanlage, wechseln des total verdrecken Luftfilters, der Zündkerzen, der Lambdasonde, der verschiedenen Sensoren, eventuell eine Motorreinigung und Ölwechsel, und eben auch das Wechseln des Steuergerätes.

    Und so machen es leider auch die Anderen in anderen Branchen, auch Zahnärzte, Rechtsanwälte, Politiker (immer auf Kosten Anderer) und was einem so noch einfällt.

    Wenn es möglich ist, sollte man ein gutes Allgemeinwissen haben und die Augen immer offen halten.
    Und, wenn Teile kostenpflichtig ausgetauscht werden, dann gehören dir (als Kunde) die Teile immer. Mit dem Austausch geht ja dein Eigentum an der Sache nicht verloren. Bei Altteilerückgabe, muss man es dem Kunden vorher sagen, dass das Teil nur gegen Berechnung eines höheren Preises übergeben werden kann. Sprich, statt aufgearbeitet für 300 € dann ein Neues für 650€, weil das alte Gerät nicht abgebeben worden ist. Über diesen Ablauf ist der Kunde im Vorhinein zu informieren.
    Das wird immer wieder vergessen.
    So gehts übrigens auch deinem Kunden, deshalb würd ich die ausgetauschten Teile, auch ohne das der Kunde es im Vorhinein sagt, nie wegschmeissen. Er hat Anspruch auf sein Eigentum. (Wenn er Schrotthändler ist, könnte er ja seine Bremsscheiben für bares Geld abgeben, genau so gebrauchte Katalysatoren oder (noch guterhaltene) Reifen).


    Aber noch mals zurück. Das sogenannte auf Verdacht tauschen, setzt voraus, dass man keine Ahnung von dem hat, was man macht, leider auch nicht von dem zu unterscheiden, was man als Fachmann auch macht.
    Weil, beim Fachmann geht es nach einem bekannten Plan, bei welchen die Teile ausgetauscht werden. Wenn es bei einem Problem mehrere Möglichkeiten der Fehlersuche gibt, dann wird hoffentlich immer die Wahrscheinlichste oder Günstigste Fehlerdiagnose und Beseitigung genommen. Wahrscheinlich.


    Beim Handwerk, wie auch im normalen Leben kommt es eben immer noch auf Vertrauen an.
    Und wenn man dann doch wechselt, weil man eben dieses verloren hat, merkt man, dass der Neue nicht besser als der Alte war.

    Na auf jeden Fall,

    viel Glück mit den richtigen Diagnosen.

    Aber ihr solltet ja in einer Innung sein, und ein Anruf bei dem RA gibt da eine schnelle Antwort.


    Torsten
     
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