EU-Schnäppchen bald Auslaufmodell?

Dieses Thema im Forum "sonstige Autothemen" wurde erstellt von ?, 18.03.2002.

  1. ?

    ? Guest

    Dank Binnenmarkt und Euro zeigt sich deutlich wie nie, wo ein Schnäppchen zu machen ist. Jedenfalls theoretisch - wer fährt schon nach Italien nur um günstig neue Schuhe oder Gemüse zu kaufen? Anders beim teuren Konsumgut Auto. Denn zwischen den verschiedenen Ländern differieren die Netto-Preise für Neuwagen um bis zu 20 Prozent - unter dem Strich sind da rasch einige Tausender gespart.

    Die Hersteller begründen die Abweichungen bei ihren Vorsteuer-Preisen bislang damit, dass einerseits die Kaufkraft innerhalb Europas unterschiedlich sei und andererseits der Fiskus in einigen Ländern beim Autokauf geradezu unverschämt die Hand aufhalte. Dänemark ist dafür ein besonders krasses Beispiel: Der dänische Staat schlägt auf den Nettopreis nicht nur 25 Prozent Mehrwertsteuer auf, sondern zusätzlich eine Zulassungssteuer von 193 Prozent. Die Besteuerung verdreifacht also den Autopreis. Gut für Exporteure, denn die kaufen zu Nettopreisen und versteuern das gekaufte Auto anschließend in ihrem Heimatland (Bestimmungsland-Prinzip). Einen Überblick über die unterschiedlichen Besteuerungen sowie einige Beispiele für EU-Autopreise finden Sie über die unten stehenden Links.

    Weg mit der Zwangsjacke
    Bislang nutzen vor allem freie Importeure diese Preise-Unterschiede. Das soll sich in naher Zukunft ändern: Wettbewerbs-Kommissar Mario Monti will den Autohandel reformieren und die Vertragshändler aus ihrer vertraglichen "Zwangsjacke" (Monti) mit dem jeweiligen Hersteller befreien, die ihm durch die Autokonzerne vertraglich angezogen wurde. Konkret: Auch ein Vertraghändler soll künftig seine Neuwagen dort kaufen können, wo ihm die besten Konditionen eingeräumt werden. Ein Opel-Händler wäre dann nicht mehr verpflichtet seine Neuwagen bei Opel in Rüsselsheim zu ordern, sondern könnte beispielsweise über einen Händler-Kollegen in Portugal oder direkt beim portugisischen Opel-Importeur einkaufen. Sollte sich Monti durchsetzen, bliebe den freien Importeuren nur die Chance sich "als Autodirektkäufer mit geringeren Kosten, knapperer Kalkulation und mit günstigeren Großeinkaufspreisen die Fachhandelskonkurrenz zu unterbieten", hofft Thomas Wilde, Geschäftsführer von Auto Wilde in Goslar.

    Aber Monti will noch mehr: Der Binnenmarkt soll auch für die Niederlassungsfreiheit der Händler gelten. Jeder Autohändler soll überall in der EU das Recht haben einen Betrieb zu errichten – um dort Autos zu den Konditionen seines Heimatlandes zu verkaufen. Ein VW-Händler von der Algarve kann dann Neuwagen auch in Deutschland anbieten. Und weil er sein Angebot auf der Basis seiner portugisichen Einkaufskonditionen kalkulieren kann, könnte er seine hiesigen Mitbewerber unterbieten.

    Europapreise bei Neuheiten im Trend
    Die Industrie scheint die Zeichen der Zeit richtig zu deuten. Beispiel Porsche: Seit August 1999 gelten für die Modelle des Sportwagen-Produzenten europaweit einheitliche Netto-Listenpreise. Beispiel BMW: Der Preis für den neuen 7er wurde – ausstattungsbereinigt – harmonisiert. Das Gleiche gilt für die wichtigsten Neuerscheinungen des Frühjahrs: Die nächste Generation des Opel Vectra und die neue Mercedes E-Klasse starten mit einheitlichen Europa-Listenpreise. Auch die VW-Vorzeige-Limousine Phaeton soll zum europaweiten Einheitspreis angeboten werden. Beim neuen Polo hat die Preisangleichung hingegen nicht geklappt, auch wenn die Preise des jüngsten VW-Kindes europaweit nur wenig differieren. Und beim Bestseller Golf / Bora bemüht sich VW durch Aufwertung der Serienausstattung einen "erheblichen Schritt zur EU-Preisharmonisierung" (der designierte VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder) zu tun. Die Wolfsburger sind aber überzeugt, dass eine Cent-genaue Angleichung der Preise in diesen Segmenten nur möglich ist, wenn zuvor die unterschiedlichen Steuerbelastungen innerhalb des Binnenmarktes beseitigt wurden. Bislang seien hierfür jedoch keine Ansätze erkennbar. Das glaubt auch Bernhard Mattes, Vertriebschef der Ford Werke AG in Köln. Deshalb werde es auch keine EU-einheitlichen Fiesta-Preise geben.

    Die Preise konsequent zu vereinheitlichen scheint bisher also nur bei Modellneuheiten zu gelingen. Die Preise der bestehenden Baureihen hingegen bleiben länderspezifisch differenziert. Und so liegen der niedrigste und der höchste EU-Listenpreis eines Modells in aller Regel - noch - innerhalb einer Zwölf-Prozent-Spanne; die hatte die EU den Herstellern einst vorgegeben hatte.


    Steuern beim Autokauf in der EU
     
  2. AdMan

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  3. Reiner

    Reiner

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    Daß sich die Preise in der EU in absehbarer Zeit angleichen werden, halte ich für recht unwahrscheinlich.
    Gut, bei Porsche, Mercedes, BMW, Audi,... klappt das vielleicht, aber sonst. Diese Autos werden schließlich trotz ihres hohen Preises gekauft.

    Bei den "Massenautos" wird sich meiner Meinung nach nicht viel ändern. Wer glaubt schließlich ernsthaft daran, daß sich der Preis eines Modells hierzulande verringert ?
    Und wer glaubt (als Hersteller) daran, bei hochgesetzten Preisen in anderen Ländern und der Konkurrenzsituation noch entsprechende Stückzahlen verkaufen zu können ?

    Immerhin erleichtert der Euro für den Käufer den Preisvergleich.

    Gruß Reiner
     
  4. dan

    dan Guest

    Hi allerseits!

    Da habe ich ja so meine Zweifel ob das klappt. Bis jetzt wollten die Konzerne, allen voran der VAG Konzern, ja mit allen Mitteln verhindern dass die Deutschen ihre Autos im Ausland kaufen. Das ging angeblich so weit, dass Händlern außerhalb Deutschlands der Verkauf von Fahrzeugen an Deutsche verboten wurde. Ich glaube auch das es den Konzernen relativ egal ist was der jeweilige Staat seinen Bürgern noch so zusätzlich beim Autokauf abknüpft.
    Andererseits glaube ich schon, dass die Preise an die Kaufkraft der jeweiligen Region angepasst werden. Das die Handelsspannen in Deutschland enorm groß sind hört man ja immer wieder. Ich hätte z.B. über meinen Schwager einen beliebigen Audi mit 13,5% Rabatt bekommen können. Und glaubt mir, die hätten damit trotz dem noch einen guten Schnitt gemacht.
    Da stellt sich mir nur eine Frage. Haben die deutschen Händler schon einen erheblich höheren Werkseinkaufspreis oder machen die sich mit den enormen Handelsspannen richtig satt?
    Soll sich da wirklich was ändern, muss Hr. Monti den Konzernen schon gehörig auf die Finger klopfen.

    MfG Dan
     
  5. #4 Marccom, 19.03.2002
    Marccom

    Marccom Guest

    Dem VAG Konzern und damals noch Mercedes-Benz wurde schon vor der Zeit von Herrn Monti kräftig auf die Finger geklopft.

    Das AbsatzVerbot im Ausland hat die EG mit 2 stelligen Millionen-Geldstrafen gerügt. Ob solche Strafen wirklich weh tun sei mal dahingestellt, merken tun das die Konzerne aber schon. Und da es in beiden Fällen in die Schlagzeilen geraten ist zerrt es gewaltig am Image.

    Bis sich Herr Monti aber endgültig durchsetzt wird es noch eine ganze Weile dauern, wenn es überhaupt soweit kommt. Einige Staatsoberhäupter hat er schon gegen sich (allen voran Bundeskanzler Schröder). Mal abwarten was dabei rauskommt.


    Marc
     
  6. Reiner

    Reiner

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    Strafen im dreistelligen Millionenbereich tun immer weh, egal wie der Autokonzern heißt. Sonst würden sie es auch immer wieder tun.
    Es gibt aber immer noch kleine Hemmnisse und die Händler, die an Ausländer verkaufen, müssen aufpassen, sonst kann es vorkommen, daß sie nicht mehr lange Händler der entsprechenden Marke sind.

    Die Gewinnspannen der deutschen Händler sind nicht so berauschend hoch und außerdem meist gestaffelt an den Absatz, d.h. mehr verkaufte Autos gibt geringere Einkaufspreise. Das macht die kleinen Händler auf Dauer kaputt. Wenn also jemand die Preise anpassen kann, dann sind es die Hersteller, die das aber nur dann tun werden, wenn der Konkurrenzdruck entsprechend groß ist, wetten ?

    Gruß Reiner
     
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