EU-Kommissar setzt neue Pläne für Autovertrieb durch

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  1. #1 AndreasNo1, 05.02.2002
    AndreasNo1

    AndreasNo1 Guest

    Die EU Komission für den Freien Wettbewerb wird heute ihre Pläne zur Regelung des Autoverkaufs Vorlegen.
    Die Neuregelung sieht z.b vor:

    - Die Aufhebung der Markenbindung Händler dürfen
    Autosvon Verschiedenen Herstellern verkaufen.

    - Die Regelung die Autoherstellern ein Exklusives
    Händlernetz erlaubt soll nicht velängert werden.

    - Leichter Reimport von neuen Fahrzeugen.

    - Händler können überallhin Verkaufen.


    Damit verspricht sich die EU Kommission unter Vorsitz von Mario Monti sinkende Preise beim Fahrzeugkauf und Werkstattkosten.


    Andreas


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  3. ?

    ? Guest

    Gegen den erklärten Widerstand von Bundeskanzler Gerhard Schröder und der Autohersteller hat EU-Kommissar Mario Monti seine Vorschläge zur Neuordnung des Autovertriebs durchgesetzt.

    Auch einige Kommissionskollegen stimmten gegen die Pläne, mit denen Monti das Autofahren in der EU billiger machen will. Nach den Vorstellungen des Wettbewerbskommissars sollen sich vor allem die Autohändler und Werkstätten künftig mehr Konkurrenz machen. Falls der Vorschlag im Sommer verwirklicht wird, könnten Autos künftig auch im Supermarkt verkauft werden.

    Montis umstrittene Pläne sehen vor, dass Autohändler entweder ihre festgelegten Vertriebsgebiete verlieren oder auch an Zwischenhändler wie Supermärkte und Re-Importeure verkaufen können. Beide Alternativen würden den Wettbewerb zwischen den Händlern erhöhen, kalkuliert Monti. Ein VW-Händler in Amsterdam könnte nach Montis Worten künftig eine Niederlassung in Großbritannien eröffnen, wo ein VW-Golf derzeit noch 23 Prozent teurer sei als in den Niederlanden.

    Diese Aufhebung der bisherigen Vertriebsgebiete war auf heftige Kritik gestoßen. «Wer in gewachsene Strukturen und Systeme eingreift, muss sich nicht nur klar machen, was er fördert, sondern auch was er zerstört», sagte Bundeskanzler Schröder bei der Eröffnung des neuen Opel-Werks in Rüsselsheim. Die geplante Regelung berge enorme Wettbewerbsnachteile für die deutsche Autoindustrie.

    Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) nannte die Pläne Montis eine «vollkommen inakzeptable Lösung». Sie führten «zum Verlust Tausender von Arbeitsplätzen im mittelständisch strukturierten Automobilhandel», sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk. Das Haupthindernis für die Verringerung der Preisunterschiede in der EU seien die unterschiedlichen nationalen Verkaufssteuern.

    Der Monti-Vorschlag sieht auch vor, dass Autohändler künftig Fahrzeuge verschiedener Marken unter einem Dach anbieten dürfen. Unter der bisher gültigen Ausnahme vom EU-Wettbewerbsrecht - der so genannten Gruppenfreistellungsverordnung - hatten die Autohersteller dies verhindern können. Zudem soll eine Benachteiligung unabhängiger Reparaturbetriebe gegenüber den Vertragswerkstätten abgebaut werden, um auch beim Service mehr Wettbewerb zu schaffen.

    Monti hatte in der Vergangenheit mehrfach kritisiert, dass die Autokonzerne die bisherigen Vertriebsregeln nicht eingehalten hätten. Die Kommission erhob millionenschwere Geldbußen, weil Hersteller den Re-Import ihrer Autos innerhalb der EU behindert hatten. «Wir sind davon ausgegangen, dass das neue System strenger sein und mehr Wettbewerb in Verkauf und Service möglich machen muss», sagte der Kommissar bei der Vorstellung seiner Pläne in Straßburg.

    Die EU-Kommission will den Vorschlag nun mit allen Betroffenen diskutieren, bevor sie plangemäß im Juli eine Nachfolgeregelung für die Ende September auslaufende alte Verordnung beschließt. Kanzler Schröder kündigte an, der Verband der Automobilindustrie und die Bundesregierung wollten einseitige Entscheidungen zu Lasten der deutschen Automobilindustrie zu verhindern.

    «Die Interessen der Mitgliedsländer werden erhebliches Gewicht haben», sagte Kommissionssprecher Jonathan Faull. Der Sprecher räumte ein, dass Abstimmungen wegen unterschiedlicher Ansichten der 20 EU- Kommissare sehr selten seien. Wer Montis Vorschlag ablehnte, sagte er nicht. Nach Informationen aus Brüssel stimmten der deutsche Kommissar Günther Verheugen, Industriekommissar Erkki Liikaanen und die beiden Franzosen Michel Barnier und Pascal Lamy dagegen.

    Quelle
     
  4. ?

    ? Guest

    Hier die zehn wichtigsten Punkte aus dem Monti-Entwurf:

    * Eine bestimmte Vertriebsform wird nicht festgelegt. Hersteller haben die Wahl zwischen a.) selektivem Vertrieb: Händler, die die Qualitätsnormen des Herstellers erfüllen, dürfen dessen Fahrzeuge europaweit vermarkten ohne Beschränkung auf ein festes Marktgebiet. Allerdings dürfen sie ihre Fahrzeuge nur an Endkunden oder Wiederverkäufer der gleichen Marke abgeben. b.) exklusivem Vertrieb: Vom Hersteller ausgewählte Markenhändler erhalten ein festes Marktgebiet und dürfen innerhalb ihres Gebietes sowohl an Endkunden, wie auch an alle Wiederverkäufer Autos verkaufen - also auch an Supermärkte oder Händler anderer Marken. Eine Kombination beider Vertriebsformen, wie es bisher möglich ist, ist nicht mehr zulässig.

    * Händler in selektiven Vertriebssystemen genießen europaweite Niederlassungsfreiheit und dürfen dem entsprechend aktiv Kunden werben – eine Strafe oder Kontigentierung seitens des Herstellers ist nicht zulässig. Das bedeutet, dass ein niederländischer Händler auch Autohäuser in Großbritannien errichten dürfte, wo er dann Autos mit niederländischen Einkaufkonditionen anbieten könnte. In den Niederlanden ist z. B. ein VW Golf derzeit 23 Prozent billiger als auf der Insel

    * Der einzelne Händler entscheidet selbst, ob er mehrere Marken in seinem Autohaus vertreiben will.

    * Ein Marken-Händler muss nicht notwendigerweise Werkstatt und Verkauf unterhalten. Möglich ist die Beschränkung auf Verkauf und Subunternehmer übernehmen den Service.

    * Eine Begrenzung der Zahl der Werkstätten durch den Hersteller ist unzulässig.

    * Das Recht einer zugelassenen Werkstatt zur Reparatur anderer Marken darf nicht eingeschränkt werden.

    * Freie Werkstätten müssen uneingeschränkten Zugang zu technischen Informationen, Diagnose-Geräte und Werkzeugen sowie zur erforderlichen fachlichen Unterweisung für Wartungsarbeiten erhalten.

    * Der Verbraucher soll selbst entscheiden können mit welchen Ersatzteilen (neu / gebraucht und original / Ersatzausrüster) sein Auto repariert werden soll.

    * Es gilt eine Mindestkündigungsfrist von zwei Jahren für die Neuregelung von Händlerverträgen.

    * Kündigungen von Händler-Verträgen müssen schriftlich begründet sein, damit eine Schiedsstelle oder ein Gericht entscheiden kann, ob die Kündigung gültig ist.

    Erhalten bleibt hingegen die sogenannte Verfügbarkeitsklausel. Danach sind Händler verpflichtet Fahrzeuge, die sie an Händler anderer EU-Staaten liefern auch an Endkunden des betreffenden Staates zu verkaufen.

    Welche Folgen Montis Pläne haben werden ist bislang nur schwer abschätzbar. Sicher ist, dass der Wettbewerb zwischen den Händlern weiter steigt, was auch Auswirkungen auf die Auto-Preise haben wird. Allerdings können die Preise mittel- bis langfristig deutlich steigen. Hintergrund: Nur wenige, große Händler besitzen genug Liquidität um die Möglichkeiten, die sich aus der Neuregelung ergeben, tatsächlich zu nutzen. Dadurch käme es zu einem Konzentrationsprozess im Autohandel, an dessen Ende sich wenige große Autohändler den europäischen Markt teilen. Die Folge wäre weniger statt mehr Wettbewerb und der Verbaucher wäre mehr denn je der Dumme.

    Der weitere GVO-Fahrplan (Gruppenfreistellungsverordnung):

    * Bis Ende April 2002: Mitgliedsstaaten können ihre Stellungnahme abgeben.

    * Juli 2002: Annnahme der endgültigen Fassung durch die Kommission.

    * Oktober 2002 – Oktober 2003: Übergangsfrist (vermutlich ein Jahr)

    * Oktober 2003- Oktober 2010: Alleinige Gültigkeit der neuen GVO
     
  5. ?

    ? Guest

    EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti hat die Autobranche aufgefordert, sich zu seinen umstrittenen Plänen zur Neuordnung des Kraftfahrzeug-Vertriebs in der EU zu äußern. Die Kommission veröffentlichte am Montag (11.3.) ihren Verordnungsentwurf im Internet . Damit hätten die Bürger in Europa erstmals Gelegenheit zur Stellungnahme, erklärte Monti. "Unser besonderes Augenmerk gilt den Stellungnahmen aus der Branche selbst, von Herstellern, Händlern, Ersatzteilanbietern und unabhängigen Werkstätten", sagte der Kommissar.

    Mit der neuen Verordnung soll der Kfz-Sektor offener für mehr Wettbewerb, binnenmarktgerechter und insgesamt verbraucherfreundlicher werden. Der Verordnungsentwurf, der von der Kommission am 5. Februar angenommen wurde soll bei Auslaufen der jetzigen "Gruppenfreistellungsverordnung" (GVO) am 1. Oktober in Kraft treten. Mit der endgültigen Annahme der Verordnung wird für den Sommer 2002 gerechnet.
     
  6. #5 kloetenklaus, 12.03.2002
    kloetenklaus

    kloetenklaus Guest

    tach zusammen

    also ich steh dem ganzen eher skeptisch gegenüber,besonders dem punkt, daß sich händler nicht mehr auf eine automarke spezialisieren sondern gleich z.b 4 verschiedene marken auf einmal vertreten könnte.
    denn wenn ich mir diverse werkstatttests anschau, die in den autozeitungen gemacht werden, dann kommt mir das kalte grausen.
    wenn noch nicht mal die vertragswerkstätten vollständige und korrekte inspektionen bei ihren eigenen fabrikaten durchführen kann, dann glaube ich wird das ergebnis noch schlimmer aussehn wenn gleichzeitig 4 verschiedene marken betreut werden sollen.
    ich meine auch: z.b. ein IIer Golf hat nicht mehr viel gemeinsam mit dem neuen 7er von BMW(bes. elektrik)
    geschweige denn der aufwand für lager und logistik wäre wahrscheinlich immens ,und so würden meiner meinung nach doch nur wieder die großen bestehen und die kleinen "hinterhofwerkstätten"sofort zu machen.
    da lob ich mir doch meinen skoda vertragshändler, der nur für mich und meinen skoda zuständig ist.
    bis denne
    kloetenklaus
     
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