Erfahrungsbericht Citigo 75 PS ASG 3-Türer

Dieses Thema im Forum "Skoda Citigo Forum" wurde erstellt von BlackyWolfen, 11.05.2014.

  1. #1 BlackyWolfen, 11.05.2014
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    Hallo Community,

    Da ich von ein paar Mitgliedern gebeten wurde meine Erfahrungen zu teilen und auch ein paar Bilder zu posten: Hier mein Erfahrungsbericht!

    Vorgeschichte:
    Ich bin ehemaliger "FauWeh" (oder auch "fauch wech" ) Golf 2 - Fahrer, welches mein erstes Auto war. Der Citigo ist also mein zweites Auto überhaupt. :) Leider hat mich mein Golf 2 in eine Notlage gebracht. Im Alter von 26 Jahren bekam das Auto zunehmend mehr Stellen an denen gearbeitet werden musste. Ich bin der Lage leider nicht mehr Herr geworden. Zunehmend erschwerend waren die hohen Steuern (242 Euro), monatliche Reparaturen, die einige Ersparnisversuche zunichte gemacht haben, sowie enorme Spritkosten haben mich dazu bewegt meinem Golf 2 Lebe wohl zu sagen. Bei meinem Golf 2 handelte es sich um eine 1.6 Liter-Maschine mit 70 PS und 3-Gang-Automatik. (Finde ich immer herrlich wie die Leute einen anschauen wenn man erzählt im 3.Gang mit 160 km/h auf der Autobahn entlangzubrettern. :thumbsup: )

    Nun zum Citigo:
    Wer sich mit den Ausenmaßen beider Autos auseinandersetzt wird feststellen: Oh, die sind nahezu identisch! Nur ist der Citigo ganze 30cm kürzer. Der Rest der Maße stimmt überein. Von Ausen wirkt der Citigo in der Tat wie ein Kleinstwagen. Er sieht klein aus und lässt leider auch manche Vergleiche zum Smart zu, so zumindest aus fremden Mündern. Doch wenn man im Innenraum Platz nimmt stellt man überrascht fest: "Wow, da ist ja Platz drin!"

    Meine Innenausstattung:
    - Stoffbezüge und Amaturen: Grau / Schwarz
    - Move & Fun - Paket
    - Heizung / Gebläse (keine Klima !)
    - höhenverstellbarer Fahrersitz
    - Musikpaket Funky mit 2 Lautsprechern ( weitere 2 Lautsprecher erfordern leider ein Ausstattungspaket mit noch mehr Aufpreis.)
    Ansonsten entspricht der Citigo in allen anderen Sachen der Serienausstattung.

    Besondere Ausenausstattung:
    - 8-fach Bereifung auf Stahlfelgen
    - Nebelscheinwerfer

    Zum Thema Komfort und Platzangebot:
    Platz? Im Citigo? Einem Kleinstwagen? Ja, in der Tat. Der Fahrer sowie der Beifahrer haben genügend Beinfreiheit, die Sitze ähneln Sportsitzen schon sehr, wird allerdings lediglich von den fehlenden Seitenschalen unterschieden. Die vorderen Sitze lassen sich in einer sehr weiten Reichweite nach Vorn und nach Hinten verschieben. Einer der bequemsten Einstellungen bringt allerdings leider das Resultat mit sich, dass man die Sitze gern etwas weiter hinten einrasten lässt, was sich negativ im Fußraum der Mitfahrer bemerkbar macht. Hier brauchen die Mitfahrer entweder sehr schlanke Beine oder auch gar keine... Doch für Kurzstrecken ist es auch akzeptabel wenn die vorderen Sitze soweit nach vorn geschoben werden, dass die Mitfahrer hinten auch einigermaßen akzeptablen Fußraum zur Verfügung haben. Das macht sich in sofern positiv bemerkbar, dass der Fußraum im vorderen Bereich ein großes Angebot beinhaltet und selbst in etwas "engeren Einstellungen" die Beine angenehme Haltungspositionen haben, ohne dass man sich großartig verrenken muss. Für längere Fahrten jedoch würde ich persönlich eine solche Einstellung nur empfehlen wenn alle 60 Minuten eine Pause an einer Raststätte möglich ist.
    Das Handschuhfach ist großräumig gestaltet und bietet genügend Platz für die Fahrzeugunterlagen (Handbuch, Wartungsmappe etc).
    Genial: Es gibt im Fahrzeug mehrere Möglichkeiten Getränkeflaschen (0,5 - 1,0 L) zu transportieren. Um es aufzuzählen: Mittelkonsole vor dem Schaltknüppel, Mittelkonsole hinter der Handbremse, Ablagefach hintere Reihe links, Ablagefach hintere Reihe rechts, linke Tür (Ablagefach) und rechte Tür (Ablagefach). Ist ja ehrlich gesagt eine geniale Idee, ich bezweifle aber einfach mal dass ich jemals alle Ablagefächer nutzen werde. :D
    Der Kofferraum: In selbigen finden locker 3 Bierkisten (oder sogar 6 Kisten, wenn man sie stapelt) Platz. Leider neigt die Hutablage dazu gern im Weg zu sein, denn die Getränkekisten sind von den Abmeßungen größer als die angebotene "Einladefläche". Selbst eine hochgeklappte Hutablage kann sich schnell zum störenden Gegenstand wandeln, wenn sie nach oben geklappt ist. Selbst bei einfachen Paketeinladen musste ich sie bereits aus den Halterungen lösen um umgestört ein- und ausladen zu können. Dennoch sollte man im Hinterkopf behalten: Solang ein Kasten Bier ins Auto passt, kann der Kofferraum garnicht zu klein sein.
    Lediglich für Tierliebhaber würde ich empfehlen den Citigo zu meiden, denn ich würde einem Hund weder die hintere Sitzreihe noch den Kofferraum zumuten wollen. Bitte liebe Hundehalter, denkt nicht nur an euch, sondern auch an eure treuen Begleiter.

    Zum Thema Optik:
    Metallicgrün. Grün ?! Warum grün?! Zur Auswahl standen mehrere Farben, doch scheint die Farbpalette nicht gerade eine große Auswahl bereitzuhalten. Größten Teils sind es einfache Standardfarben. Die Überlegung: Nachts und Tagsüber gesehen werden. Schwarz und das dunkle metallicblau fallen also wegen Nachtfahren weg. Weiß, Grau und Silber fallen ebenfalls weg, da in der Region sehr häufig richtige Nebelbänke auftreten, bei denen die Autofarben nahezu verschmelzen. Zugegeben, das Grün ist auch nicht sehr knallig, aber in meinen Augen die einzig passende Farbe zu dem Auto. Natürlich hätte es auch rot sein können, doch die Klarlacklackierung erinnert zu sehr an den FauWeh Up! - Hier aber entscheiden die Geschmäcker. Jedem das seine! Ich jedenfalls habe sogar Panik geschoben, dass ich nun ein ganz ekelhaftes lindgrün fahre, doch im Endeffekt wurde ich eines Besseren belehrt und positiv überrascht. Metallicgrün ist typisch Skoda und steht dem Citigo ausgesprochen gut!
    Das Auto wirkt wie bereits angesprochen sehr kompakt und vermittelt zugleich das Gefühl es anderen kleinen Stadtflitzern so richtig zeigen zu wollen. Man sieht nirgendwo Kanten, alles wirkt einheitlich und ist schön abgerundet. Sitzt man im Innenraum, sucht man zunächst vergeblich die Motorhaube. Diese ist von Innen nicht ersichtlich. Mit der Zeit entwickelt sich aber beim Parken ein Gefühl dafür. Die Fenster sind sehr groß und trotz A- und B-Säulen ist ein nahezu uneingeschränkter Rundumblick möglich. Das macht nicht nur einen Pluspunkt in Sachen Fahrsicherheit aus, da man so kaum ein Auto übersehen kann, sondern macht auch einiges an Optik her. Man bekommt das Gefühl in einem großen Auto zu sitzen. Ein äuserst geniales Gimmik: Die Seitenspiegel sind von Ausen betrachtet oval. Blickt man vom Innenraum auf die Spiegel kann man sich selbst in einem Prismaförmigen Spiegel grinsen sehen. Die Spiegel erinnern leicht an einen Lambo. :thumbsup:

    Zum Thema Fahrgefühl:
    Zunächst fährt man in einem Neuwagen natürlich äuserst vorsichtig, da man nicht weis wie sich das Fahrzeug verhält. Hier zeigt sich auch der Citigo äuserst Gefühlvoll. Tritt man äuserst schwach auf das Gaspedal neigt auch der Citigo zu extrem sanften Anfahrten. Ich habe die ASG-Variante des Citigos gewählt, da ich die Automatik auch vom 2er Golf gewohnt war. Praktisch und äuserst angenehm: Der linke Fuß hat im Fußraum einen eigenen Abstellplatz. Legt man den Fuß auf die für ihn gedachte Stelle hat man das Gefühl dass der Fuß mit dem Auto verschmilzt. Er macht sich nicht bemerkbar, sitzt ganz ruhig auf der Abstellfläche und sorgt für angenehmen Fahrkomfort. Im 2er Golf habe ich eine solche Abstellfläche gänzlich vermisst und ständig mit den Füßen zu wedeln angefangen. Mal war der Fuß links, mal rechts, mal im halben Schneidersitz. Die Unruhe ist nun endlich weg. Pluspunkt!
    Das ASG-Getriebe war selbst für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Während der 2er Golf mit seinem Wandler die Gänge einfach reingeprügelt hat ohne eine Schaltpause einzulegen, bekommt man als "Neuling" zuerst das Gefühl, dass mit dem Auto etwas nicht stimmt. "Nanu? Motor aus? Was ist nun los? Ach, jetzt gehts weiter!" Die Schaltpausen sind gewöhnungsbedürftig, aber keineswegs als störend zu empfinden. Wenn man das Schaltverhalten mit einem gewöhnlichen Schaltwagen vergleicht, wird man schnell zur Erkenntnis kommen, dass es hier keine Unterschiede gibt. Der ASG-Citigo schaltet ganz normal.
    Ein jeder Citigo-Interessent sollte sich im Vorfeld informieren was ASG und DSG überhaupt ist. Wer sich einen ASG-Citigo kauft und sich im nachhinein über die Schaltpausen beschwert, hat wohl einen Fehler gemacht. Das ASG-Getriebe verfügt über 3 verschiedene Programme, die manuell durch jeweils aggressiveres Fahrverhalten abgerufen werden können.

    1.Programm: Eco - Schaltverhalten: 0-15 km/h 1.Gang / 15-25 km/h 2.Gang / 25-35 km/h 3.Gang / 35-50 km/h 4.Gang / 50-170 km/h 5.Gang
    2.Programm: Standard - Schaltverhalten: 0-25km/h 1.Gang / 25-40 km/h 2.Gang / 40-55 km/h 3.Gang / 55-65 km/h 4.Gang / 65-170 km/h 5.Gang
    3.Programm: Sport - Schaltverhalten: 0-35km/h 1.Gang / 35-55 km/h 2.Gang / 55-70 km/h 3.Gang / 70-90 km/h 4.Gang / 90-170 km/h 5.Gang
    Die hier angegebenen Werte sind geschätzt/gefühlt! Bitte nagelt mich nicht darauf fest, dass meine Angaben falsch sind, sollten sie falsch sein.
    Jedenfalls treffen die 17 Sekunden von 0-100 km/h , die dem Citigo zugesprochen werden auf den Eco-Modus zu. 17 Sekunden können gefühlt verdammt lang sein. Um im Eco-Modus zu fahren ist sehr sehr viel Fußgefühl gefragt. Latscht man zu sehr ins Pedal kommt man in das Standard bzw Sport-Verhalten des Citigos. Im Eco-Modus kommt man sich allerdings etwas lahmarschig vor und im Hinterkopf hat man ständig bedenken den nachfolgenden Verkehr zu behindern. Die Beschleunigung von 0 auf 50 km/h ist im Eco-Modus wirklich sehr gemütlich. Clever: Das Motorsteuergerät überwacht die Drehzahlen. Wenn durch manuelles Eingreifen (Tiptronic) ein anderer Gang eingelegt wird, lässt das Steuergerät diesen Schaltvorgang nur zu wenn der Motor nicht überdreht werden kann. Erfolgt über längeren Zeitraum kein Schaltvorgang übernimmt die Automatik wieder die Kontrolle über das Schaltverhalten. Aufgepasst: Wer manuell herunterschaltet sollte trotzdem aufpassen, dass er beim Beschleunigen nicht vergisst wieder das hochschalten anzustoßen. Die Automatik greift zwar im kritischen Bereich ein (rote Makierung), doch der Citigo macht sich spätestens ab 4000-Umdrehungen selbst mit lauterem Motorengeräusch bemerkbar. Lasst den Citigo also entweder selbst schalten, oder bleibt, wenn ihr schon eingreift, wenigstens bei der Sache!
    Welcher Autofahrer liebt schon Staus? Ich nicht und der Citigo auch nicht. Zwar belohnt der Citigo den Fahrer mit einer durchschnittlichen Verbrauchsmenge von 0,6 Litern im Stand oder Leerlauf, doch ist bei "Schleichfahrten" bei der ASG-Variante deutlich zu merken dass er sehr untertourig fährt und auch die Kupplung nicht sehr zu mögen scheint. Nicht selten erinnert der Citigo an ein Fahrschulauto, in dem ein Fahranfänger steht, der die Kupplung zu sprunghaft kommen lässt. Der Citigo kann das ein bisschen besser, denn der Motor läuft weiter. "Springen" tut er leider trotzdem. :S Hier ist auch wieder extremes Fußgefühl von Nöten um dem Auto zu ruhigeren Fahrverhalten zu verhelfen und den Stau angenehmer zu gestalten.
    Die Federung und die Dämpfer verrichten ihre Arbeit perfekt. Unebenheiten werden gut gefedert. Das Auto wirkt nicht zu hart und nicht zu weich. Nur Pflastersteinstraßen mag der Citigo gar nicht, denn das macht sich natürlich mit entsprechendem Lärm und Vibrationen bemerkbar.
    Ansonsten macht der Citigo einen sehr guten und sogar sportlichen Eindruck. Langgezogene, schnelle Kurven (70km/h Autobahnabfahrt) nimmt der kleine Flitzer sehr sportlich.

    Zum Spritverbrauch / Rentabilität:
    Dass der Citigo sparsamer im Vergleich zum 2er Golf ist brauch ich wohl nicht großartig erwähnen. Mein 2er Golf hat zwischen 8 und 11 Liter auf 100 km verbraucht. Der Citigo soll laut Händler, Handbuch und Hersteller 4,5 (60PS) oder 4,9 (75PS) verbrauchen. Bei der ASG-Variante sind möglicherweise 0,5 - 1,0 Liter dazuzurechnen. Wir sprechen hier also von 5,4 - 5,9 Liter im Extremfall. Ab 2014 kostet der Citigo leider 40 Euro Steuern. Wer schneller war und sich 2013 einen geleistet hat freut sich über 20 Euro Steuern. Der Tank des Citigo fasst laut Handbuch ca 35 Liter. Ich komme auf geschätzte 36,40 Liter.
    Ich habe bereits knapp 710km auf dem Tacho und laut Move&Fun einen durchschnittlichen Spritverbrauch von 4,7 Liter. Meine eigene Umrechnung kommt hingegen auf 4,9 Liter. Die Abweichung ist in meinen Augen nicht schlimm und verkraftbar, immerhin berechnet das Move&Fun sämtliche Verbrauchswerte die es vom Steuergerät abgreifen kann. Vermutlich ist der Unterschied den Startvorgängen (das Anlassen des Motors) anzurechnen. Diese wandern nämlich nicht in die Berechnung. ;)

    Fazit:
    Was soll ich dazu noch sagen? Der Citigo ist top und macht Spaß!
    Anbei habe ich noch ein paar Fotos vom ersten Tag angehängt. Leider kann ich keine Aufnahmen vom Innenraum machen, da mir kein entsprechendes Fotoequipment zur Verfügung steht. Aber sicherlich hat von euch schon jeder einen Citigo von Innen gesehen. :)
    Am Ende des Tages hat mein Citigo noch eine persönliche Note bekommen: Als absoluter Wolfsfan musste einfach ein entsprechendes "Tattoo" auf den Hintern. :thumbsup:
     

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  2. AdMan

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  3. #2 Mr.Slow, 11.05.2014
    Mr.Slow

    Mr.Slow Guest

    Herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Bericht und die Fotos. Dies macht mir das Warten auf "meinen" nicht leichter aber erhöht die Vorfreude... :thumbsup:
    Sonntäglicher Gruß aus dem Oberharz
     
  4. #3 EvilTwin83, 11.05.2014
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    Super klasse berichtet!

    Ja ich erkenne meinen in deiner Beschreibung wieder :D :thumbsup:

    Dass er groß ist, kann ich auch bestätigen. Ich habe mal bei einem Umzug mitgeholfen und habe mit umklappbaren Rücksitzen 6 !! Umzugskisten drin gehabt.

    Es ist wirklich ein Tolles Günstiges Alltagsauto. Auch für Langstrecken geeignet da ich paar mal nach Norddeutschland (900 km einfach) fahre.

    Viel Spass noch mit ihm
     
  5. #4 Skoda Yeti, 11.05.2014
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    Toller Bericht. :thumbsup:

    Danke.
    .
     
  6. #5 BlackyWolfen, 20.05.2014
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    Nachtrag 1500km:

    Mein Citigo hat nun schon erschreckenderweiße ganze 1500km auf dem Tacho, was aber wohl dank meinem Hobby als Tierfotograf nicht ungewöhnlich ist.
    Mir sind nun weitere Kleinigkeiten aufgefallen, die ich hier zu meinem bisherigen Erfahrungsbericht ergänzen möchte.

    Bergfahrten - Steigung:
    Steigungen zwischen 5 - 20 % nimmt der Citigo recht sportlich, auch wenn ihm meist ab gefühlten 12 % schnell die Puste im Drehzahlbereich ausgeht und ein niedriger Gang herhalten muss. Wenn man allerdings mit entsprechenden Schwung ankommt, braucht es etwas um den Citigo in die Knie zu zwingen. Das Herunterschalten erfolgt relativ spät, so dass man vom Übergang vom 5.Gang in den 4.Gang fast das Gefühl hat, dass er sich verschluckt, aber der darauffolgende Schaltvorgang vom 4.Gang auf den 3.Gang (usw) verlaufen sehr geschmeidig. Ab dem 2.Gang macht sich der Motor in der Lautstärke bemerkbar, der Drehzahlmesser bleibt aber locker im grünen Bereich. (ca 4000)

    Bergfahrten - Begradigung:
    Auf der Begradigung (also Normalisierung nach der Steigung) gibt sich der Citigo zunächst geduldig und gemächlich. Das Schaltverhalten wird nicht sofort wieder den Standardbedinungen angepasst, sondern verweilt zunächst in einem angepassten Modus, was vermutlich dem Berganfahrassistenten zuzuschreiben ist. Schade dass sich das kleine Helferlein nicht wie beim Roomster oder anderen Fahrzeugen via Leuchte im Tacho bemerkbar macht. Wenn man dem Auto etwas "bedenkzeit" überlässt und den Pedaldruck mit dem Fuß leicht anpasst, geht der Citigo wieder nahtlos in den Normalbetrieb über, was ein sehr angenehmes Fahrgefühl mit sich bringt.

    Bergfahrten - Gefälle:
    Jiiiiiiiiiiiiippppiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeee !!! 8o
    Was uns allen nicht nur im Winter auf Snowboard, Ski oder Schlitten gefällt, macht dem Citigo natürlich auch auf trockenen Straßen besonders viel Spaß: Bergab!
    Wenn man den Citigo einfach rollen lässt fühlt sich das Auto sehr angenehm an, vermittelt gelegentlich allerdings das Gefühl "zu schnell" zu werden. Natürlich ist hier besonnen zu fahren, mit leichten Bremsintervallen. Wer mag kann auch mit einer schleifenden Bremse den Berg hinunterkullern, wird aber bei längeren Talfahrten nicht unbedingt empfohlen. Bei der ASG-Variante des Citigo ist allerdings darauf zu achten, dass man nicht zu sehr in die Eisen tritt (wobei man lieber etwas zu dolle bremst als gar nicht!), denn der Citigo hat die Angewohnheit bei Bremsvorgängen automatisch herunterzuschalten. Das macht sich bei Gefälle innerhalb einer Stadt oder eines Dorfes negativ bemerkbar, da beim "Eco-Schaltverhalten" der 5.Gang eingelegt ist und ungefähr bei 45/50 km/h eingelegt wird. Bremst man nun um die Geschwindigkeit von 50 km/h nicht zu überschreiten, kann es schon mal passieren dass man sich im 4. - oder sogar 3.Gang wiederfindet, was sich nach dem Lösen der Bremse und dem darauffolgenden Hochschalten leider wieder bemerkbar macht.

    Bergfahrten - Automatische Schaltung / Tiptronic-Schaltung:
    Bei der Automatischen Schaltung ist nahezu nichts auszusetzen, lediglich das späte Herunterschalten bei Steigungen sowie das Herunterschalten beim leichten Abbremsen bei Talfahrten, trüben das Fahrerlebnis ein kleines Bisschen. Allerdings versucht sich der Citigo in Fahrkomfort und Freude am Fahren dafür zu revangieren. Liebe Tiptronic-Manuell-Schalter: Hier müsst ihr aufpassen! Der Citigo lässt sich ganz gern helfen wenn es Bergauf geht und es darum geht etwas zügiger mit einem niedrigeren Gang den Berg hinaufzukommen, doch das Hochschalten beim Erreichen der Spitze sollte nicht vergessen werden. Die Schaltautomatik passt zwar auf, dass der Motor nicht überdreht wird (ab 6000 U/Min), doch bis dahin macht sich die Lautstärke des Motors sehr deutlich bemerkbar. Frühes Hochschalten wird hier empfohlen und offenbar auch gefördert. Ist die Steigung einmal überwunden, muss der Citigo nur in eine angenehme Fahrgeschwindigkeit kommen und die Automatik übernimmt für euch im wieder. Zur Kontrolle immer kurz auf den Tacho schauen: Wenn die Automatik wieder übernommen hat, steht vor dem eingelgten Gang ein "D". Seht ihr nur eure Gangzahl, ist das Auto noch im Tiptronic-Modus. Bei der Talfahrt ist kein manuelles Schalten erforderlich, da er bereits beim Bremsen (wie oben angesprochen) herunterschaltet. Solltet ihr jedoch in Betracht ziehen die Motor-Brems-Wirkung durch Anwählen des 2./1. Ganges zu nutzen, ist spätestens auf ebener Fläche wieder hochzuschalten. Andernfalls macht sich auch hier der Motor in der Lautstärke bemerkbar. Also lieber den Schalthebel anschupsen, denn die Automatik greift sonst nur sehr sehr spät (bzw im Kritischen Bereich).

    Sonstige Erfahrung: Schaltverhalten nach 1500km:
    Scheinbar steht nicht umsonst im Handbuch, dass die ersten 1500km schonend und mit maximal 3/4 der zur Verfügung stehenden Leistung gefahren werden sollen. Im Handbuch wird dies damit begründet, dass die Teile sich noch einschleifen müssen und eine schonende Fahrweise für eine entsprechende Güte der Motorteile sorgt. Man darf sich das wie einen Diamanten vorstellen, der erst einmal geschliffen werden muss, damit er in seiner vollen Pracht erstrahlen kann. Zurück zum Thema: Speziell beim Getriebe macht sich diese Einfahrphase sehr bemerkbar! Die Schaltpausen, die auf die ersten KM im nagelneuen Citigo für Verunsicherung gesorgt haben (ala: "Häh? Ist jetzt der Motor aus? Ach nein, der schaltet nur - jetzt gehts weiter!" ) haben sich gebessert, bzw sind diese minimiert worden. Die Schaltvorgänge in den einzelnen Schaltprogrammen (Eco-Normal-Sport) sind wesentlich sanfter geworden und vermitteln das Gefühl dass der Fahranfänger endlich Gefühl für die Kupplung bekommen hat. Staus (insbesondere an einer Steigung) mag der Citigo zwar immernoch nicht und lässt die Kupplung gern mal schleifen und/oder hüpfen, aber das lässt sich sicherlich verkraften. Auch ist mir aufgefallen dass der Citigo nun wesentlich besser unter den einzelnen Programmen variiert. Wo man beispielsweise einen regelrechten Ruck gemerkt hat wenn man etwas kräftiger ins Pedal getreten hat und mit einem Kickdown vom Eco in den Sport-Modus gewechselt wurde, merkt man nun vom Ruck nichts mehr. Der Citigo überschätzt sich manchmal etwas beim Kickdown, weil man plötzlich ganze 2 Gänge niedriger fährt, doch mit einem kleinen Schubser in den höheren Gang wird das restliche Potential des Flitzers abgerufen und die Fahrt kann entspannt weitergehen.


    Fazit:
    Selbst nach ein paar Wochen Fahrzeit und sich immer wiederholenden Situationen, weis der Citigo zu überraschen. Der kleine Hüpfer macht diesem Kosenamen manchmal alle Ehre, doch weis der Citigo bei eventuellen Patzer wie späte Schaltvorgänge, zu zaghafte Übergänge zurück in den Automatikmodus oder Selbstüberschätzung, durch sportliches Fahrverhalten und vergleichsmäßig hohen Komfort zu entschädigen. Wer sich allerdings über die Eigenheiten des kleinen Flitzers aufregt, darf nicht vergessen, welche Anforderungen er an das Auto stellt. Egal wie man es dreht und wendet: Das Fahren im Citigo macht immer wieder Spaß!
     
  7. AdMan

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  8. #6 Mr.Slow, 20.05.2014
    Mr.Slow

    Mr.Slow Guest

    Danke für Deine Fortsetzung ,liest sich prima !
     
  9. #7 be_myself, 20.06.2014
    be_myself

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    Firma: Skoda Citigo Ambition ASG 75PS , Privat: Skoda Superb II 2.0 TDI DSG 170PS Elegance
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    gekauft: City AH Frankfurt/O., Werkstatt: AH Reinhardt in Wölkau ; gekauft: AH Liebe in Eisleben, Werkstatt: AH Reinhardt in Wölkau
    Kilometerstand:
    26664
    Gut geschriebener Bericht, vieles davon spiegelt sich bei mir auch wieder. Mit der Kupplung habe ich null Probleme trotz der erwähnten Ruckler beim Stop and Go in der Stadt. Achja und das beschriebene Herunterschalten des ASG beim Bremsen ist Gewöhnungssache. Aber sonst top der kleine Flitzer.
     
Thema: Erfahrungsbericht Citigo 75 PS ASG 3-Türer
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