Ein folgenschweres Urteil

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octavius

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"22 O 736/00"

Az LG Coburg, d.h., Streitwert über 5T€.


Ein folgenschweres Urteil. Wenn ich Tuner wäre und mir käme da einer, der sein Motor nach meinem pfuschmäßigem Tuning zerdröhnt hat, dann würde ich ihm immer irgendwie nachweisen, dass seine Karre einen Vorschaden hatte, auch wenn sie nagelneu war.
 

skomo

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Tja, rein sachlich in diesem speziellen Fall richtig geurteilt. Damit es aber nicht zum "Freibrief" für Tuner wird, sollten die Gerichte weiterhin solche Fälle genau unter die Lupe nehmen.
Aber stellt euch mal vor, es wäre andersrum gekommen. Welcher Tuner würde dann noch in D offiziell bezahlbar einen Motor tunen ?
 

Reiner

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Ich halte das Urteil für absolut in Ordnung.
Daß es zu einer Verkürzung der Lebensdauer kommen kann, worauf auch hingewiesen wurde, dürfte allgemein bekannt sein.
Zudem ist die Vorschädigung durch ein nicht von dem Tuning betroffenes Bauteil ja nachgewiesen worden.
Ein Tuner kann dafür logischerweise keine Haftung übernehmen.

Allerdings mag es im Einzelfall schwierig sein, die Vorschädigung nachzuweisen, bzw. die Schädigung eindeutig auf das Tuning zurückzuführen.
Würde ein Tuner generell haften, bekäme er entweder keine Rückversicherung oder müsste die Preise so erhöhen, daß die Zahl der Tuninginteressenten stark zurückginge.

Wer Sicherheit will, lässt das Tuning eh, oder holt sich gleich ab Werk einen stärkeren Motor (meine Meinung).

Gruß Reiner
 

octavius

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und wenn man schon den stärksten Motor hat, den es ab Werk gibt? Mas macht man dann? Die Marke wechseln und einen Audi 4x4 mit 3l Motor für den doppelten Preis kaufen?
 

toaster

Forenurgestein
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kurz vor dem Sauerland
Entweder mit dem (logischerweise vorhandenem) Risiko leben oder in der Tat ein anderes Auto kaufen.
Kann mit dem Urteil voll und ganz leben. Tuning ist in jeder Form eine Art Risiko, sei es nun aus Sicht der Haltbarkeit, des Verschleisses oder auch der Garantien.

Sehe es also wie Reiner...
 

Superb02

Guest
Also wenn ich das recht gelesen habe, wäre der Schaden früher oder später auch ohne Tuning entstanden... ?(

Wenn da der Tuner haften hätte müssen, dann hätt ich da auch ne Idee gehabt :
Bei A.T.U. oder sonstwo breitere Reifen draufmachen lassen und dann bei einem Motorschaden ATU verklagen, weil ja bei breiteren Reifen der Motor mehr beansprucht würde... :hammer:

Ich find das Urteil voll in Ordnung !
 

octavius

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Einige begreifen es nicht.
Es geht nicht darum, ob das Urteil i.O. ist oder nicht.
Das kann wohl niemand von uns beurteilen.

Es geht darum, dass hiermit eine Entscheidung publik wurde, auf die, wenn ein Tuner es anlegt, er sich in vielen Fällen berufen kann und aus einer Schadenersatzforderung herauszukommen.

Die Rechtslage bei einer Tuninggarantie ist doch schon echt verworren. Dies beweisen auch Themen in diversen Foren, wo den Leuten der Motor/Turbos geplatzt waren und Abt, MTM & Co. nicht zahlen wollten.

Und nun können sich selbige auch noch auf so ein Urteil berufen. Vorschäden lassen sich immer irgendwo feststellen, ob sie nun exisitierten oder nicht.
 

creative-cardesign

Guest
Original von octavius
Ein folgenschweres Urteil. Wenn ich Tuner wäre und mir käme da einer, der sein Motor nach meinem pfuschmäßigem Tuning zerdröhnt hat, dann würde ich ihm immer irgendwie nachweisen, dass seine Karre einen Vorschaden hatte, auch wenn sie nagelneu war.

also ich finde das urteil (gerade da ich selbst tuner bin) durchaus gerecht...

es kann ja nicht sein das man nur weil man am Fahrzeug etwas verändert hat für schäden haftet für die ich als tuner gar nichts kann.....zumal der kunde darauf hingewiesen wurde das eine mehrbelastung entsteht und somit schäden früher auftreten als bei serienfahrzeugen....

hätte der tuner einen anderen kat eingebaut hätte das denke ich ganz anders ausgesehen...

@ octavius

sicherlich dürfte einem gericht aber ziemlich klar sein in welchen fällen ein Bauteil wirklich zu dem Motor/Turboschaden geführ hat...

nicht umsonst gibt es ja gutachter etc....
 
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