Dienstwagen privat genutzt: 50% mehr Steuer

Dieses Thema im Forum "sonstige Autothemen" wurde erstellt von ?, 24.10.2002.

  1. ?

    ? Guest

    Wer privat ein Firmenauto nutzt, soll künftig dafür mehr Steuern zahlen.

    Der Regierungsvertrag läßt keine Zweifel: "Die Pauschale für die private Nutzung von Dienstwagen werden wir von bisher ein Prozent auf 1,5 Prozent monatlich anheben," steht im Koalitionsvertrag zu lesen. Dem klammen Finanzminister soll dies Mehreinnahmen von 500 Millionen Euro jährlich in die Kassen spülen. Schon am 20. November will das neue Bundeskabinett über die entsprechende Gesetzesänderung beraten.

    Wenn Rot-Grün Ernst macht, wird es für Dienstwagen-Nutzer teuer. Wer zum Beispiel einen Wagen fährt, der mit 40.000 Euro in der Preisliste steht, muss fortan jeden Monat 600 Euro als zusätzliches Einkommen versteuern - statt bislang 400 Euro. Im Jahr kommen so 7.200 statt bisher 4.800 Euro zusammen, die zusätzlich zum Einkommen belastet werden.

    Nicht nur Dienstwagen-Fahrer sind entsetzt ob solcher Aussichten. Auch die Verbände von Autoindustrie und Handel sehen schlechte Zeiten kommen: "Damit wird gerade das Fahrzeugsegment erheblich benachteiligt, das sich bislang als besonders konjunkturrobust gezeigt hat", schimpft der Präsident des Verbandes der deutschen Automobilindustrie, Bernd Gottschalk. Sein Ärger ist verständlich: In Deutschland tragen neun von zehn Dienstwagen das Emblem eines heimischen Herstellers. Der Zentralverband der Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) erinnert Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) an eines seiner Wahlversprechen: "Vor der Wahl hat er zugesagt, Autofahren nicht zu verteuern", moniert ZDK-Sprecher Helmut Blümer.

    Jedes zweite Auto ein Dienstwagen

    Fest steht: Die schwächliche Autokonjunktur in Deutschland wird durch die Erhöhung der "Dienstwagensteuer" nachhaltig geschwächt. Im vergangenen Jahr war fast jedes zweite neu zugelassene Auto ein Dienstwagen. Ein Nachfrage-Minus von 150.000 Neuwagen jährlich, so eine Studie des Center of Automotive Research der Fachhochschule Gelsenkirchen, gehe auf das Konto des höheren Steuersatzes. Dauerhaft würde der deutsche Automarkt somit um über vier Prozent schrumpfen. Pikanterweise würde darunter neben Opel, Mercedes und BMW vor allem des Autokanzlers Lieblingshersteller Volkswagen leiden, der für seine Marken fast 42 Prozent des Dienstwagenmarktes reklamieren kann.

    Rot-Grün sind allerdings nicht die Erfinder der Dienstwagensteuer: Bereits 1996 hatte die Regierung Kohl sie eingeführt. Schon das hatte damals Auswirkungen auf die Auto-Konjunktur. Nicht nur der Absatz von teuren Neuwagen ging deutlich zurück. Auch auf dem Gebrauchtwagen-Markt waren Autos der Oberklasse kaum mehr gefragt. Denn Basis für die Berechnung der Steuer war und ist der Listenpreis eines Autos. Weder ein Neuwagen-Rabatt noch ein happiger Gebraucht-Abschlag wird berücksichtigt. Wer also als Freiberufler einen acht Jahre alten SL für 15.000 Euro kauft und ihn dienstlich und privat nutzt, muss trotzdem den Neupreis von 60.000 Euro ansetzen - und demnächst jährlich fast 11.000 Euro "geldwerten Vorteil" versteuern.

    Einzige Alternative zu dieser Pauschalveranlagung: Wer mühsam ein Fahrtenbuch führt, in dem er alle privaten Fahrten festhält, muss nur den Kostenanteil als geldwerten Vorteil versteuern, der tatsächlich auf die private Nutzung entfällt.

    Wer genau wissen will, welchen "geldwerten Vorteil" er künftig im Vergleich zu heute zu versteuern hat, dem hilft der Dienstwagensteuer-Rechner

    Quelle
     
  2. AdMan

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  3. #2 octavius, 24.10.2002
    octavius

    octavius

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    ja Leute und denkt drann, dass das Fahrtenbuch zeitnah geführt wird!
    Das Finanzamt kann so ziemlich jedes Fahrtenbuch kippen, wenn es will. Da werden dann die Spritrechnungen mit Uhrzeit etc. verglichen und der Benzinverbrauch nachgerechnet ..

    Und wenn die km-Stände auf den Werkstattrechnungen mit dem Fahrtenbuch nicht übereinstimmen (weil die Werkstatt geschlampt hat) kippt das Ding auch.
    Hat mich mal 10TDM Nachzahlung bei meinen Audis gekostet.

    Und wer sich ein 10 Jahre altes Auto kauft, das vielleicht mal 150TDM gekostet hat, der wird erst recht bestraft, denn die noch 1%-Regelung gilt für den KAUFPREIS!

    PS:
    Ein Grund mehr, Skoda oder andere preiswerte Wagen
    zu kaufen.
     
  4. dan

    dan Guest

    Hi!

    Andererseits ist es schon gerecht das die private Nutzung eines Firmenwagens als geldwerter Vorteil verrechnet wird.
    Die Frage lautet eigentlich welche Pauschale ist hier wirklich gerechtfertigt?

    CU Dan
     
  5. ?

    ? Guest

    Dienstwagen: Keine Steuererhöhung?

    Die von Rot-Grün geplante Verschärfung der Besteuerung privat genutzter Dienstwagen um 50 Prozent ist nach Informationen der Zeitung Der Tagesspiegel wieder vom Tisch. Dieser Darstellung widersprach jedoch das Bundesfinanzministerium: "Da ist nichts dran", sagte ein Sprecher am Dienstagabend (7.1.). "Es gibt keinen Anlass, das von Regierung und Bundestagsmehrheit geschnürte Steuerpaket jetzt aufzuschnüren."

    Hans Eichel unter Druck

    Die Zeitung begründet ihre Einschätzung unter Hinweis auf Regierungskreise damit, dass sich Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) dem wachsenden Widerstand aus dem Kanzleramt und aus den Bundesländern nicht widersetzen werde. Rund eine Woche vor Beginn der parlamentarischen Beratungen des Gesetzes zum Abbau von Steuervergünstigungen wachse der Druck der Autoindustrie gegen die Neuregelung der Einkommensbesteuerung privat genutzter Dienstwagen. Der niedersächsische Ministerpräsident Sigmar Gabriel (SPD) sagte dem Blatt, einige Länder hätten "erheblichen Gesprächsbedarf".

    Quelle
     
  6. AdMan

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