Die persönliche Wertebildung

Dieses Thema im Forum "sonstige Autothemen" wurde erstellt von Trecker, 20.05.2005.

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  1. #1 Trecker, 20.05.2005
    Trecker

    Trecker

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    Liebe Forumsteilnehmer,

    speziell hier im Auffangthema ist es immer wieder festzustellen, dass sich "Verkehrsteilnehmer" ihre persönlichen Werte schaffen, welche gesetzlichen Bestimmungen rund um das Autofahren Sinn oder Unsinn machen und öffentlich kund tun, sich darüber hinweg zu setzen, weil es "cool" aussieht oder "Spaß macht".

    Sicherlich kann man es auch "sportlich" betrachten, wenn es gelingt, die Vertreter einer Berufsgattung an der Nase herum zu führen, die man eigentlich nur dann sehen möchte, wenn einem selbst der Lack bis zum Blech mit einem Schlüssel zerkratzt wurde.

    Man kann sich auch damit brüsten, für Verkehrs- oder Zulassungsverstöße immer eine flockige Ausrede parat zu haben und deshalb auch noch nicht "geblecht" zu haben.

    Ich sehe es allerdings weder sportlich noch cool oder spaßig, wenn aufgrund solcher persönlichen Werteeinschätzungen Personen oder fremde Sachwerte zu Schaden kommen. Dazu habe ich schon zu viele Menschen weinen, leiden und sterben sehen.

    Was gibt einem Mitglied unserer Gesellschaft das Recht, darüber zu entscheiden, sich abweichend von gesetzlichen Normen zu bewegen die geschaffen wurden, damit auch unerfahrene, ungeübte Autofahrer sich sicher auf unseren Straßen bewegen können?

    Was sage ich einer Mutter, deren Kind von einem lückenspringenden Raser "übersehen" wurde, der innerörtliche Geschwindigkeit um 80 km/h für sich persönlich für adequat hält?

    Wie erkläre ich einem pflegebedürftigen Mann, dass seine Frau von der Fahrbahn abkam, weil ein entgegenkommender Autofahrer unvorschriftsmäßige Beleuchtung eingeschaltet hatte?

    Soll ich tatsächlich sagen: Macht doch nichts, dass Sie ein Familienmitglied verloren haben, die Hauptsache war doch, es hat cool ausgesehen und Spaß gemacht?

    Wer sich aufgrund persönlicher Werteinschätzungen erdreistet, die geltenden Verkehrsregeln ad absurdum zu führen, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht mit beiden Füßen fest auf dem Boden der freiheitlich, demokratischen Grundordnung zu stehen, weil er das demokratische, mehrheitlich gewollte Gesetzgebungsverfahren ignoriert.

    Wer die Meinung vertritt, "so ein bischen Rechtsbruch" sollte man nicht so ernst nehmen, kennt den Ernst des Lebens nicht und hat noch nie ein sterbendes Kind in den Armen gehalten.

    Wo bitte soll die Grenze sein? 60 km/h in der Stadt ist noch OK, aber 80 km/h ist dann doch zu schnell? Zwei Schoppen machen doch nichts, aber wer mit ner Kiste Bier im Bauch herum fährt ist ein potentieller Mörder?

    Antwort: Der demokratisch gewählte Gesetzgeber legt diese Grenzen fest und vertritt damit die Meinung der demokratischen Mehrheit. Wer meint, andere, für sich persönlich geltende Werte setzen zu müssen, weil es Spaß macht oder cool aussieht, handelt nicht nur unverantwortlich, sondern auch gegen den Willen der Mehrheit seiner Mitmenschen.

    Wer dies als erfahrener und geübter Verkehrsteilnehmer auch noch offensiv vertritt, ist sich seiner Verantwortung nicht bewußt, die man gegenüber Schwachen, Alten und Kindern hat, die halt nun mal nicht optimal in diesem immer gefährlicher werdenden Straßenverkehr funktionieren.

    Haut mich, ich bin Prügel gewohnt.
     
  2. AdMan

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  3. #2 canadian, 20.05.2005
    canadian

    canadian Guest

    Zustimmung. Alle Verkehrsregeln, die StVO und die StVZO haben schon ihren Sinn und sollten eingehalten werden.

    Die persönliche Auslegung von solchen Vorschriften ist nicht Sinn der Sache.
     
  4. #3 Schnorchi, 20.05.2005
    Schnorchi

    Schnorchi Guest

    super geschrieben ... respekt

    hoffentlich lesen es auch diejenigen die sich angesprochen fühlen sollen
     
  5. #4 TheDixi, 20.05.2005
    TheDixi

    TheDixi

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    Nun ja, da stimme ich 100% zu, jedoch kann ich nicht den ersten Stein werfen und ich denke, ihr könnt es auch nicht.

    Wenn die Straßen und die Verkehrslage es erlaubt fahre ich auch im Ort mal 65, oder auf der Landstraße auch 130. Aber auch ich hatte einen riesen Schock, als mein Bruder aus dem Krankenhaus angerufen hat, weil er umbedingt bei 10cm Schneedecke mit 90 auf der Landstraße überholen musste und gegen einen Baum fuhr.

    Das einzige was da hilft, sind stärkere, nein, wesentlich stärkere Verkehrskontrollen. In den USA klappt das Prima, da wird selbst auf kilometerlang geradeaus führenden Straßen die Begrenzung eingehalten.

    Ich bin der festen Überzeugung, dass unser Verkehrskontrollsystem falsch greift.
    Es gibt Leute, die die ganze Zeit(oder wenigstens während sie vor mir herfahren) so ziemlich alles falsch machen, was man falsch machen kann und denen passiert nichts. Wird aber an anderer Stelle jemand mit Pedalaufsätzen erwischt wird gleich großes Geld fällig?

    Das kann nicht sein.

    Ausserdem meine ich, dass wenn man niemanden aktiv behindert oder gefährdet, die StVo mal "großzügiger" ausgelegt werden kann.
     
  6. #5 kleiner20hh, 20.05.2005
    kleiner20hh

    kleiner20hh Guest

    Hmm...fürchte fast, dass ich das auf mich beziehen "muss".
    Um es hier ein allerletztes Mal zu erörtern.
    1. Wer noch nie in Hamburg (denn nur hierauf habe ich mich bezogen) bei Nacht gefahren ist, sollte keine voreiligen und völlig überzogenen Schlüsse ziehen.
    2. Eine Mutter, die ihr Kind um Uhrzeiten alleine vor die Tür lässt, die dem JuSchG und dem gesunden Menschenverstand eindeutig widersprechen, handelt grob fahrlässig und ist meiner Meinung nach selbst Schuld wenn sie ihrem Kind nicht beigebracht hat bei sechsspurigen Straßen die Fußgängerampel zu benutzen.
    3. Militante Familienoberhäupter, die die "Tempo 30" in ihren Wohnvierteln vehement verteidigen und fordern, aber dann kaum außer Reichweite der Nachbarn ihr Fahrzeug auf stark überhöhte Geschwindigkeiten auf der Landstraße beschleunigen sind in meinen Augen einfach nur krank!!!
    Sagt jetzt nichts...ich komme aus solch einem Dorf....
    "Oh mein Gott...wir brauchen eine Tempo-30 Zone!!! Die armen Kinder"
    "Aber zum Brötchenholen ins Nachbardorf schieße ich in meinem SLK mit 160 über die Kreisstraße! Da trifft es ja nicht unsere Kinder..."

    Meine Mutter sagt immer: "Außen hui...innen pfui!"

    Oh...ich weiß...das war jetzt wieder starker Stoff...aber ist es nicht so???

    Wenn man 90.000km im Jahr fahren muss, dann ist man es Leid ständig streng angepasst an die Verkehrsregeln zu fahren.
    Dinge die mir wichtig sind, wie das strikte Einhalten der 100 Km/h außerorts und das besonnene Durchfahren von Ortschaften am Tage, sowie ein kameradschaftliches Verhalten gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern, halte ich Tag für Tag und gerne ein. Aber mir braucht niemand zu sagen, dass Geschwindigkeiten zwischen 70 - 80 Km/h nachts auf entsprechend ausgebauten Straßenzügen gleichermaßen verkehrsgefährdend wie das Ausscheren mit 120 Km/h (BAB) hinter einem LKW, wenn ein anderer mit hoher Geschwindigkeit von hinten aufschließt.
    Aber wer langsam fährt bekommt in der Öffentlichkeit wohl immer Recht. Egal wie er fährt...denn man kann so oder so stark verkehrsgefährdend unterwegs sein. Es ist immer eine Frage des fahrerischen Könnens und der technischen und physischen Gegebenheiten. Oft geben sich beide Seiten nichts.
    "RASER" im eigentlichen Sinne, die ihre Fahrzeuge als "ligitime" Waffe einsetzen natürlich ausgenommen.

    Der Teufel in Person hat gesprochen. ;-)

    Bye bye...und LG der Flo

    P.S. Bevor ich jetzt in der Luft zerrissen werde.
    Wär es für möglich hält seine geistigen Fähigkeiten soweit auszunutzen um hinter den Zeilen zu lesen, der wird merken, dass ich mit meiner im Forum "Spritsspartipps vom Km-Fresser" publizierten Fahrweise keineswegs zur Gruppe der "Raser" gehören kann. Aber leider gehört logisches Denken nicht zur Stärke eines jeden Menschen.

    Möchte hiermit natürlich niemanden persönlich angreifen. Es liegt mir fern über schlimme Schicksale und Unglücke zu urteilen. Aber wie sagte vor kurzer Zeit mal wieder jemand zu mir. "Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille!"
     
  7. #6 TheDixi, 20.05.2005
    TheDixi

    TheDixi

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    Ich stimme kleiner20hh zu.

    Wenn wir uns hier über "nachts" unterhalten kann ich das mit 80* durch den Verkehr springen gut nachvollziehen. Wobei das i.d.R. gar nicht nötig ist, weil die Durschnittsgeschwindigkeit gerade auf den 6 - 8 spurigen Ein- / Ausfallstarßen nicht viel darunter liegt. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die B75/B4 Stadtauswärts Richtung Süd. Hier beginnt die Autobahn nachts "inoffiziell" schon tief im besiedelten Gebiet, obwohl 60 erlaubt sind. Und es funktioniert prima, weil Füßgänger an solchen Stellen prinzipiell nichts verloren haben(und ausserdem genügend Ampeln zum Überqueren der Straße vorhanden sind).

    Über Umbauten, die die Sicherheit anderer bzw. die eigene Sicherheit einschränken brauchen wir nicht zu reden. Ich denke z.B. an ein Diskoblaulicht.
    Weg damit von unseren Straßen!

    Edit: * ok, 80 ist übertrieben, aber viel weniger ist es nicht.
     
  8. #7 kleiner20hh, 20.05.2005
    kleiner20hh

    kleiner20hh Guest

    Juhu...jetzt sind wir schon zwei!
    Dann können wir einen Club der :lmaa: aufmachen. :weglach:

    Sich immer hinter einer Gut-Bürgerlichen Meinung zu verstecken ist leider für viele hier immer viel zu einfach. Man sollte einmal ehrlich und offen zu seiner Einstellung stehen. Denn Mitläufer, die den Mund nicht aufkriegen, hat dieses Land schon genug.

    Lg...der Flo
     
  9. #8 TheDixi, 20.05.2005
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    Hihi^^

    Noch mal als Denkanstoß: Die wichtigste Regel in der Straßenverkehrsordnung ist meiner Meinung nach §1: Gegenseitige Rücksichtsnahme. Wenn diesen Punkt jeder befolgt gäbe es viel weniger Konflikte auf deutschen Straßen.

    Wenn auf der Autobahn jemand trotz 120 Begrenzung mit 200 ankommt, lasst den durch! Ob man jetzt noch 20 Sekunden rechts bleibt oder nicht ist doch echt egal.

    Zieht ihr allerdings raus, behindert ihr diesen "Raser" und erntet mit Sicherheit auch wieder eine Behinderung durch zu dichtes Auffahren.

    Wenn mich jemand behindert gebe ich das in gewisser Weise auch zurück, vor allem wenn ich direkt gefährdet werde.

    Hab das schon mal an anderer Stelle gesagt, von mir aus kann mich jemadn mit 200 auf der Landstraße überholen. Was stört mich das? Wenn der mich nicht behindert, mir egal. Ist sein Ding, nicht meins. Solange derjenige im nächsten Ort auf ne vernünftige GEschwindigkeit abgebremst hat. Und meistens sind es die "Korektfahrer", die nicht in der Lage sind in gefährlichen Situationen richtig zu handeln.
     
  10. diba

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    Hi.
    Ich bekenne mich als "Schnellfahrer", gerne Vmax.
    Seit fast 40 Jahren mit dem Auto unterwegs.Aktueller Punktestand in Flensburg: 1 Punkt (121km/h auf Landstrasse bei erlaubten 100).
    Fahre ca. 60000km/Jahr. Häufig nachts, überwiegend BAB. Halte mich aber strikt an Tempolimits(bis auf die eine Ausnahme).
    Fahre nicht dicht auf. Habe meine Lichthupe nicht in Betrieb und blinke höchstens aus weiter Entfernung, bremse aber auch ab um den Sicherheitsabstand einzuhalten.
    Was mich ankotzt ist folgendes: Ich überhole auf freien, nicht begrenzten Strecken, pötzlich Tempolimit z.B. 120, ich bremse auf 120-130 ab, und jetzt kommts, die Schnarchzapfen die ich vorher überholt habe, ziehen jetzt wieder mit 145/150 auf der linken Spur vorbei und bleiben dann auch auf der linken Spur, wenn das Limit wieder aufgehoben ist, weil am Horizont ein LKW auftauchen könnte! Das nervt!
    Ich vermisse die gegenseitige Rücksichtnahme, den ordnungsgemässen Gebrauch des Blinkers , das Einhalten eines Sicherheitsabstandes sowie die nötigen Geschwindigkeitskontrollen durch unser grünen Helfer (in keinster Weise ironisch gemeint).
    Meine Freiheit hört da auf, wo ich Andere behindere, belästige, störe oder gar gefährde.
    Eine Bitte an alle Autofahrer:
    Haltet endlich die Geschwindigkeitsbegrenzungen im Baustellenbereich ein. Sie dienen, unter anderem, zur Sicherheit der dort Beschäftigten. Die Menschen, die da arbeiten, haben einen schweren und gefährlichen Job. Ich habe mit den Unfallopfern beruflich zu tun und weiss was ich da schreibe.
    Trotzdem, schönes Wochenende
    diba, unterweg mit naphtajet.
     
  11. pic86

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    Ganz genau!

    @TheDixi und vor allem kleiner20hh

    Und wenn Ihr noch soviel schreibt begründet, wägt, kritisiert... und "kleiner20hh" sich sogar zu der Behauptung versteigt, dass dieses Land "genügend Mitläufer" hat und er stolz zu seiner (gesetzeswidrigen) Meinung steht: Verkehrsregeln und ihre Einhaltung sind NICHT diskutabel und IN GAR KEINEM FALL Auslegungssache von Menschen, die sich moralisch über den Dingen erhaben fühlen, noch dazu mit völlig lächerlichen Begründungen (von wegen "noch nicht in Hamburg gefahren" etc.)

    Ich teile Trecker´s Meinung in allen Punkten und ohne Einschränkung und gehe davon aus, dass es die weit überwiegende Mehrheit der Community-Mitglieder genauso tut.
     
  12. #11 Trecker, 21.05.2005
    Trecker

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    ...auch ich fahre gerne schnell, dort, wo es erlaubt ist und dann, wenn es die Verkehrs- und Witterungslage zulässt.

    @ TheDixi und kleiner20hh:

    Ihr habt genau den Diskussionspunkt getroffen, den ich wollte. Ihr glaubt, Euch einig zu sein, seid es aber nicht.

    Ihr habt für Eure persönlichen Bedürfnisse eigene, persönliche Werte geschaffen, die außerhalb der gesetzlichen Norm liegen, die aber dennoch unterschiedlich sind.

    kleiner20hh meint, unter bestimmten Voraussetzungen sei es möglich und legitim, gefahrlos für sich selbst und andere einen bestimmten Faktor an Geschwindigkeit über dem Zulässigen fahren zu dürfen.

    TheDixi meint auch, dass man schneller als erlaubt fahren darf und nennt bei vergleichbaren Voraussetzungen allerdings einen abweichenden Faktor. (Edit: * ok, 80 ist übertrieben, aber viel weniger ist es nicht.)

    Jetzt kommt der fiktive nächste Autofahrer und vertritt die Meinung, die von kleiner20hh angepeilte Geschwindigkeit gehe durchaus in Ordnung, aber warum eigentlich nur nachts und auf der unbelebten Ausfallstraße? Sollen doch die besoffenen Trottel auf der Reeperbahn aufpassen, dass sie mir nicht vors Auto fallen... und damit seid Ihr beide wahrscheinlich auch nicht einverstanden.

    Seht Ihr, wo die Reise hin geht?

    Dies soll hier kein Thread über das Für und Wider von Geschwindigkeitsüberschreitungen unter welchen Voraussetzungen auch immer werden, es geht um die Feststellung, dass Menschen ihre persönlichen Werte über die der Allgemeinheit stellen, wie sie vom gewählten Gesetzgeber festgeschrieben wurden.

    ...und Ihr beweist mit Euren Beiträgen, dass dies so ist. Es ist nicht meine Absicht Euch anzuprangern und auch nicht, Euch verantwortunslos zu schelten. Es ist schlichtweg die Feststellung einer menschlichen Eigenschaft über die man mal nachdenken sollte.

    Wer nun die Verkehrsnormen auf § 1 StVO reduzieren möchte, könnte eigentlich doch gleich die komplette Gesetzgebung durch die 10 Gebote ersetzen. Das funktioniert nicht, weil jeder unter den Begriffen Behinderung oder Gefährdung oder Belästigung etwas anderes versteht. Darum sind konkretisierende Normen geschaffen worden und nicht deshalb, um es Jedermann selbst zu überlassen, unter welchen Bedingungen davon abgewichen werden darf.

    Auch ich bin nicht frei von Fehlern, auch ich bin schon zu schnell gefahren oder habe vergessen, die Nebelscheinwerfer auszuschalten, es ist jedoch ein Unterschied, ob man dies vorsätzlich oder fahrlässig tut.
     
  13. Fresh

    Fresh Guest

    @ Trecker
    also bevor ich anfang zu kritisieren muss ich sagen, das dein beitrag zum aller größten teil sehr gut und vernünftig ist! Soetwas braucht das forum um gute diskussionen führen zu können. :loben:
    ich fühl mich mal von deinen formulierungen angesprochen, weil ich doch auch manchmal den verkehrsvorschriften widersprechend fahre (was jeder macht...)
    also, erstens ist es für mich ein problem die öfter willkürlichen regeln zu akzeptierne. ich habe manchmal(!)[nicht immer] das gefühl, das Verkehrsregeln (z.B.: Gescgwindigkeitsbegrenzungen) nicht gerade an die Verkehrsituationen angepasst sind. halte ich also selber die regeln für 'schwachsinn' so liegt es auch nahe sich darüber hinwegzusetzen(Vernunft!?). Das ist natürlich sehr diskussionswürdig, aber ich finde trotzdem, dass ich es des öffteren ganz gut einschätzen kann, wie sich eine Verkehrssituation verhält.
    zweitens ist es meiner meinung nach der Fall, dass auch viele (nicht alle) Unfälle wegen ganz anderen gründen zustande kommen, nicht aber wegen regelüberschreitungen...also was sagst du einer mutter die ein kind verloren hat, weil ein opi mit 30 drüber gerollt ist (es kommt wohl die gleiche erklärungsnot auf)....
    drittens ist die frage, ob nicht genau die von dir thematisierten 'langsam fahrer' (+vorsichtig fahrer) nicht auch oft unsicher fahren! das ist meiner Meinung nach ein wesentliches problem: alles langsam+vorsichtig fahren nützt nix wenn man die Verkehrssituationen nicht einschätzen(!!) kann, was mir jeden tag im auto wiederfährt
    und viertens will ich noch sagen, dass die Regeln und Gesetze ja selber von Menschen gemacht wurden, also durchaus nicht 100% richtig(angepasst) sind. Damit meine ich nur, dass man nicht immer alles für bare Münze nehemen muss/soll was man sieht...ich schätzte mich (wie seehr viele andere) als ganz vernünftig ein, und denke das ich zwischen vielen Situationen im Straßenverkehr ganz gut abwägen kann welches Verhalten angepasst ist!

    Nochmals, ein guter Beitrag von dir der zum gedanklichen Austausch anregt

    Mfg Fresh

    Ps.: vielleicht ist diese geschichte bei MIR auch ein wenig alters abhängig, denn ich merke, dass ich mit zunehmender (wennman das bei mir überhaupt schon sagen kann) Zeit immer umsichtiger fahre, aber das ist nur ne vermutung

    Alles gute;)
     
  14. #13 TheDixi, 21.05.2005
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    Ich sehe natürlich ein, dass Gesetzte ihren Sinn haben(ich gehe ja auch nicht einfach ne Bank ausrauben).

    Aber wie gesagt, ich halte mich nicht immer 100% an die StVo, weil ich der Meinung bin, dass ich das verantworten kann(nicht falsch verstehen!).

    Ich hatte schon einige knappe Situationen, die viele andere nicht so gemeistert hätten wie ich. Und ich kenne mein Auto und mich sehr gut und weiß wo die Grenzen liegen.

    Und im Prinzip wird das gesamte Gesetzt ständig gebeugt oder mißachtet. Das geht schon los, wenn ich mal wieder frische Lackspuren an meiner Tür finde, weil irgendjemand unachtsam die Tür geöffnet hat. Ist das nicht Unfallflucht? Wenn mans genau nimmt, sich also genau ans Gesetz hält, hat man eine Unfallflucht!

    Ausserdem ist es noch lange nicht so, dass ich mich leichtfertig über das Gesetz hinwegsetzte. Wie gesagt, ich fahre nicht mit Nebels wenns nicht erlaubt ist, Habe mein Fernlicht zu 70% aus bevor ich das Auto überhaupt sehe das mir entgegenkommt(sonst spätestens nach 2 Sek.) und halte mich schon an die Geschwindigkeitsbegrenzung.

    Ich finde es viel schlimmer nicht zu blinken(oder zu spät), die Spur nicht einzuhalten(oder Speerflächen überfahren) oder wesentlich zu langsam zu fahren(weil i.d.R. heißt das auch unsicherer). Und solche Spinner, die auf der Autobahn bei Regen die Nebelschlußleuchte einschalten und mit 100 daherfahren sollte man auch aus dem Verkehr ziehen! Weil die alle behindern den Verkehr aktiv!

    Wenn ich mal, wenn es der Verkehr zulässt satt 60 80 fahre kann man nun wirklich niemandem vorwerden.

    Und auf der Reeperbahn lässt der Verkehr das durch die vielen Fußgänger nicht zu. Also handeln die, die mit 80 über die Reeperbahn knallen grob fahrlässig und sollten eigentlich dafür bestraft werden.

    Die Fußgänger, die nicht die Ampelübergänge benutzen, handeln übrigens genauso fahrlässig und in eigener Verantwortung, also kann ich als Autofahrer auch nicht wirklich was dafür wenn ich jemanden erwische(ob jetzt mit 50 oder 65 sei mal dahingestellt).
     
  15. R2D2

    R2D2 Guest

    :popcorn:

    Den Fred am besten gleich dicht machen, bevor er total ausartet, noch ist es unterhaltsam die abstrusesten Meinungen hüben wie drüben zu lesen... :party:
     
  16. #15 Scanner, 21.05.2005
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    Mal ganz ehrlich: Wer sich hier mit flotter Sohle outet, hat doch nur
    bewiesen, dass ihm die Gesellschaft am A**** vorbei geht.
    Hat denn von denen keiner Eltern oder gar Großeltern,
    die auch noch rüstig mithalten wollen und auch können.
    Und genau für die sind doch die Regeln so ausgelegt.
    Von Rücksicht hat wohl noch keiner was gehört.

    Wer jetzt meint, er muss mir frech rüberkommen von wegen,
    die hätten nix mehr auf der Straße zu suchen, dem sei nur gesagt,
    dass ER dann nix mehr auf der Straße zu suchen hat.
     
  17. pic86

    pic86

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    Vielleicht wäre das der bestmögliche Zeitpunkt, den Thread zu schliessen?
     
  18. #17 Trecker, 21.05.2005
    Trecker

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    Gutes Atgument, Fresh

    Es geht auch mir so, dass ich es manchmal nur schwer verstehe, warum auf einer gut ausgebauten Straße ein Tempolimit eingerichtet ist. Ich sage mir dann, dass die Personen, die das angeordnet haben, ihre Gründe hierfür haben, die ich nicht kenne.

    Am Airportring am Frankfurter Flughafen ist dies z.B. so. Zwei Spuren im Autobahnformat in jede Fahrtrichtung, kerzengerade und übersichtlich und dennoch Tempolimit 50. Das Tempolimit ist deshalb eingerichtet, weil sich massenweise Ortsunkundige, die sich an Wegbeschilderungen orientieren, plötzlich bremsen oder unerwartet langsamer werden, den Fahrstreifen wechseln etc. Diese treffen dort mit ortskundigen zusammen, die schneller fahren wollen, weil sie sich nicht orientieren müssen was die Straßenführung eigentlich zulassen würde. Eine gefährliche Situation, die vor der Einführung des Tempolimits zu massenweisen Auffahrunfällen und seitlichen Zusammenstößen geführt hat. Eigentlich würde dort ein Tempolimit 70 reichen, wobei wir wieder genau beim Thema sind. Die Verkehrsbehörde hat 50 gewählt, damit wenigstens 70 gefahren wird :hihi:

    @ TheDixi:

    Du triffst erneut das Thema voll und ganz. Ich spreche Dir nicht ab, sehr wohl abschätzen zu können, was in der konkreten Situation geht oder auch nicht. Ich habe meinen Führerschein seit 34 Jahren und habe mit 18 Jahren als Neuling einmal einen Unfall gebaut, weil ich auch dachte, Verkehrsregeln mißachten zu können. Die Regeln orientieren sich halt nun mal an den schwächsten Gliedern der Verkehrsteilnehmerkette. Daraus darf man aber kein Privileg für erfahrene Vielfahrer ableiten.

    @ R2D2:

    Ich finde nicht, dass dieses Thema gefahr läuft auszuarten. Es läuft doch alles sehr sachlich und konstruktiv ab.

    @ alle:

    Wenn es zu einem Unfall kommt, prüft das Gericht die sogenannte Vermeidbarkeit. Dies kann dazu führen, dass z.B. ein vorfahrtberechtigter Fahrzeugführer dennoch die Schuld erhält, wenn er zu schnell war und bei korrekter Geschwindigkeit rechtzeitig zum Stehen gekommen wäre. Hierzu erhält man sehr interessante Informationen, wenn man in Google "Vermeidbarkeitsbetrachtung" eingibt.

    Aber eigentlich wollte ich diesen "Fred" (hübsches Wort R2D2) nicht an Geschwindigkeit fest machen.
     
  19. #18 M.Herrmann, 21.05.2005
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    falls die tendenz der antworten weiterhin in richtung "müssen Vorschriften auch dann befolgt werden, wenn ich ein ganz toller Autofahrer bin?" gehen, wäre ich gezwungen vernünftigerweise den thread dichtzumachen...ihr habts in der hand

    wäre schade, wenn man im forum nicht niveauvoll und im rahmen der gesetze diskutieren könnte
     
  20. AdMan

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  21. #19 Trecker, 21.05.2005
    Trecker

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    Den Scanner hab ich erst jetzt gesehen ... sorry,

    Du gehst auf das Problem sehr emotionell ein, aber das ist verständlich.

    Unfallursache Nr. 1 ist die "nicht angepasste Geschwindigkeit", ich weiß das, weil mir entsprechende Statistiken zugänglich sind.

    Es ist allerdings auch richtig, dass sogenannte "Schleicher", die es in allen Altersgruppen gibt, bei ungeduldigen Fahrzeuglenkern Agressionen und unbedachte Fahrweisen hervorrufen können, die dann wiederum unfallträchtig sein können, weil die Hemmschwelle, mit persönlicher Werteinschätzung die StVO außer Kraft zu setzen, deutlich sinkt.
     
  22. Draco

    Draco

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    Man sollte diese Diskussion auf einem Treffen weiterführen, wo man sich gegenseitig in die Augen schauen kann.
    Mal sehen, wer sich dann immer noch traut, seine Meinung aus diesem Thread weiter zu vertreten :unschuldig:

    Mich wundert, daß hier über Sinn und Unsinn von Einhaltungen gesetzlicher (!!) Regelungen diskutiert wird. Was gibt es darüber zu diskutieren ??
    Gesetz ist Gesetz, da ändert selbst eine lange, unbefahrene Landstraße, weitab von Kindergärten und Wohnvirteln nichts dran !
     
Thema:

Die persönliche Wertebildung

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