Der Euro und das Auto

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In Sachen Euro machen Verbraucherschützer derzeit Jagd auf offene und versteckte Preiserhöhungen im Vorfeld der Währungsumstellung. Doch während sie in Boutiquen und Kaufhäusern oder im Kühlregal der Supermärkte offensichtlich regelmäßig fündig werden, kommt die Gemeinschaftswährung die Autofahrer allem Anschein nach nicht teuer zu stehen.

Im Gegenteil: Stellenweise wird der automobile Alltag künftig sogar günstiger.

Der kritischste Blick gebührt dabei den Autopreisen selbst. Sie sind mittlerweile bei vielen Herstellern und Importeuren bereits auf glatte Euro-Beträge umgestellt. Daher wirken sie in D-Mark ausgesprochen oft etwas ungewöhnlich, wenn etwa Mercedes für den S 320 die krumme Summe von 117.975,67 Mark verlangt. Doch während andere Branchen die Umstellung - so der Vorwurf mancher Verbraucherschützer - für satte Aufschläge genutzt haben, liegen die aktuellen Preiserhöhungen bei den Autoherstellern auf dem üblichen Niveau der Vorjahre.

Beim ADAC in München sieht man nach eigenen Angaben derzeit keinerlei Anlass zur Kritik. Nach wie vor gibt es dort die zurückhaltende Hoffnung, dass der Euro für mehr Transparenz im grenzüberschreitenden Autohandel sorgt und so zumindest mittelfristig eine weitere Angleichung der Fahrzeugpreise innerhalb der EU vorantreibt. Ein Szenario, von dem Käufer im Hochpreisland Deutschland nur profitieren können.

Doch die Autofahrer müssen gar nicht so weit in die Zukunft blicken, um dem Euro etwas Positives abzugewinnen. Konkrete «Vergünstigungen» sind bereits in Sicht: So werden Strafmandate nach Angaben des Verkehrsministeriums aus Berlin zum 1. Januar 2002 billiger, weil Verkehrsminister Bodewig Bußgelder glätten und abrunden möchte. Damit werde auf Einnahmen von über 100 Millionen Mark verzichtet.

Wer heute für einen Tempoverstoß noch 80 Mark bezahlt, soll nach den Planungen des Verkehrsministeriums künftig mit 40 Euro belangt werden. Das entspricht nach dem offiziellen Kurs 78,23 Mark und damit einer Vergünstigung von 2,2 Prozent. Noch mehr «sparen» Autofahrern bei «Knöllchen» für 75 Mark. Die kosten künftig nicht 38,35 Euro, sondern nur 35 Euro und werden damit 8,7 Prozent günstiger.

Aber nicht überall ist der Staat derart großzügig. Bei der Kraftfahrzeug-Steuer wird laut Finanzministerium pfenniggenau umgerechnet. Bei der Entfernungspauschale zeigt die Behörde einerseits spendabel - sie rundet die 70 Pfennige für die ersten zehn Kilometer auf 36 Cent auf und schenkt den Bürgern so 0,4 Pfennige pro Kilometer. Bei Entfernungen über zehn Kilometern jedoch schrumpft die Pauschale von 80 Pfennigen auf 40 Cent, so dass Berufspendler knapp zwei Pfennige einbüßen. Bei einer Gesamtstrecke von 30 Kilometern und runden 220 Arbeitstagen im Jahr verliert ein Autofahrer somit jährlich knapp 70 Mark. Während der Staat nach Berechnungen von Experten insgesamt 450 Millionen Mark gewinnt.

Trost spendet da die Aussicht auf günstigere Parkgebühren. Denn wer bislang zwei Mark in den Automaten geworfen hat, der kommt künftig nach Ankündigung vieler Städte und Gemeinden mit einem Euro rund vier Pfennig billiger weg. Allerdings wird die Umstellung nicht überall so glatt und günstig verlaufen - zumal im Zuge der Euro-Einführung wohl auch die letzten klassischen Parkuhren gegen moderne Ticketautomaten mit intelligenter Technik und stufenloser Fortschreibung der Parkzeit ersetzt werden.

An vielen Stellen können dann Preise und Zeitabschnitte nach Angaben des europaweit aktiven Parkraum-Bewirtschafters Apcoa in Stuttgart neu gestaffelt werden. So dass man zwar in den ersten Minuten oder Stunden tatsächlich spart, später aber um so tiefer in die Tasche greifen muss. Außerdem verzichten viele Parkhausbetreiber laut Apcoa künftig auf glatte Beträge und arbeiten zumindest vorübergehend auch wieder in Schritten von 0,10 Euro, damit allzu große Rundungsverluste ausgeglichen werden können.
 
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