Das Problem mit fingierten Unfällen

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  1. Mic

    Mic Guest

    Manchmal macht ein Autofahrer keinen wirklichen Fehler, und es kracht trotzdem. Die Erklärung besteht dann oft darin, dass ein anderer bewusst den Unfall herbeigeführt hat. Die Schuld liegt dann offiziell bei dem arglosen Unfallgegner.

    «Wir gehen davon aus, dass acht bis zehn Prozent der Verkehrsunfälle auf diese Weise zu Stande kommen», sagt Klaus Brandenstein, Sprecher des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin.

    Grundsätzlich geht es bei den fingierten Unfällen um zwei unterschiedliche Verfahren: «Einerseits gibt es da Gruppen, bei denen sowohl Täter als auch Opfer zu einer Bande gehören», erklärt Brandenstein. Ziel ist, an einem Auto einen möglichst großen Schaden zu verursachen, den die Versicherung dann bezahlt. Die Beulen werden möglichst billig wieder geglättet, so dass ein großer Teil des Versicherungsgeldes als Gewinn bleibt.

    «Seit Anfang der neunziger Jahre ist die Zahl der großen und organisierten Gruppen erheblich gewachsen», so Christian Weishuber, Sprecher der Allianz-Versicherungen in München. «Und wir werden in den nächsten Jahren noch mehr von diesen Gruppierungen bekommen.»

    Bei der klassischen Variante des gewollten Unfalls legen es Kriminelle darauf an, andere Verkehrsteilnehmer einen Unfall verursachen zu lassen. Wie das praktisch funktioniert, erklärt Jochen Hövekenmeier vom Automobilclub von Deutschland (AvD) in Frankfurt am Main: «Eine typische Situation ist die gelbe Ampel. Der Fahrer gibt Gas, um den Eindruck zu erwecken, dass er die Ampel noch bei Gelb passieren will. Wenn der Hintermann es ihm nachmacht, tritt er plötzlich auf die Bremse, so dass der Folgende auffährt.» Die Vollbremsung wird dann dementiert. «Oft gehört zu den Tätern auch noch ein vermeintlicher Zeuge.» Die Schuld bekommt der Auffahrende.

    Und es gibt noch einige typische Situationen mehr: «Sehr beliebt sind auch unübersichtliche Ecken mit Rechts-vor-Links Regelungen», so Hövekenmeier. Der Täter wartet in der kaum einsehbaren vorfahrtberechtigten Straße, bis ein Mittäter ihm den Hinweis gibt, dass ein unachtsamer Autofahrer kommt - dann gibt er Gas. «Stark aufgeholt hat auch der Trick beim Spurwechsel auf mehrspurigen Straßen innerorts.» Dort fährt der Täter auf der mittleren Spur. Will jemand links oder rechts vor ihm die Spur wechseln, gibt er ihm mit einem Handzeichen sein Einverständnis - und rammt den Spurwechsler.

    Kommt es in der Stadt meist nur zu Blechschäden, kann es außerorts gefährlich werden, wie etwa bei einem Trick an Autobahnauffahrten: «Wenn man die Kurve hinunter zur Autobahn fährt, schaut man meist nach hinten, um zu sehen, ob Platz auf der Fahrbahn ist», sagt Christian Weishuber. Im Wagen davor sitzen die Täter - einer fährt, ein anderer gibt Nachricht, wenn der nachfolgende Fahrer nach hinten schaut - dann wird gebremst. «Diese Täter nehmen Gesundheitsgefahren für andere in Kauf.» Schließlich liegt das Tempo in solchen Situationen meist bei 70 bis 100 Stundenkilometern.

    Für die Opfer ist es schwer, sich gegen Unfall-Trickser zu wehren. In der Regel hat zunächst das hereingelegte Opfer die Schuld. Klaus Brandenstein rät, sich das andere Fahrzeug genau anzuschauen. Zeigt es Spuren oberflächlich reparierter Unfallschäden, ist dies verdächtig. «Wenn die Situation unklar erscheint, sollte auf jeden Fall die Polizei geholt werden», so Brandenstein. «Man kann auch der eigenen Versicherung einen Tipp geben, dass man einen Verdacht hat.»

    dpa/gms
     
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  3. andi62

    andi62

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    Das ist eine unglaubliche Sauerei, aber leider Alltag und im Zweifel wirklich kaum zu beweisen.

    Bisweilen gibts auch noch die Variante, dass einer mit einer alten Kiste es einfach darauf anlegt...
    Kriminell, aber wie beweisen in solchen Situationen?

    Gruß
    Andi
     
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