Das Auto als Statussymbol?

Diskutiere Das Auto als Statussymbol? im sonstige Autothemen Forum im Bereich Skoda Forum; @Richter86 Leider verstehe ich nicht genau, was du mit deinem Posting sagen willst. Wessen Meinung? Meine? Die der Generation davor? Und was...

  1. Jopi

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    @Richter86 Leider verstehe ich nicht genau, was du mit deinem Posting sagen willst.
    Wessen Meinung? Meine? Die der Generation davor? Und was trifft nicht zu?
    Ich habe geschrieben, dass ich die Aussagen der Generation davor auch nicht überbewerten würde.
    Es gibt aber mehrere Aspekte, die man berücksichtigen sollte.

    @MikeIV : es geht hier gerade nicht um die USA, da sind viele Dinge ganz anders.
     
  2. tehr

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    Ich habe vor acht Jahren ein Haus gebaut. Damals waren die Zinsen ungefähr vier Mal so hoch wie heute. Möglich war das alles, weil ich durch Eigenkapital den Kredit kleingehalten habe. Ich bin halt damals keinen Superb, sondern Golf bzw. einen gebrauchten O2 gefahren. Das ging auch.

    Ja, die Hütte steht nicht mitten in einer Großstadt, wo die Grundstückspreise natürlich höher sind. Die Mieten aber auch.
     
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  3. #163 emmA3, 08.07.2020
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 08.07.2020
    emmA3

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    Ich möchte mich - bevor es hier wieder zu persönlichen Befindlichkeiten kommen könnte - erstmal entschuldigen, falls sich jemand von meinen Aussagen beleidigt oder angegriffen gefühlt haben sollte. Dies war nicht meine Absicht, zu keiner Zeit oder in keinster Weise. Ich möchte auch betonen, dass ich mich nicht angegriffen gefühlt habe, auch wenn meine letzten Beiträge vielleicht emotionaler rüberkamen, als von mir angedacht. Danke sehr.
    ----------

    Zurück zum Thema: Auto als Statussymbol. Dazu ist mir noch eine Sache eingefallen, welche ich in letzter Zeit vermehrt erlebe:
    die heranwachsende Gesellschaft legt keinen Wert mehr auf Autos. Als MA im Marketing eines Autohauses bekomme ich regelmäßig über Social Media Kanäle Rückmeldungen wie "Wer will überhaupt noch ein Auto?" oder "Kann sich doch eh kein Mensch leisten!" und "Autos sollte man abschaffen, geht doch alles mit dem Fahrrad oder Öffis!"

    Der Haben-Wollen-Effekt verschiebt sich. Lieber Technik, Mode, Feiern gehen oder Urlaube oder für die Umwelt kämpfen (was ich nicht schlecht heiße), aber der Besitz eines Autos ist nicht mehr oberste Priorität. Die SharEconomy hat voll eingeschlagen, teilen statt besitzen. In Großstädten machen viele nicht mal mehr einen Führerschein und lassen sich dann lieber von der einzigen Person im Freundeskreis fahren, wenn es mal nötig ist. In 10 Jahren macht gefühlt keiner mehr einen Umzug selbst, weil es außer den Eltern keinen im Umfeld mehr gibt, der den Transporter fahren kann. :D Bei uns schleppen die jungen Leute IKEA-Möbel in die Bahn, denn Auto fahren ist der Teufel.

    Klar, die Zinsen waren höher. Aber die allgemeinen Preise niedriger. Vor acht Jahren hätte hier ein vergleichbares Haus mit Grundstück rund 100.000 € weniger gekostet als heute. Und wie konntest du Eigenkapital aufbauen? Guter Job (es sei dir gegönnt), aber auch wesentlich geringere Lebenshaltungskosten! ;) Vor acht Jahren hatte ich nicht einmal ein eigenes Auto. Mehr sparen war nicht drin, außer bei Mama wohnen.

    Und ja, die Mieten sind auch gestiegen, aber nicht in dem Maß, wie Grundstückspreise gestiegen sind hier in Berlin und Umgebung. Obwohl diese Stadt arm ist wie eine Kirchenmaus, sind wir von den Gründstückspreisen im Ranking das zweitteuerste Bundesland. Im gleichen Zeitraum sind die Mieten aber nicht so drastisch gestiegen, ergo geht da die Schere auch auseinander.

    Aber wie gesagt, ich gönne jedem das bar bezahlte Haus, Boot, Auto und die Insel in der Südsee. Die Prioritäten sind verschiedene und die Möglichkeiten auch. Gern können wir mal unter uns @tehr mit offenen Karten spielen, ich schick dir mein Gehalt und meine Fixkosten und du mir deine. Gehört aber hier nicht her.

    Da sagst du was: ich möchte behaupten, dass ich nie faul war. Bequem, ja. Aber ich habe Abitur gemacht, habe eine unbezahlte (zu zahlende) Ausbildung hinter mir, die ich mir mit einem Job nebenher finanziert habe. Ich arbeite seitdem mit einem Jahr KZH ununterbrochen, beim 3x Arbeitgeber. In einem Job, der Spaß macht, aber mich nicht reich. Und egal, welche Zusatzqualifikation ich noch machen würde, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nie reich werden würde.

    Ich sag mir immer: "Wäre ich nicht so dumm, hätte in der Schule aufgepasst und hätte ich was Richtiges gelernt, wäre ich heute vielleicht wer!" Aber ich bin halt Niemand und kann halt nix, so muss es eben reichen mit dem, was ich habe.
     
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  4. Tuba

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    Jetzt passt das, und in Verbindung mit geringeren Gehältern relativiert sich das noch mehr. Mein (und nicht nur mein) Gehalt hat sich in den letzten 25 Jahren verdoppelt - ob das auch auf die LHK zutrifft, lasse ich dahingestellt.
     
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  5. Jopi

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    „Reich“ ist ohnehin relativ und auch nicht unbedingt erstrebenswert, meiner Meinung nach.
     
  6. MikeIV

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    Sich selber Kleinreden hilft halt auch nix...
    Man kann ja trotzdem mit dem, was man erreicht hat, zufrieden sein. Und es heißt ja auch lange nicht, dass derjenige der "mehr erreicht" hat, klüger, fleißiger oder sonstwas ist. Manchmal hat man halt einfach Glück und ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

    Für mich persönlich ist Haus oder Auto kein Statussymbol. Es ist schön, dass ich es aus eigener Kraft erreicht habe, und natürlich erfreue ich mich am Komfort, mit dem ich lebe, aber es hat keinen "besonderen" Wert für mich.
    Wichtig ist für mich meine Familie. Wenn ich irgendwo angebe, dann was ich für ein tolles Kind und für eine tolle Frau habe. Das macht mich stolz, da habe ich wirklich was erreicht. Wenn ich auf jemanden im meinem Leben früher neidisch war, dann auf die, die eine tolle Familie hatten, aber nie auf die, die tolle Gegenstände besaßen.
    Das ist dann jetzt auch mein Statussymbol. :)
     
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  7. Tuba

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    Lieber reich und gesund als arm und krank ... ;)
     
  8. tehr

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    Das Grundstück hatte ich schon ein paar Jahre vorher gekauft, um die Erhöhung der Grunderwerbssteuer zu umgehen und auch um Geld sicher zu parken.
    Tatsächlich hatte ich einige Jahre ein höheres Einkommen und geringere Lebenshaltungskosten und nicht einmal ein eigenes Auto. Der Grund dafür war aber, dass ich bereit war, für meinen Arbeitgeber befristet meinen Lebensmittelpunkt zu verlegen. Da muss man halt schon einmal seine Komfortzone verlassen und sich auf ein Abenteuer einlassen. Heute ist es schon für viele eine Katastrophe, wenn sie 10 km weiter fahren müssen.
     
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  9. Weiste

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    Das kann ich so bestätigen.
    Meine beiden Kinder (Sohn, 20 und Tochter, 18 Jahre alt) legen beide überhaupt keinen Wert auf ein Auto, ja nicht mal auf den Führerschein.
    Mein Sohn hat erst mit über 19 Jahren den Führerschein gemacht, und dass auch erst, nachdem ich ihm sagte, dass man den heute in den meisten Berufen braucht.
    Und meine Tochter hat auch bis heute noch nicht mal angefangen damit. Ok, die war auch bis vor ein paar Tagen noch mit ihrem Abitur beschäftigt, hat aber auch jetzt gerade erst wieder mitgeteilt, dass sie auch jetzt, nach Ende der Schullaufbahn erst mal kein Interesse daran hat, den Führerschein zu machen.
    Und beide hätten locker genug Geld sowohl für Führerschein und - wenn sie es unbedingt gewollt hätten - sogar für ein eigenes (gebrauchtes) Auto auf ihrem jeweiligen Konto gehabt, denn wir haben für beide ab Geburt damals Monat für Monat Geld angelegt, was sich in den Jahren zu einem Betrag summiert hatte, von dem ich damals als 18-jähriger nur geträumt hätte.
    Am Geld liegt es also bei meinen beiden schon mal nicht, sondern tatsächlich daran, dass man hier in Frankfurt und Umgebung kein Auto braucht, und dass es für junge Leute auch scheinbar tatsächlich überhaupt kein Statussymbol mehr ist, was man trotzdem unbedingt haben will.
    Ich habe bei beiden auch mal nachgefragt und in deren Freundeskreis sieht es ganz ähnlich aus. Da hat zwar auch mal einer den Führerschein schon gemacht, aber die meisten eben noch nicht.
    Wenn ich da an uns damals denke: da war es fast Pflicht, am 18 Geburtstag endlich die ersehnte (damals noch graue) Pappe in den Händen zu halten. Das hat sich, jedenfalls hier im städtischen Raum, wohl gründlich geändert. Auf dem Land, wo nur "einmal am Tag" der Bus kommt, mag das noch anders aussehen.
     
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  10. #170 Christian_R, 08.07.2020
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    ich spreche hier nicht von Haus und Boden sondern von einer Wohnung
    das sich heute ein normaler Mensch keine Million mehr erarbeiten kann ist verständlich
     
  11. tehr

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    Ja, das ist tatsächlich so. Wir mussten auch schon ein paar Bewerber wieder wegschicken, obwohl sie grundsätzlich geeignet waren, aber keinen Führerschein hatten. Es gibt halt doch noch eine Menge Jobs, die man ohne Führerschein nicht ausüben kann, auch wenn das Autofahren nur ein winziger Teil des Jobs ist.

    Grundsätzlich muss man aber unterscheiden zwischen einem eigenen Auto und dem Führerschein. Während ich mir gut vorstellen kann, auf ein eigenes Auto verzichten zu können, wäre für mich der Verzicht auf den Führerschein völlig undenkbar. Beruflich und auch privat.
     
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  12. #172 Jopi, 08.07.2020
    Zuletzt bearbeitet: 08.07.2020
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    Ich sag’s mal so: inwiefern dient denn ein Auto noch als Statussymbol, wenn offenbar im Grunde genommen jeder alles fahren kann, weil jeder alles finanziert bekommt? Wie soll man sich denn dann noch und seines Einkommens voneinander unterscheiden, wenn man das denn will?
    Ich glaube, das Auto hat als Statussymbol so gut wie ausgedient. Erst recht, wenn es für die jüngere Generation nur noch wenig Bedeutung haben sollte.
    Für unser gemeinsames Patenkind haben die Patentante und ich ab dessen Geburt jeden Monat jeweils zehn Euro auf ein Sparbuch eingezahlt. Das ist für ihren Führerschein vorgesehen. Wehe, sie will das nicht! :P
    Das reicht ja am Ende noch für einen Urlaub oben drauf! ;)
     
  13. andi62

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    Das ist beides nicht falsch. In unserer Elterngeneration hat man überwiegende a) kleiner und einfacher gebaut, b) möglichst versucht viel selber zu machen und c) oft lange auf vieles andere verzichtet, sei es Urlaub oder ein großes Auto.

    Ich denke, diese Dinge haben sich schon geändert.

    Hinzu kommt, dass gerade die Preisentwicklung der letzten Jahre exorbitant ist. Die Zinsen waren natürlich früher deutlich höher, aber es war auch leichter Kapital aufzubauen, weil es umgekehrt auch noch Zinsen auf das Ersparte gab.

    Nun haben wir zwar niedrige Zinsen bei schwierigem Kapitalaufbau und das verleitet schnell dazu eine höhere Verschuldung einzugehen. Weil manche Leute auch schnell den Unterschied zwischen Zins und Tilgung übersehen...



    Das ist in der Tat so und zeigt einfach, dass sich die Prioritäten verschieben und viele Leute nicht zugunsten eines Autos auf andere Dinge verzichten möchten.
     
  14. tehr

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    Bei 8% Zinsen zahlst Du auf einen Kredit von 100000 Euro am Anfang pro Monat 666 Euro nur Zinsen. Wenn Du jeden Monat 800 Euro bezahlst, vermindert sich der Kreditbetrag also nur um 134 Euro im Monat. Nach einem Jahr hast Du 9600 Euro bezahlt und von Deinen ursprünglichen 100000 Euro Schulden sind noch 98900 Euro übrig.

    Bei 1% Zinsen fallen monatlich 88 Euro Zinsen an. Bei 800 Euro monatlicher Rate hast Du statt 1100 Euro bei 8% jetzt mit 1% 8600 Euro getilgt. Das senkt die Zinskosten und die Kreditlaufzeit ganz erheblich. Die Gesamtfinanzierungskosten betragen nur noch einen Bruchteil.
     
  15. #175 mb1019, 08.07.2020
    Zuletzt bearbeitet: 08.07.2020
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    Eine wirklich schöne Diskussion die hier zu lesen ist. Letztlich sind das natürlich alles "Berichte" aus der eigenen Sicht und da niemand schreibt was er an finanziellen Einnahmen hat, ist das ganze müsig und nur schwer verifizierbar. Das soll jetzt keine Aufforderung zum Mitteilen der Einnahmen sein, nur so als meine Sichtweise.

    Meine Denke ist immer so, dass ich sage, jeder hat egal wie günstig er lebt, auf jeden Fall ein Minimum an fixen und sonstigen Kosten. Sparen kann also jeder nur von dem was darüber hinaus "übrig" ist. Das kann wenig oder halt viel sein. Nun gibt es 2 Möglichkeiten das Sparvolumen zu erhöhen. Zum einen kann man seine Einnahmen erhöhen, was letztlich nur bedingt möglich ist und auch vom Beruf/Ausbildung abhängt und bzw. dann kumulativ die Möglichkeit bei allen Ausgaben die über das Nötige hinausgehen zu überlegen, ob das jetzt wirklich notwendig ist oder ggf. nicht auch auf später (Angebot) verschoben werden kann. Vielen ist gar nicht bewusst, was sie jeden Monat/Jahr an Geld verschenken... Standardausrede die ich immer höre: Wegen den paar Cent (beim Tanken) oder Euros (bei Versicherungen, Strom, Gas, Autofinanzierung mit 0,99% etc.) mache ich mir keine Platte. Dies sind auch genau die Leute (bitte nicht falsch verstehen, soll nicht wertend sein) die bei einer Gehaltserhöhung von beispielsweise 100€ Brutto/Monat meinen, da bleibt doch eh nichts übrig und lohne sich nicht. Oft sind es die, für die es unvorstellbar ist mit reichlich 40 ein (neues) Haus komplett sein eigen zu nennen und dennoch ein neues Auto (bar) kaufen zu können. Kurzum, klar gehts das alles nicht ohne gute Einnahmen aber mit vernünftiger, vorausschauender und prüfender Planung geht es für alle (auch für solche die nicht so viel Einnahmen haben) besser. Und hat man sich erst einmal ein Polster geschaffen und keine Verpflichtung, wo die Bank ihr Geld mit verdient (Zinsen, Abschlussgebühren ...), gehört jeder Euro einem selber und etwas überspitzt ausgedrückt, alles zum "Selbstläufer".
     
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  16. andi62

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    Klar, Deine Rechnung. Ich wollte auf etwas anderes hinaus: Die niedrigen Zinsen haben zwar vordergründig den Vorteil, dass man sich günstig Geld leisten kann. Sie erschweren aber umgekehrt auch den Aufbau von Eigenkapital.
    Sichere Geldanlagen erbringen schon seit Jahren so gut wie keine Zinsen mehr. Konsequenz: So wie früher Eigenkapital anzusparen fällt schwerer. Nun ist auch ohne höhere Kreditaufnahme rechnerisch kein Problem - allerdings abhängig vom Laufzeit nur bis zu einer Umschuldung. Und da kommt dann manchmal das böse Erwachen.



    Dein Beitrag zeigt das - für mich - Entscheidende: Eine Finanzplanung, die es ermöglicht, früh Geld zu sparen (im Sinne von nicht auszugeben), das ist zentral. Und das bringt uns auch wieder an den Kern dieses Threads zurück. Natürlich ist es heute auch für junge Leute direkt zum Berufseinstieg möglich, erst einmal die eigene Freiheit des Geldverdienens in ein großes finanziertes, geleastes oder gekauftes Auto zu stecken. Aber dieser Konsum erschwert es eben, das Geld anzusparen, was man vielleicht an anderer Stelle (sinnvoller?) investieren könnte.
     
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  17. andi62

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    Du hast recht. Ich habe hier unbemerkt einen Fehler eingebaut. Es fehlt schlicht ein "auch" vor Neureiche. Es geht um die, die die Zugehörigkeit zu einer Gruppe im Sinne von peer-group oder einer sozialen Schicht zeigen wollen. Das umfasst, also diejenigen, die ein Auto kaufen, um "dazuzugehören". Die können entweder "neureich" sein oder eben auch - das meintest Du - sich das im Grunde gar nicht leisten können.
     
  18. mb1019

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    Ja, da hast du Recht die Verlockung(en) gab es aber auch schon zu früheren Zeiten ... und wird es wahrscheinlich immer geben. In jungen Jahren habe ich übrigens darüber gelacht, als meine Eltern meinten, ich soll mal aufschreiben, was ich an Geld ausgebe. Heute praktiziere ich dies wahrscheinlich (Dank moderner Technik) penibler als die :rolleyes:. Vom aufschreiben alleine wird zwar noch nicht mehr aber irgendwie ist es gut zu wissen...
     
  19. andi62

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    Nur sind wir vermutlich zum einen noch anders erzogen (vielleicht auch weniger selbständig und wagemutig in finanziellen Angelegenheiten), zum anderen sind diese Verlockungen heute so leicht zu bekommen.

    Das ist wie das Kind, dem Du einen Euro gibst und das darüber nachdenkt, ein Eis zu kaufen: Wenn es das direkt bezahlen muss, weiß es, der Euro ist weg und wird sich das genauer überlegen. Bekommt es das Angebot, erst in einer Woche zu zahlen, dann scheint das unendlich weit und man hat ja das Geld noch...

    Dieses Prinzip funktioniert auch den Köpfen vieler Erwachsener.
     
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  20. tehr

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    Genau das ist das Problem. Da hat die konservative Einstellung, nur das Geld auszugeben, was man hat, den Vorteil, sich gar nicht überschulden zu können.

    Wenn ich dann mitbekomme, für was Kredite aufgenommen werden, kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Das sind häufig Dinge, die ich mir zwar leisten könnte, aber gar nicht leisten möchte: Handy für 1000 Euro, Laptop für 2000, Grafikkarte für 600 Euro, Handyvertrag für monatlich 30 Euro usw.
     
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