Darf meine Haftpflicht gegen meinen Willen Schaden regulieren?

Diskutiere Darf meine Haftpflicht gegen meinen Willen Schaden regulieren? im sonstige Autothemen Forum im Bereich Skoda Forum; Darf meine KFZ-Haftpflichtversicherung einen Schaden regulieren, wenn ich sie angewiesen habe, dies nicht zu tun?

HHYeti

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noch nicht nennenswert
wenn es in die Belange der Versicherung hereinragt - Stichwort "Schadensminimierung", könnte ich mir schon vorstellen, dass da in den Versicherungsbedingungen entsprechendes hinterlegt ist. Einfach mal diese Bedingungen, die ja jeder vorher akzeptiert haben muss nochmals zu Gemüte führen.
 

Elektrobonzo

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Nachdem es eine Pflichtversicherung ist, aber du kannst ja gerne der Versicherung anbieten, dass du den Schaden selbst übernimmst.
Ansonsten prüft ja die Versicherung (ohne Gericht) ob sie zahlen muss. Daher verstehe ich deinen Gedanken nicht.
 

4tz3nainer

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Ich gehe davon aus dass er seiner Versicherung mitgeteilt hat dass er den Schaden selbst übernimmt, sie aber trotzdem reguliert hat
 

Elektrobonzo

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Ich gehe davon aus dass er seiner Versicherung mitgeteilt hat dass er den Schaden selbst übernimmt, sie aber trotzdem reguliert hat
sollte ja auch kein Problem sein, dann zahlt er den Betrag der Versicherung, und dann ist der Fall auch erledigt.
 

tehr

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Es geht um einen Schaden, bei dem ich Zweifel habe, dass er überhaupt entstanden ist.

Ich hatte im August 2017 auf der Autobahn einen Unfall mit einem portugiesischem LKW, der mir im Stau in den Kotflügel gefahren ist, obwohl ich gehupt habe, weil ich den Zusammenstoß vorausgesehen habe. Anschließend ist der LKW-Fahrer geflüchtet und konnte nur von der Polizei mit Blaulicht zum Anhalten gebracht werden. Leider gibt es für den Unfall keine bekannten Zeugen.

An meinem Superb entstand ein Schaden von über 2000 Euro, der erst nach Einschalten eines Rechtsanwalts zu 50% von der gegnerischen Haftpflicht und zu 50% von meiner Vollkasko bezahlt wurde. Der Unfallgegner machte keinen Schaden geltend.

Im Dezember 2020, über drei Jahre später, meldet sich der Unfallgegner von damals bei meiner Versicherung und macht einen Schaden in Höhe von 3600 Euro geltend. Ich habe darauf der Versicherung mitgeteilt, dass ich diesen Schaden anzweifel und habe sie angewiesen, ihn nicht zu regulieren. Jetzt habe ich auf einmal rückwirkend eine Beitragsrechnung für meine Haftpflicht bekommen, weil sich meine Schadenfreiheitsklasse geändert hat.

Bis heute hat der Unfallgegner keine Ansprüche gegen mich persönlich geltend gemacht. Ich habe keine Unterlagen zu dem angeblichen Schaden. Wer weiß, in was für Unfälle der LKW in den letzten drei Jahren noch verwickelt war und ob der Schaden überhaupt von dem damaligen Unfall herrührt. An dem LKW waren damals keine Schäden sichtbar.
 

Elektrobonzo

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Anderseits z.B. bei Personenschäden, wo kommen wir da hin wenn jeder Halter einer Pflichtversicherung, der Versicherung sagt, die darf nicht zahlen.... darum ist ja die ein oder andere Versicherung pflicht...
 

tehr

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Ich bin ja grundsätzlich bereit, für von mir verursachte Schäden aufzukommen. Nach meinem Verständnis muss aber jeder Anspruchsteller beweisen, dass ein Schaden entstanden ist. Das halte ich bei einem Unfall, der über drei Jahre her ist, für unmöglich. Der jetzt vorliegende Schaden kann überall entstanden sein.
 

Elektrobonzo

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Gilt des Gesetz in dem Lande, wo der Unfall passiert ist...macht die Sache kompliziert... Schuldfrage? Polizeiberichte? Schwierig....
 

tehr

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Der Unfall ist in Deutschland passiert. Die Schuldfrage ist mangels Zeugen ungeklärt.
 

familievierfuss

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Dir bleibt im Endeffekt nur der Weg zum Anwalt!
 

tehr

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Am Anwalt führt wohl leider wieder kein Weg vorbei. Eigentlich hasse ich es, wegen jedem Mist zum Anwalt zu laufen, aber dieser Fall ist wirklich unter aller Kanone.
 

Redfun

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Vor paar Jahren hatte mein Vater mal eine 'Kollision' mit einem tschechischen LKW an einer Tankstelle in der Tsch, Rep. Resultat war eine beschaedigte Heckklappe. Es gab natuerlich Zeugen, der tschechische LKW Fahrer, den nur indirekt eine Schuld traf, da war ein Schlagloch in der Zufahrt und das liess seinen Trailer 'absacken'. Ich hatte unseren Freund in der Stadt dann angerufen, der die oertliche Polizei just in case vorbeischickte. Also Protokoll, Alkoholtest bei beiden Fahrern und Kopie des Protokolls an beide Fahrer. Versicherungsmaessig musste mein Vater nur seiner eigenen Versicherung Bescheid geben, die Reperatur (neue Heckklappe, Lackierung etc.) wurde innerhalb weniger Tage bewilligt. Mein Vater musste nichts beantragen, zahlen oder so. Wurde im Rahmen internationaler Versicherungsabkommens reguliert.
 

katalog49

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Es geht um einen Schaden, bei dem ich Zweifel habe, dass er überhaupt entstanden ist.

Ich hatte im August 2017 auf der Autobahn einen Unfall mit einem portugiesischem LKW, der mir im Stau in den Kotflügel gefahren ist, obwohl ich gehupt habe, weil ich den Zusammenstoß vorausgesehen habe. Anschließend ist der LKW-Fahrer geflüchtet und konnte nur von der Polizei mit Blaulicht zum Anhalten gebracht werden. Leider gibt es für den Unfall keine bekannten Zeugen.

An meinem Superb entstand ein Schaden von über 2000 Euro, der erst nach Einschalten eines Rechtsanwalts zu 50% von der gegnerischen Haftpflicht und zu 50% von meiner Vollkasko bezahlt wurde. Der Unfallgegner machte keinen Schaden geltend.

Im Dezember 2020, über drei Jahre später, meldet sich der Unfallgegner von damals bei meiner Versicherung und macht einen Schaden in Höhe von 3600 Euro geltend. Ich habe darauf der Versicherung mitgeteilt, dass ich diesen Schaden anzweifel und habe sie angewiesen, ihn nicht zu regulieren. Jetzt habe ich auf einmal rückwirkend eine Beitragsrechnung für meine Haftpflicht bekommen, weil sich meine Schadenfreiheitsklasse geändert hat.

Bis heute hat der Unfallgegner keine Ansprüche gegen mich persönlich geltend gemacht. Ich habe keine Unterlagen zu dem angeblichen Schaden. Wer weiß, in was für Unfälle der LKW in den letzten drei Jahren noch verwickelt war und ob der Schaden überhaupt von dem damaligen Unfall herrührt. An dem LKW waren damals keine Schäden sichtbar.

Der Versicherer muss in einem solchen Fall eine sogenannte Rückstellung bilden, die bis zur endgültigen Klärung "zahlen oder nicht zahlen" stehen bleibt. Eine solche Rückstellung erzeugt aber erst einmal eine Rückstufung im SFR. Zahlt die Versichernung nicht, wird der SFR korrigiert und der überzahlte Betrag erstattet.

Grundsätzlich kann man der Versicherung nicht untersagen, einen Schaden zu regulieren. Der Unfallgegner verklagt ja auch nicht Dich, sondern die Versicherung. Allerdings hat man natürlich die Möglichkeit, den Versicherer auf Korrektur des SFR zu verklagen "Sie haben einen Schaden bezahlt, den sie nicht hätten bezahlen müssen.". Im Regelfall kommt da aber nichts bei raus, weil der Versicherer überhaupt kein Interesse daran hat, einen Schaden ungerechtfertigt zu zahlen.
 

Badisch

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Du müsstest bei deiner Versicherung wenn diese einen Schaden reguliert hat und du dies als ungerechfertigt ansiehst Einspruch einlegen und ggf. deine Versicherung verklagen um Anpassung deiner SF zu vermeiden. Bei dem Streitwert überlegt man sich das aber dreimal und schluckt die Kröte besser auch wenn es als ungerecht empfunden wird. Sobald ein Gericht irgenwie eine Teilschuld feststellt ist eh vorbei mit der SF. Unfälle mit im Ausland versicherten Fahrzeugen sind leider meist mit viel Ärger verbunden. Unfall in Land A mit Fahrer aus nicht EU Land B, Zugmaschine aus Land C und Anhänger aus Land D und wenn es dann noch abgestritten wird.
 

katalog49

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Du müsstest bei deiner Versicherung wenn diese einen Schaden reguliert hat und du dies als ungerechfertigt ansiehst Einspruch einlegen und ggf. deine Versicherung verklagen um Anpassung deiner SF zu vermeiden. Bei dem Streitwert überlegt man sich das aber dreimal und schluckt die Kröte besser auch wenn es als ungerecht empfunden wird. Sobald ein Gericht irgenwie eine Teilschuld feststellt ist eh vorbei mit der SF. Unfälle mit im Ausland versicherten Fahrzeugen sind leider meist mit viel Ärger verbunden. Unfall in Land A mit Fahrer aus nicht EU Land B, Zugmaschine aus Land C und Anhänger aus Land D und wenn es dann noch abgestritten wird.

Man verklagt den Versicherer nicht auf die Summe der Schadenzahlung, sondern lediglich auf den erhöhten Beitrag aufgrund des SFR-Verlustes. Und das Gericht beschäftigt sich nur damit, ob der Schaden vollumfänglich nicht hätte bezahlt werden müssen. Denn wenn von 3.600.- Euro nur 150.- Euro als korrekt anerkannt wird, wird der SFR trotzdem belastet. Dann könnte man natürlich entscheiden, ob man den Schaden selbst zahlt.
 

Badisch

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Man verklagt den Versicherer nicht auf die Summe der Schadenzahlung, sondern lediglich auf den erhöhten Beitrag aufgrund des SFR-Verlustes. Und das Gericht beschäftigt sich nur damit, ob der Schaden vollumfänglich nicht hätte bezahlt werden müssen. Denn wenn von 3.600.- Euro nur 150.- Euro als korrekt anerkannt wird, wird der SFR trotzdem belastet. Dann könnte man natürlich entscheiden, ob man den Schaden selbst zahlt.
Das hab ich doch auch so geschrieben? Mit Streitwert meine ich ja die Erhöhung deiner Versicherungsbeiträge und die Frage ob es sich lohnt zu klagen mit Prozessrisiko und möglicher Teilschuld weil der Richter sich auch nicht zu helfen weis bei Unfällen ohne Zeugen vor drei Jahren.
 
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katalog49

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Das hab ich doch auch so geschrieben? Mit Streitwert meine ich ja die Erhöhung deiner Versicherungsbeiträge und die Frage ob es sich lohnt zu klagen mit Prozessrisiko und möglicher Teilschuld weil der Richter sich auch nicht zu helfen weis bei Unfällen ohne Zeugen vor drei Jahren.

Ja, sorry. Das hatte ich, wegen des Hinweises auf den Streitwert, falsch verstanden. Der ist aber im Regelfall sehr gering. Man kann ja auch erst klagen, wenn der Versicherer gezahlt hat, nicht vorher. Blöd ist natürlich, wenn die Rückstellung sehr lange stehen bleibt. Das passiert, wenn der Anspruchsteller den Versicherer verklagt.

Man kann übrigens den Versicherer bitten, auf die Rückstufung zu verzichten. Das machen die schon einmal, allerdings dann mit dem Hinweis, sollte es wider Erwarten zu einer Zahlung kommen, dass dann eben rückwirkend korrigiert wird. Das macht der Versicherer schon mal, wenn er überzeugt ist, dass keine Zahlung erfolgen wird.
 

tehr

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Er ist also bereits mit dem Fall vertraut. Wieso ist es nun ein Problem, ihn deswegen erneut zu kontaktieren?
Ich werde ihn natürlich wieder kontaktieren. Allerdings hatte ich den Fall bereits als abgeschlossen betrachtet.
Und was ist das für eine schräge Versicherung?
Die ist wie das Alphabet: Fängt mit A und hört mit Z auf. :whistling:


@katalog49 und @Badisch : Vielen Dank für Eure Kommentare, die zumindest den prinzipiellen Ablauf erklären. Ich gehe davon aus, dass die Versicherung noch keine Zahlung geleistet hat. Deshalb wundert mich die Hochstufung mit Wirkung zum 01.01.2021.
 
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