Bremse festgebacken??

Dieses Thema im Forum "Skoda Fabia I Forum" wurde erstellt von tbc, 16.02.2007.

  1. tbc

    tbc Guest

    Moin zusammen!!

    Hatte heute auf dem Weg zur Arbeit mit meinem Fabia ein kleines Problem:

    Nach 15km von den 20km Wegstrecke fing mein Lenkrad plötzlich bei ca. 60km/h an zu ruckeln und der Wagen fuhr sich insgesamt etwas schwergängiger...
    Ich hab mich gewundert und bin die 5km bis zur Arbeit langsam weiter gefahren...
    Als ich dort aus dem Auto ausstieg bemerkte ich einen ziemlich üblen Geruch (wie verbranntes Gummi), welcher wohl irgendwo vorne vom Wagen zu kommen schien...
    Hab die Motorhaube aufgemacht, da war aber nichts...

    Als ich dann die Reifen kontrollierte fiel mir folgendes auf:
    Die linke Alufelge war normal warm (wie immer nach ein paar km fahren), aber die rechte war super heiß...insgesamt so heiß, dass es zischte, wenn ich da was Flüssigkeit draufgekippt habe...

    Mein Kollege meinte, das läge an einer "festgebackenen" Bremse...
    Kann das stimmen??

    Frage:
    Woran kann ich das erkennen??
    Wie bekomme ich die evtl. wieder los??
    Kann ich damit dann noch bis zur nächsten Werkstatt (ca. 10km) oder bis nach Hause fahren??
    ca. Kosten für die Reperatur??

    Grüße,
    Chris
     
  2. AdMan

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  3. #2 BlackFabi, 16.02.2007
    BlackFabi

    BlackFabi

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    Hallo

    ja das hört sich nicht gut an.
    War das an der vorderachse?
    Bei der Hinterachse kann es schonmal vorkommen dass wenn man zu wenig fährt die Bremsen festsitzen.
    Hatte ich bei meinem damaligen Panda auch.

    Wenn die Bremse festsitzt und du es in der Werstatt machen lässt dürfte es denke ich nicht so teuer werden.

    Bei meinem Fabia hatte ich das Prob,an der Hinterachse, mit der Bremse auch und meine Eltern mit nem neuen OCti2 hattens auch. Der Händler hat gemeint dass es an dem Handbremsmechanismus liegen würde und das wäre nciht das erste Auto.

    Ich ziehe halt jetzt nur die Handbremse an wenn es unbedingt sein muss,am Berg oder so.
     
  4. Bayard

    Bayard Guest

    ... kann aber auch ein defektes Radlager sein.

    Grüße
     
  5. tbc

    tbc Guest

    Hallo!!

    Also, das ganze war vorne links, also nix an der Hinterachse...

    Radlager sind bei ca. 80.000 km getauscht worden...und soweit ich mich erinnern kann machen sich defekte Radlager doch vorher durch lauteres "gerumpel" bemerkbar, oder!?

    Also tippe ich mal eher auf die Bremse...

    Wie bekomme ich die denn jetzt wieder los?? Zumindest so, dass ich damit zur Werkstatt komme??
     
  6. Redfun

    Redfun

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    Hi tbc .... ich denke mal, du solltest die Führungsbolzen vom Bremssattel reinigen und gangbar machen. Grad, wenn viel salz und feuchtigkeit auf der Strasse ist, können die korrodieren. Oder die Bremssteine selbst sitzen fest. Beides ist mit bissel Ellbogenschmalz und ner halben Stunde Zeit behebbar. Falls Du Dich aber an die Bremse nicht rantraust, frag lieber in der Werkstatt nach Reinigung, sonst bauen sie Dir alles mögliche neu ein.Viel Erfolg und gute Fahrt
     
  7. tbc

    tbc Guest

    Hi redfun!!

    Also selbst zutrauen würd ich mir das nicht...

    Würde das schon in der Werkstatt machen lassen...

    Fraglich ist nur, ob ich den Wagen noch bis da hin fahren kann?!
    Möchte nicht noch mehr kaputt machen und da die Felge beim letzten mal schon quasi glühte bin ich da jetzt was vorsichtig...

    Und Du meinst mit einer einfachen Reinigung der Bremsen ist es getan?? Geht bei so 'ner Aktion nicht mehr kaputt??
     
  8. Redfun

    Redfun

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    nee ist nicht so schlimm, was passiert ist , ist dass die bremssteine sich mehr lösen, weil die führung klemmt. das ist behoben, wenn alles wieder gängig ist. kann auch sein, dass sich ein steinchen verklemmt hat. wenn du dein auto wieder startest, hat sich alles meist so weit gelöst, dass du fahren kannst. Ist mir auch schon passiert beim feli, nie beim s100, der ist noch qualität.
     
  9. #8 ATD-Fabia, 16.02.2007
    ATD-Fabia

    ATD-Fabia Guest

    Hallo,

    normalerweise kommt so etwas von einem klemmenden Kolben im Bremssattel, meistens verursacht durch defekte Staubmanschetten.
    Jetzt kann Wasser eindringen und der Kolben rostet und wird schwergängig
    Kann sein, daß die Manschette beim Belagwechsel zerstört wurde.
    Laß Dir in der Werkstatt den Bremssattel überprüfen.
    Jede weitere Fahrt kann Dir die Bremsscheibe und die Beläge ruinieren.
    Die Bolzen im Bremssattel können zwar auch schwergängig sein,
    das hat aber nicht diese Auswirkungen zur Folge
     
  10. #9 M@d Max, 16.02.2007
    M@d Max

    M@d Max Guest

    Meine Meinung:

    Da stimmt, wenn es wirklich an der Bremse liegt, irgendwas nicht mit der Bremsanlage. An den Bremsbelägen kann es nicht direkt liegen, es sei denn die Bremsbeläge sind schadhaft.

    Bremsbeläge können, wenn es sich um Bremsbeläge handelt die qualitativ in Ordnung sind, nicht festbrennen. Zumindest nicht, wenn es sich um Markenbeläge handelt und keinen Schrott aus Fernost.

    Ich arbeite selbst in der chemischen Industrie, wir stellen bei uns jeden Tag tausende Bremsbeläge her. Jurid ist euch bestimmt ein Begriff. Marken wie Brembo, Conti-Teves, usw. würden wohl kaum Beläge kaufen die an einer heissen Bremsscheibe festkleben. Da ich selbst oft genug Bremstests gesehen habe, kann ich das mit 100% Sicherheit behaupten. Bremsscheiben beginnen ab etwa 550° zu glühen. Das entspricht etwa 6 Vollbremsungen von 150 auf 0 hintereinander. Ich habe hierbei noch nie einen Belag festbacken sehen.

    Wenn am Bremsbeläg Schäden auftreten, so können es meiner Meinung nach nur folgende sein:

    - die Reibmasse hat sich aufgrund einer mangelhaften Bindung (Kleber oder Rauhgrund) vom Tägerblech gelöst und sich entsprechend irgendwo verkantet, so dass sie dauerhaft irgendwo dran reibt.

    - Die Verankerung (Sattel oder Trägerblech) hat Schaden genommen und ist gerissen oder gebrochen, wodurch sich der Bremsbelag verkantet hat und irgendwo dran reibt.


    Zur Info:

    Alle modernen Bremsbeläge in der PKW Sparte, werden heutzutage "gescorched". Im Grunde wird der Belag auf eine bis zu 800° warme Metallplatte, bei starkem Druck für einige Sekunden, aufgepresst. Dies hat den Sinn, das das sogenannte "Einbremsen" entfällt. Wenn also Bremsbeläge festbacken würden, so würden wir die ja nie von diesen warmen Platten bekommen.

    Wo ich technisch nicht so informiert bin, ist bei "weissen" staubfreien Belägen für den US-Markt. Diese werden meiner Meinung nach nicht gescorched. Da diese aufgrund ihrer Beschaffenheit aber bei sehr hohen Temperaturen Blasen werfen, bezweifle ich das diese festbacken können. Zumal die in Deutschland auch kaum verkauft werden, bezweifle ich also das du solche Beläge hast.

    In diesem Sinne, fahr zur Werkstatt, mehr kaputt machen als jetzt schon ist, geht kaum noch.

    M@d Max
     
  11. Redfun

    Redfun

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    @ M@d Max : Danke für die Mühe, die Du in Deinen artikel gesteckt hast. Ist sehr interessant, mal zu erfahren, wie Produkte hergestellt werden. War mir immer schon mal durch den Kopf gegangen, wie man die Trägerbleche mit dem Bremsstein verbindet, damit das bei der hohen Beanspruchung hält.. Bei tbc`s problem glaub ich nicht, dass die festgebacken sind. Das mit den Staubmanschetten hab ich gemeint und den festgegangenen Führungsbolzen. Es könnte vielleicht sein, dass die Bremssteine nicht frei beweglich sind (Dreck, Rost,Steinchen verklemmt)Beim Wechseln kommt da zwar Kupferpaste drauf (oder ähnliches) aber wer weiss, wie lange der Meister die schon drin hat.... Bin jedenfalls gespannt, was es letztendlich war.
     
  12. #11 M@d Max, 17.02.2007
    M@d Max

    M@d Max Guest

    Ich habe das mit den festkorrodierten Bolzen schon verstanden.

    Das Problem bei diesem Kupferfett ist jedoch, das es oft in viel zu großen Mengen aufgetragen wird. Auch hier ist oft der Glaube vertreten "viel hilft viel". Leider ist das auch immer noch in Werkstätten und Meisterbetrieben der Fall.

    In unserer Produktion wird dieses Fett unter anderem für die eigentliche Produktion, als auch in der Instandhaltung der Werkzeuge verwendet.
    Bei Bremsbelägen wird zum Beispiel die Antiquietschfolie (Shim) mit einem Kupferfettfilm versehen um eine Schwingungsdämpfung zu erreichen. Bei den eigentlichen Werkzeugen wird dieses in großen Bolzenführungen verwendet. Hier zeigt sich aber sehr genau, zu viel Fett ist tödlich. Es sammelt sich an überschüssigem Fett sehr viel Schmutz an.

    Wenn so etwas auch an den Bremsen passiert sammelt sich dort natürlich auch Schmutz. Je mehr Schmutz umso logischer ist auch die minimale Anhaftung von Wasser und damit immer voranschreitend die Möglichkeit der Korrosion. Logischerweise wirkt der Schmutz an diesen beweglichen Stellen wie Schleifmittel, was die Bauteile auch nicht besser macht.
     
  13. AdMan

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  14. tbc

    tbc Guest

    UPDATE:

    Ein Bekannter hat mal drübergeschaut (wohl ohne Bühne und Demontage der Reifen)...er meinte auch, dass die Bremse festgebacken ist...
    Da die Felge von der Hitze schon angelaufen ist, meinte er, so auf den ersten Blick muss die Bremse neu gemacht werden...

    Als ca. Kosten nannte er mir:

    Neuer Satz Bremsscheiben ca. 100,- €
    Neuer Satz Bremsklötze ca. 50,- €
    Neuer Bremssattel: ca. 150,- €

    Dazu dann noch Kosten für Einbau (ca 1-2 Std.)... :wow:

    Kommt das so hin??
    Was würde mich das ganze beim Freundlichen kosten??

    Unser VW Händler um die Ecke hat gerade das Angebot:
    Bremse komplett (Bremsscheiben + Belegsatz) inkl. Einbau 219,- €
    dazu käme ja dann noch der Bremssattel...
    Ist das günstig??

    Kenn mich da ja so was von gar nicht mit aus... :frage:

    Morgen Abend kommt der Wagen auf die Bühne und dann gibt's vom Bekannten einen Kostenvoranschlag...

    Wäre also super, wenn ihr mir sagen könntet, was ich im "worst case scenario" so hinblättern müsste, damit es günstig ist...

    Grüße,
    Chris
     
  15. tbc

    tbc Guest

    So, hier dann nun des Rätsels Lösung:

    Es war, wie breits von Euch vermutet ein klemmender Kolben im Bremssattel, verursacht durch eine defekte Staubmanschette (Die Manschette war gerissen und der Bolzen festgerostet).

    Der Bremssattel musste neu und die Beläge auch (Bremsscheiben sind noch in Ordnung gewesen).

    Das blöde ist, dass auf der anderen Seite beim letzen Belagwechsel wohl eine Schraube so fest angezogen worden ist, dass beim Losschrauben dieser das Gewinde direkt mit rauskam...:-(
    Das war irgendwo am Radlager, so dass alles radlagertechnische vorne links auch neu gemacht werden musste, was die Kosten nochmal deutlich erhöht hat.

    Lt. Aussage des Mechanikers hat die Skoda Werkstatt beim lezten Scheiben und Belagswechsel kräftig murks gemacht...er meinte sowohl die gerissene Manschette rechts, als auch die viel zu fest angezogene Schraube links) hätten nicht sein dürfen. Denen aber was nachzuweisen, dürfte wohl schwer werden...

    Na ja, von der Werkstatt bin ich erstmal ab, ich lass jetzt alles wieder von meinem Bekannten machen...der hat bisher immer saubere Arbeit geleistet, zeigt mir genau, wo was defekt ist, warum was nicht mehr zu reparieren ist und erklärt alles...also auch sehr transparent für mich...und die Preise sind auch deutlich günstiger als in der Werkstatt...:-)

    Hab jetzt für alles 550,- € gezahlt (Bremssattel rechts, Beläge und Radlager links + Einbau)

    Hab zum Spass mal beim Skoda Händler angerufen, dass Problem geschildert....Kosten vom Meister grob geschätzt: 1000 - 1200,- €

    Also knapp 500 - 700 € gespart...:-)

    Muss jetzt heute nur nochmal hin, da irgendwas am Rad noch leicht quietscht, wenn der Wagen warm gefahren ist und ich ihn bei Geschwindigkeiten unter 50 km/h mit getretener Kupplung rollen lasse...

    Grüße,
    Chris
     
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