Autobild verreisst baugleichen VW Polo 1.2!

Dieses Thema im Forum "Skoda Fabia I Forum" wurde erstellt von bohemian, 23.02.2005.

  1. #1 bohemian, 23.02.2005
    bohemian

    bohemian Guest

    http://home.arcor.de/damnedm/polo9n/dauertest2.jpg
    http://home.arcor.de/damnedm/polo9n/dauertest1.jpg





    Dauertest VW Polo 1.2 Comfortline Keine große Leuchte

    Aller guten Dinge sind drei? Nicht ganz. Der
    Dreizylindermotor kam zwar klaglos über die Distanz,
    der Polo parkte dennoch zweimal auf dem Schlepper...




    Zu laut, zu durstig, zu schlapp
    Komfortabel, sicher, handlich
    Vom Dauertest zur Dauerkrise
    Ständig Ärger mit den Zündung
    Technische Daten und Wertung
    Preise und Kosten




    Fehlt dem Motor was? Es klingt ganz so. Es sieht auch
    so aus, wenn der Fahrer das schwarze Plastikstück mit
    dem VW-Logo vom Motorblock friemelt. Dann guckt er auf
    drei schwarze Ansaugrohre. Drei Einspritzelemente.
    Drei Flansche. Immer nur drei. Man mag es sich gar
    nicht ausmalen, welche Konsequenzen das im Alltag
    hätte. Wenn alle so sparen würden: "Die phantastischen
    Drei", "Drei gewinnt" und "Audi trio" statt quattro –
    das geht doch alles gar nicht, oder?

    VW behauptet: doch. Drei Zylinder wiegen weniger, sind
    billiger, drehen turbinenartig bis zum Begrenzer bei
    spatzenhaftem Spritverbrauch. Das hört sich gut an,
    einfach genial. Nur: Warum bauen dann nicht alle
    Hersteller einen Dreizylinder? Als der Polo am 6.
    Dezember 2002 auf unseren Hof rollte, monierte fast
    jeder den aufdringlichen 64-PS-Antrieb.

    "Der Motor ist zu laut und zu durstig", klagte
    Reporter Alex Cohrs. Am Ende unseres
    100.000-Kilometer-Marathons schluckte der Benziner bis
    zu neun Liter im Schnitt. VW hatte uns sparsame 5,9
    Liter Super versprochen. Enttäuschend. Wozu dann noch
    Dreizylinder fahren? Doch eigentlich, um Sprit zu
    sparen. In der Stadt nervte zunächst der müde Antritt
    des hubraumschwachen 1,2-Liter-Motors, wie
    Online-Redakteur Ralf Bielefeldt notierte: "Beim
    Ampelstart läßt er einen ganz schön hängen."
    Gleichstarke Vierzylinder wie etwa ein Nissan Micra
    zogen mühelos vorbei. Die Beschleunigungsmessungen
    bestätigten: Dieser Polo fährt seinen Werksangaben
    deutlich hinterher, was auch am Mehrgewicht durch die
    vielen Extras liegt. Auf freier Autobahn dagegen dreht
    das Motörchen munter bis zum Begrenzer und treibt den
    Kleinwagen an die 180er-Tacho-Marke. Ein
    optimistischer Wert, denn schon bei Tempo 130 eilt die
    Nadel um 5,4 Prozent voraus.

    Ähnlich großzügig baute Volkswagen in diesen Polo
    Extras für 6819 Euro ein, zum Beispiel Navigation,
    14-Zoll-Leichtmetallräder, elektrische Fensterheber
    hinten, ESP und Klimaautomatik. "Das Auto steckt voll
    mit Schnickschnack, aber Nebelscheinwerfer fehlen",
    klagten einige Kollegen. Andere vermißten Basics, die
    viele Japaner schon von Haus aus mitbringen, zum
    Beispiel eine Kofferraumfernentriegelung.

    Nichts vermissen ließ die Fahrwerkabstimmung.
    Komfortabel, sicher und handlich gefiel der Polo auf
    nahezu allen Strecken. Kein Ruhmesblatt dagegen die
    Bremsleistung. Deutlich über 40 Meter aus 100 km/h
    sind echt mies. Ungewöhnlich kontrovers fiel das
    Urteil über die Qualität des Polo aus. Für die einen
    ist er "Plastikbomber" par excellence, "erwachsen wie
    ein Golf", meinten andere. Lob ernteten die vielen
    Ablagen, die gute Rundumsicht, der riesige Innenraum
    und die bequemen Sitze.

    Überraschend früh forderte uns der Wagen auf, die
    Werkstatt zu besuchen: "Service jetzt" blinkte es im
    Display nach nur 15.655 Kilometern. Jetzt schon? Dabei
    soll die flexible Wartungstechnik "LongLife" den
    Ölwechsel hinauszögern, um Geldbeutel und Umwelt zu
    schonen. Bis zu 30.000 Kilometer sollen zwischen zwei
    Wartungen vergehen, sagt VW. Im Autohaus Bataille in
    Jülich (NRW) zeigte sich der Werkstattmeister
    überrascht: "Ein so früher Service ist selten." Aber
    der Polo wollte den 15.000-Kilometer-Takt partout
    nicht verlassen.
    Was stieg, war lediglich der Preis für die
    Öl-Service-Aufenthalte. Bei Bataille zahlten wir 91,49
    Euro für den Ölwechsel, in Hamburg bei Köster lagen
    die Inspektionskosten zwischen 247,42 und 364,90 Euro.
    Warum muß ein Ölwechsel so teuer sein wie ein
    Spitzen-DVD-Player? Positiv ausgedrückt: Weil die
    Hamburger nur das Beste wollten. Reines
    Vollsynthetiköl, das so teuer ist wie im Holzfaß
    gelagerter Whisky.

    Muß das wirklich sein? Bei der vierten Wartung fragten
    wir nach. "Als Vielfahrer sollten Sie den Wagen auf
    feste Service-Intervalle programmieren. Das wird dann
    deutlich günstiger, schon allein wegen des billigeren
    Öls." Ärgerlich, daß dieser Hinweis erst bei
    Kilometerstand 65.992 und auf Nachfrage kam. So
    schafft man kein Vertrauen zur Markenwerkstatt.

    Doch zu diesem Zeitpunkt war unser Verhältnis zum Polo
    ohnehin längst abgekühlt. Bei Kilometer 43.240 rollte
    Motorsport-Redakteurin Katrin Wolff auf die Standspur:
    Der Motor schwächelte, die ESP-Lampe blinkte, die
    Abgaswarnung auch. Und der VW pfiff wie ein
    Wasserkessel. Per Abschlepper ging es in die
    Werkstatt, wo eine defekte Zündspule im ersten
    Zylinder als Ursache analysiert wurde.

    Unser Dauertest entwickelte sich fortan und beständig
    zu einer Dauerkrise. Nach einer frostigen Nacht rührte
    sich der Polo nicht mehr aus der Parkbox (Kilometer
    62.888). In der Vergangenheit starben nur die 1,0- und
    1,4-Liter-Alumotoren (siehe AUTO BILD 1/03) den
    Kältetod, bei uns erstarrte dafür das Kupplungspedal –
    festgefroren. Nur mit der Hand ließ es sich
    schließlich vom Boden lösen. Anschließend hakelte das
    Getriebe.
    In seinem weiteren Dauertest-Dasein kränkelte "Polo
    Pechvogel" immer wieder. Ausgerechnet an einem Sonntag
    morgen ließ er einen Kollegen hängen. Nachmittags
    sprang er überraschend wieder an. Zwei Tage später das
    gleiche Malheur: der Motor – tod. Kein Heulen, Würgen,
    Hüsteln – nichts. Wir versuchten, mit Unterstützung
    eines Ford Fiesta zu überbrücken. Völlig zwecklos: Der
    Polo landete das zweite Mal auf dem Schlepper. In der
    Werkstatt stellten die Mechaniker fest, daß der
    Zündschloßschalter defekt war. Volkswagen kennt das
    Problem und baut seit Juni 2003 einen optimierten
    Schalter ein.

    Es folgte ein Heimspiel ohne Happy-End. Kein Witz, an
    einer Tankstelle in Wolfsburg machte der Polo wieder
    schlapp. "Abgas Werkstatt", informierte uns das
    Display. Anschließend schaltete sich noch das Symbol
    für die Motorsteuerung ein. Nach mehrfachem Fehlalarm
    (Airbag- und ESP-Kontrollen) ist es wieder ernst:
    Diesmal schwächelte der Katalysator. Nach 92.622
    Kilometern mußte die Werkstatt einen neuen einbauen.
    Gratis auf Garantie. Auf den letzten Metern dieses
    Dauerlaufs stellten schließlich noch der elektrische
    Fensterheber hinten links und die Zündspule des
    zweiten Zylinders ihren Dienst ein ...

    Zweimal abgeschleppt und zwei außerplanmäßige
    Werkstattaufenthalte in knapp zwei Jahren – der Polo
    war wirklich keine große Leuchte. In der
    Zuverlässigkeits-Statistik ist er neues Schlußlicht
    und löst damit den Peugeot 307 HDi als Letzten ab.
    Dabei fehlte dem kleinen Dreizylinder-Motor von allen
    Bauteilen noch am wenigsten.
    Wir waren skeptisch, als es zur Schlußuntersuchung des
    Polo in Wolfsburg ging. Die lange Mängelliste aus zwei
    Jahren Dauertest ließ Schlimmstes befürchten. Doch das
    Ergebnis fiel erheblich besser aus. Die
    Motorvermessung ergab: Kolben und Zylinder des
    Dreizylinders liegen im Toleranzbereich von Neuteilen.
    Nur an den Ventilsitzen hat der Dauerstreß etwas
    Eindruck hinterlassen. Getriebe und Kupplung bieten
    ebenfalls keinen Grund zur Sorge. Die komplette
    Antriebseinheit hätte noch viele Kilometer sorglos
    bewältigt.

    Auch die Karosserie macht mit Blick auf Lackzustand
    und Konservierung einen sehr ordentlichen Eindruck.
    Von Schmutznestern in den vorderen Radhäusern
    abgesehen, muß man sich um die Langzeitqualität in
    diesen Punkten keine Sorgen machen. Dafür über defekte
    Zündspulen, die den gerade ersetzten Kat
    möglicherweise bereits erneut geschädigt haben.
    Zuverlässigkeits-Rangliste

    Fahrzeug Punkte Note
    1. Mazda 6 Sport MZR Comfort 0 1
    2. Ford Focus 1.6i Turnier 8 2
    3. Ford Mondeo 1.8 / Opel Vectra 2.2 9 2
    4. Renault Clio 1.4 12 2
    5. BMW 318i 14 2-
    6. VW Golf 1.4 / Nissan Almera 1.8 15 2-
    7. VW Lupo 1.4 TDI 16 3+
    8. Audi A6 2.8 / Hyundai Elantra 1.6 21 3
    9. Renault Kangoo 1.9 dTi 22 3
    10. Alfa 147 2.0 T.S. / BMW X5 3.0d 23 3
    11. Mercedes A 170 CDI / C 220 CDI T 24 3-
    12. Opel Zafira 1.8 16V 25 3-
    13. VW Passat Variant VR5 27 4+
    14. Opel Astra 1.6 / Merc. ML 270 CDI 29 4
    15. Audi A4 1.9 TDI Avant 30 4
    16. Skoda Fabia 1.4 16V 31 4
    17. Skoda Octavia Combi 1.9 TDI 32 4
    18. Fiat Punto 1.2/Jaguar S-Type 3.0 33 4
    18. Renault Laguna 1.9 dCi 33 4
    20. Audi A2 1.4 39 5
    21. Peugeot 307 HDi 110 FAP 46 6
    22. VW Polo 1.2 Comfort 56 6


    1 bis 5 Punkte = 1; 6 bis 15 Punkte = 2; 16 bis 25
    Punkte =3;
    26 bis 35 Punkte = 4; 36 bis 45 Punkte = 5; ab 46
    Punkte= 6

    http://autobild.de/test/neuwagen/artikel.php?artikel_id=8135
     
  2. AdMan

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  3. SIMIE

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