Audi und VW: Streit um die Technik

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  1. saVoy

    saVoy
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    VW will einheitliche Teile für alle Marken, Audi will ausscheren. Der Wolfsburger Autohersteller will zur weltweiten Nummer eins aufsteigen und Premium-Hersteller Audi will dagegen sein Markenprofil schärfen.

    Im Volkswagen-Konzern tobt ein Interessenkonflikt. Der Wolfsburger Autohersteller will zur weltweiten Nummer eins aufsteigen. Das kann nur gelingen, wenn man Kosten spart und in die Modelle alle Marken– dazu zählen Seat, Škoda, Porsche, Scania und Audi– möglichst viele gleiche Teile einbaut.

    Premium-Hersteller Audi will dagegen sein Markenprofil schärfen, auch mit einem eigenen Antriebskonzept beim Elektroauto. Das berichtet die „Financial Times Deutschland“ (FTD).
    Dabei soll der Akku des E-Motors während der Fahrt wieder aufgeladen werden – durch einen Wankelmotor.Er benötigt weniger Platz und hat ein geringeres Gewicht als ein herkömmlicher Verbrennungsmotor, litt jedoch unter Kinderkrankheiten und verbrauchte zu viel Sprit. Zuletzt wurde der Wankelmotor nur noch von Mazda verwendet. Doch selbst der japanische Autohersteller hat zum Jahresende die Produktion seines Sportwagens „RX-8“ eingestellt, weil dieser an der Euro-5-Abgasnorm gescheitert ist.
    Nun will Audi einen 20-PS-Wankelmotor in seinen „A1 E-Tron“ einbauen. Das Ingolstädter Unternehmen hat das Prestigeprojekt schon auf Automobilmessen präsentiert. Auch mit Partnern ist man bereits in Verhandlung. Unter anderem könnte Mazda als Zulieferer fungieren.
    Das Unternehmen steht unter Zugzwang. Kürzlich hat Audi das größte Investitionsprogramm in der Firmengeschichte angekündigt: Bis 2015 will man 11,6 Mrd. Euro investieren, vor allem in die Entwicklung neuer Fahrzeuge und alternativer Antriebe. Bei Letzteren haben die Ingolstädter Nachholbedarf. Die Konkurrenten BMW und Daimler bieten schon seit Jahren Hybridmodelle (das sind Mischformen zwischen Elektro- und Verbrennungsmotoren) an. Audi will 2011 das erste derartige Modell auf den Markt bringen. Mit dem „A1 E-Tron“ könnte das Unternehmen dagegen mit einer echten Neuerung aufwarten.
    „Bei VW wird das nicht gern gesehen“, zitiert die FTD einen Insider. Die Wolfsburger bevorzugen für alle Marken einen konventionellen Hybridantrieb, bei dem Elektro- und Verbrennungsmotor gemeinsam das Auto bewegen, oder reine Elektromotoren.
    Vor einem Monat hat Audi innerhalb des Konzerns eine Schlacht verloren: Die Alleinzuständigkeit für die Sportwagenbaukästen erhielt Porsche und nicht die Ingolstädter, die sich ebenfalls beworben hatten.
    Setzt sich Audi in Sachen Wankelmotor durch, könnte der „A1 E-Tron“ 2013 in Serie gehen. Gerade noch rechtzeitig: In diesem Jahr wird auch BMW sein „Megacity Vehicle“ auf den Markt bringen, ein sehr leichtes Elektroauto für die Stadt. Audi will bis 2015 die Konkurrenten BMW und Daimler als Premiumhersteller überholen. In fünf Jahren will das Unternehmen 1,5Millionen Autos im Jahr verkaufen, heuer sollen es 1,08 Millionen sein.
    http://diepresse.com/home/wirtschaf...klink=/home/wirtschaft/international/index.do
     
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  3. Zombie

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    Das ist schon lustig, diese Versuche im Bereich Elektroantrieb für Autos zu beobachten. Wahrscheinlich kommt auch da wieder bloß ein Auto heraus, das zum einen teuer ist, zum anderen dank umfangreicher Ausstattung (sonst kauft man ja kein teures Auto) und komplizierter Technik zwar in der Herstellung jede Menge Ressourcen benötigt, letztlich aber immer noch mehrere Liter Sprit braucht.
    Wahrscheinlich auch in der Größenordnung, die ein schwächer motorisiertes und karger ausgestattetes Auto auch ohne Elektroantrieb (und dafür benötigte Rohstoffe und Energie) erreichen kann.
    Aber in Deutschland ist Umweltschutz halt niemals Verzicht (den vorzuschlagen sich niemand traut), sondern immer nur Effizienzsteigerung. Dann braucht man zwar immer noch genau so viel Benzin wie vorher, muss aber nicht auf rund 130 PS (Durchschnitt bei Neuzulassungen) verzichten. Im Gegenteil: Hybridautos haben sogar durchschnittlich mehr PS als herkömmliche Neuzulassungen.

    Das könnte man ja alles noch unter "Grundlagenforschung" und "wir stehen noch ganz am Anfang" abbuchen, aber es scheint ja bei herkömmlichen Technologien (Wankel, Otto, Batterien) zu bleiben, die man jetzt in Autos baut.

    Imho ist das alles für die Galerie, bestenfalls für's Gewissen.

    Edit: und das ist ja noch ein interessanter Gedanke: wenn es dem VW-Konzern tatsächlich um die Entwicklung eines möglichst umweltfreundlichen Hybrids gänge, würde man wohl kaum einem Alternativansatz ablehnend gegenüber stehen, der sich ja vielleicht sogar behaupten könnte. (Auf Audis Umweltambitionen mag ich jetzt gar nicht eingehen, dafür genügt ein Blick in Audis Modellkonfigurator)
     
  4. #3 klaus1201, 05.01.2011
    klaus1201

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    Ich werd das Gefühl nicht los dass die Pressemitteilung nur ein Marketing-Gag ist,
    so in der Richtung "seht her, in VW/Skoda/Audi Autoas ist doch nicht alles komplett identisch wie immer behauptet".

    Bei den bereits absurden Preisen des aktuellen A1 will ich gar nicht erst wissen wieviel dann so ein "A1 E-Tron" kosten soll.
    Man munkelt ja dass so ein E-Auto-Batteriesatz über 10t€ kosten soll - und der ist dann auch nicht ewig haltbar.
    Da muss der Spirtpreis schon noch gewaltig steigen bis der Normalbürger umsteigt - das wird er 100% aber hoffentlich noch nicht in dem Zeitraum wo der A1 E-Tron angeboten wird :rolleyes: .
     
  5. Cordi

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    Ich kann mich Klaus da nur anschließen. Ich tue mich schwer zu glauben, dass ein Weltkonzern irgendwelche Alternativen aus Ego ablehnt. Riecht auch für mich nach Marketing. Interessant ist das natürlich trotzdem was da in Zukunft auf uns zu rollt. Allerdings ist das, was derzeit als Studien angeboten wird fast lächerlich. Das haben schon E-Kleinserien in den 90ern annähernd geschafft. Das bedeutet(e) aber Verzicht - um auch Zombie mit ins Boot zu holen...
     
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