Anleitung zum Zahnriemenwechsel (MKB ATD)

Dieses Thema im Forum "Skoda Fabia I Forum" wurde erstellt von SkodaTobi89, 18.02.2012.

  1. #1 SkodaTobi89, 18.02.2012
    SkodaTobi89

    SkodaTobi89

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    Hallo zusammen,

    wie angekündigt werde ich hier mal eine kleine Anleitung zum Zahnriemenwechsel online stellen, die allerdings nur als Hilfe gedacht ist und nicht jedes Detail der Reparatur wiederspiegelt. Möchte man sich also an den Zahnriemen wagen, sollte man sich noch andere Quellen anschauen, von denen ich weiter unten noch ein paar auflisten werde. Außerdem muss jeder selber entscheiden, ob er sich diese Reparatur zutraut, ich werde für keine Schäden die Haftung übernehmen! Außerdem garantiere ich nicht für die Richtigkeit/Vollständigkeit dieser Anleitung.

    Als erstes sei gesagt, dass der Zahnriemenwechsel kein Hexenwerk ist, wenn man gewissenhaft an die Sache heran geht und das nötige Werkzeug hat. Außerdem ließt man immer wieder, dass der Zahnriemenwechsel nur mit einer Grube oder Hebebühne durchzuführen ist. Ich werde hier beweisen, dass eine Garage reicht :D

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    Wie hier zu sehen ist, wurde der Wagen einfach auf einer Konstruktion aus Steinplatten und einem Holzbalken abgestellt, da ein Hydraulikwagenheber für diese Aktion nicht stabil genug ist. Außerdem wurde oben ein Holzbalken quer angeschraubt, an dem ein Flaschenzug hängt um später den Motor tragen zu können. Damit alles passt, musste die Motorhaube weichen, was aber kein großer Aufwand ist.

    So, dann fangen wir mal an:

    Als Ersatzteile benötigt man natürlich den Zahnriemensatz, wobei abgeklärt werden sollte, welcher verbaut ist, da es je nach Modelljahr verschiedene gibt! Außerdem benötigt man noch ein paar Schrauben, die man aber in jeder VW Werkstatt für kleines Geld bekommt.

    Hat man alle Ersatzteile und Werkzeug parat kann es losgehen.
    Als erstes habe ich das rechte Vorderrad und den dazugehörigen Radkasten entfernt. Danach kommt der Ausgleichbehälter der Kühlflüssigkeit und der Ladeluftschlauch zwischen Ladeluftkühler und AGR-Ventil an die Reihe.

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    Als erstes wird dazu der Stecker (gelbe Markierung) ausgeclipst. Danach kann man den Plastikträger mit eingeklebtem Kabelbaum an den rot marktierten Stellen abheben. Darunter befinden sich 2 Muttern, die zusammen mit der blau markierten Mutter entfernt werden. Nun kann man das Magnetventil entfernen. An den Rot markierten Stellen dreht man nun die 2 Schrauben heraus und entfernt den Ausgleichsbehälter.

    Entfernt man nun noch die obere Zahnriemenabdeckung, sollte der Motorraum so aussehen (Die Markierungen sind die Schrauben vom Motorlager, welches aber erst später demontiert wird!):

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    Als nächsten Schritt habe ich dann den Keilriemen entfernt. Hierzu habe ich leider keine Bilder gemacht, aber man findet auch so genug Anleitungen wie es geht. Ist der Keilriemen ab, geht es rechts unten im Radkasten weiter, wo man die Riemenscheibe entfernt. Hierzu kann man die Kurbelwellenmutter mit einem 19er Ringschlüssel gegenhalten und die 4 Schrauben öffnen, die man auf jeden Fall erneuern sollte (bei mir waren sie schon komplett rund, was man auf dem Bild aber irgendwie nicht sieht!).

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    Ist die Riemenscheibe demontiert kann man gleich die untere sowie die mittlere Zahnriemenabdeckung mit entfernen. Das ganze sollte dann wie auf dem nächsten Bild aussehen. Achja, den Ladeluftschlauch hier im Bild soll man laut Leitfaden auch entfernen, aber bei mir hat der überhaupt nicht gestört, was vielleicht auch an der gebrochenen Plastikhalterung liegt :D

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    Danach habe ich den Motor an den Haken gehängt und das Motorlager entfernt, welches direkt unter dem Ausgleichsbehälter sitzt. Die karosserieseitigen Schrauben müssen laut VW außerdem ersetzt werden! Motorseitig kommt unter dem Motorlager dann auch schon der Motorhalter zum Vorschein, welcher als nächstes an der Reihe ist.

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    Der Motorhalter ist mit 3 Schrauben befestigt, die man nur erreicht, wenn man den Motor anhebt bzw. senkt. Hier hat sich der Flaschenzug als sehr praktisch erwiesen :)
    Sind die Schrauben draußen, kann man unten am Getriebe die Pendelstütze lösen und den Motor in Fahrrichtung drücken um den Motorhalter irgendwie aus dem Motorraum zu bekommen. Hier ist Geduld angesagt, klappt unter Umständen nicht sofort...

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    So, nun liegt der Riementrieb komplett frei, was dann ungefähr so aussehen sollte:

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    Als nächstes benötigt man das Absteckwerkzeug für die Kurbelwelle, sowie für die Nockenwelle.
    Ich habe mein Absteckwerkzeug online bestellt (20€) und war schwer enttäuscht, da die Kurbelwellenarretierung einfach nicht genau passte! Auf telefonische Nachfrage hin wurde mir aber bestätigt, dass der Fehler bekannt sei, die Absteckpostition allerdings stimmen würde. Ist zwar nicht optimal, aber funktioniert hat es trotzdem.

    Beim Abstecken muss man darauf achten, dass man den Motor nur im Uhrzeigersinn dreht und auch nur an der Kurbelwelle (19er Ringschlüssel)! Man schaut nun zuerst, dass der Absteckstift in das Nockenwellenrad passt. Hierzu habe ich leider keine Bilder, aber unten ist ein Link zu einem Video, in dem alles genau gezeigt ist. Hat man nun die Nockenwelle fixiert, veruscht man sich an der Kurbelwelle. Falls hier das Absteckwerkzeug nicht direkt passt, was durch die Längung des Zahnriemens vorkommen kann, ist dies auch nicht schlimm. Dann entspannt man zuerst den Riemen und steckt dann die Kurbelwelle ab, welche sich nun ein bisschen verdrehen lässt.

    Zum Entspannen des Zahnriemens steckt man in die rote Markierung einen Imbuss-Schlüssel und löst die blau markierte Mutter. Nun dreht man die Spannrolle mit dem Imbuss so weit wie möglich gegen den Uhrzeigersinn.

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    Achja, wie an der gelben Markierung zu sehen, war die Zahnriemenspannung schon deutlich zu gering geworden! Bei korrekter Spannung zeigt der kleine Pfeil in die dazu gehörige Aussparung!
    Nunja, als nächstes entfernt man die Mutter der Umlenkrolle und entfernt diese ebenfalls. Nun kann man den Riemen abnehmen (Kurbelwelle muss jetzt abgesteckt sein!). Nun kann die Spannrolle komplett demontiert werden. Danach öffnet man die 3 blau gekennzeichneten Schrauben ein wenig und dreht das Nockenwellenrad im Uhrzeigersinn bis zum Anschlag. Im roten Oval sieht man auch die 2 Markierungen, die sich bei richtiger Arretierung gegenüber stehen müssen.

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    Möchte man die Wasserpumpe auch wechseln (was ich empfehlen würde), ist nun der Zeitpunkt dafür. Sie ist nur mit 3 Schrauben fixiert. Beim ausbauen der Wasserpumpe kommen einem knapp 2-3 Liter Kühlflüssigkeit entgegen, weshalb man einen Kübel unter das Auto stellen sollte. Beim Einbau der neuen Wasserpumpe sollte man die Dichtung etwas mit Kühlflüssigkeit benetzen, damit diese nicht kauptt geht. Außerdem sollte man vor dem Einbau der Wasserpumpe, die Auflagefläche säubern:

    [​IMG]

    Wie man hier im Bild (blau) sieht, habe ich nicht richtig aufgepasst und den Spannarm des Keilriemens nicht richtig fixiert! Hier sollte man aufpassen, da es eng zu geht und man sich leicht vertun kann.
    Nun geht es eigentlich schon wieder ans Zusammenbauen. Angefangen wird mit der neuen Spannrolle. Hier muss man aufpassen, dass die Rastnase der Spannrolle motorseitg im Längsloch sitzt:

    [​IMG]

    Der Stift, welcher in der Spannrolle steckt, wird noch nicht gezogen! Man dreht nun wieder mit einem Imbus die Spannrolle so weit wie möglich im Uhrzeigersinn und zieht diese mit einer neuen Mutter leicht fest. Als nächstes wird der neue Zahnriemen aufgelegt. Dazu beginnt man bei der Nockenwelle (die ganz nach rechts gedreht ist) und legt den Riemen dann über die Spannrolle, die Kurbelwelle und die Wasserpumpe. Danach setzt man die neue Umlenkrolle ein und zieht die neue Mutter fest! Das ganze sollte dann etwa so aussehen:

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    So wie hier im Bild sollte die Kurbelwelle übrigens abgesteckt sein. Also vom leichten Produktionsfehler einmal abgesehen :D

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    Als nächstes löst man die Schraube der Spannrolle und dreht die Spannrolle gegen den Uhrzeigersinn soweit, dass sich der Stift entfernen lässt. Danach dreht man die Spannrolle wieder im Uhrzeigersinn, bis der kleine Anzeigepfeil in die Aussparung zeigt (Bild weiter oben). Ist dies geschafft, zieht man die Mutter der Spannrolle fest! Nun kann man auch die 3 Schrauben des Nockenwellenrads wieder festziehen.

    Bei sauberer Arbeit ist der neue Zahnriemen jetzt einsatzbereit :)
    Zur Kontrolle entfernt man den Kurbelwellen- und Nockenwellenstop und dreht die Kurbelwelle 2 mal im Uhrzeigersinn. Jetzt müssen beide Absteckwerkzeuge problemlos einsetzbar sein und die Spannund des Zahnriemens stimmen! Trifft eins von beidem nicht zu, muss man die entsprechenden Schritte wiederholen bis alles passt, damit der Motor keinen Schaden nehmen kann...

    So, dass wars dann auch schon und man kann alles in umgekehrter Reihenfolge wieder in den Motorraum verfrachten.

    Hier nun noch die Anzugsdrehmomente laut Vorschrift:

    Motorlager Karosserie: 20Nm + 90°
    Motorlager Motor: 30Nm + 90°
    Motorlager: 45Nm
    Spannrollenmutter: 20Nm + 45°
    Umlenkrollenmutter: 20Nm + 45°
    Nockenwellenschrauben: 25Nm
    Schrauben der Riemenscheibe: 10Nm + 90°

    Weiter Informationsquellen wären:

    http://community.dieselschrauber.de/viewtopic.php?t=14854
    http://www.sgaf.de/node/253235
    http://www.youtube.com/watch?v=ZSQzo5_TMuM

    So, dann bleibt nurnoch zu sagen, dass ich allen Leuten viel Erfolg beim Zahnriemenwechsel wünsche! Aber wie gesagt, wenn man sich gut vorbereitet und gewissenhaft arbeitet geht das schon :)

    Gruß Tobi
     
  2. AdMan

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