ANLEITUNG Wechsel der Stabilisatorlagerung

Dieses Thema im Forum "Skoda Octavia I Forum" wurde erstellt von 1U_TDI, 20.08.2012.

  1. 1U_TDI

    1U_TDI

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    Eine kleine Anleitung von mir zum Wechsel der Stabilisatorlagerung

    Leider gibt es vom Umbau selbst keine Bilder, da ich keine Cam dabei hatte, aber ich hoffe, eine deutliche Anleitung hilft dem einen oder anderen.


    Fahrzeuge:
    . Skoda Octavia 1
    . Audi A3 8L
    . VW Golf IV
    . VW Bora / Variant
    . Seat Leon 1M
    . Seat Toledo 1M


    Beanstandung:
    . Gepolter beim Überfahren von Bodenwellen (Koppelstangen, Domlager, Traggelenke, Spurstangenköpfe wurden als Ursache vorher geprüft und ausgeschlossen!)
    . Geknarze / Gequietsche beim beidseitigen Überfahren von Bodenwellen / 30er-Geschwindigkeitshügeln aus dem Vorderachsbereich


    Ursache:
    . Stabilisatorlagerung verschlissen


    Zeitaufwand:
    . Für geübte Hobbyschrauber in gut 2h zu machen, wenn man gründlich arbeitet und alles schön sauber macht und ordentlich zusammenbaut


    Zu bestellende Teile:
    . 2x 1J0 411 314R - Stabilisatorlager 21mm oder 2x 1J0 411 314T - Stabilisatorlager 23mm (Bitte vorab messen, welchen Stabi Euer Fahrzeug hat)
    . 2x 1J0 411 336D - Befestigungsschelle (Stabilisatorlager wurden geändert, neue Schelle erforderlich!)
    . 2x N101 016 03 - Schraube M8x18 (unbedingt immer ersetzen, darf nur 1x verwendet werden und ist meist total korrodiert)


    Werkzeugliste / Verbrauchsmaterialliste:
    . Unterstellböcke (2 Stück) oder alternativ Hebebühne
    . Wagenheber, alternativ Hebebühne
    . Idealerweise Schlagschrauber, alternativ diverse Ratschen
    . Stecknüsse SW17 (Radbolzen), SW16 (Koppelstangen), SW13 (Stabilisatorlager)
    . Großer Werkstattschraubendreher oder besser Montiereisen
    . Putzlappen
    . Bremsenreiniger oder anderer entfettender Reiniger
    . Haftschmierfett, idealerweise nicht gummiangreifend
    . Hammer (normaler handelsüblicher reicht)
    . Schraube M8x40 zum Beiziehen des Lagers bei der Montage, ggf. ein paar Unterlegscheiben, wenn die Schraube zu lang ist


    Anleitung:
    . Fahrzeug beidseitig vorne aufbocken (Unterstellböcke oder besser Hebebühne), Vorderachse muss komplett entlastet sein; Fahrzeug gut gegen wegrollen sichern
    . Räder beidseitig entfernen
    . Schraube (SW16) beidseitig lösen, welche die Koppelstange des Stabilisators mit dem Querlenker verbindet
    . Nun den Stabilisator testweise etwas drehen. Wenn es fürchterlich knarrt oder der Stabi zuviel Spiel aufweist, sind die Lager definitiv verschlissen
    . Die Stabilisatorlager selbst sind mit je einer Schraube (SW13) fest. Diese ist meist extrem verrostet und geht nur schwer heraus!

    ACHTUNG an dieser Stelle: Es besteht die Gefahr, die eingeschweißte Gewindemutter dieser Schraube abzureißen. Passiert das, muss der gesamte Achsträger ausgebaut werden - Werkstattarbeit oder zumindest ist das Vorhandensein einer Motorbrücke dann von Nöten. Daher ist hier extreme Vorsicht beim Lösen angesagt. Ich rate hier, die Schraube immer ein bisschen zu lösen und wieder festzuziehen, dabei das Schraubgewinde gut mit Rostlöser fluten.

    . Ist die Schraube gelöst, kann die Lagerschelle mit einem Montiereisen weggehebelt werden und das Gummilager entfernt werden

    WICHTIG: Anschauen, wie das Stabilager drin war. Das Lager hat auf einer Seite einen "Knubbel", dieser muss oben sitzen!

    . Lagerstelle des Stabis gut saubermachen und von losem Dreck befreien
    . Neues Stabilager innen dünn einfetten und auf den Stabi aufsetzen, auf richtige Einbaulage achten
    . Neue Lagerschale unten im Achsträger einhaken und über das Lager schieben
    . Lagerschale soweit wie möglich an den Achsträger drücken, vorsichtig mit dem Hammer beiklopfen und ggf. mit dem Montiereisen etwas hebeln, um in die Nähe der Verschraubungsstelle zu kommen
    . Idealerweise das Gewinde vorher mit Druckluft ausblasen
    . Schraube M8x40 mit Rostlöser oder Öl besprühen und einsetzen und damit das Stabilager an den Achsträger spannen. Ggf. Schraube wieder herausdrehen, wenn sie ein Stück weit innen ist, Beilagscheiben unterlegen und erneut festspannen, da im Inneren der Achse keine 40mm Schraubgewindelänge Platz sind und man die Schraube somit ja verkürzt.

    WICHTIG: Anders geht es nicht, man bekommt das Lager bzw. die Lagerschale von Hand nicht über die Gummibuchse geschoben!


    . Ist das Lager weit genug an der Achsverbindung, die Hilfsschraube M8x40 herausdrehen und die originale Schraube M8x18 (NEU!) einsetzen. ggf. etwas mit der anderen Hand mit dem Montiereisen hebeln, damit die Schraube hineingeht
    . Schraube mit 25NM anziehen
    . Stabilisatorverbindung Koppelstange / Querlenker einbauen und mit 45NM anziehen
    . Räder montieren, Unterstellböcke entfernen



    Für Schäden oder Fehler in der Anleitung übernehme ich keine Haftung, ist nur eine kleine Hilfestellung für alle, die sich die oft horrenden Kosten (ich habe von bis zu 350€ für den Tausch der Lager gehört) sparen möchten und nur die rund 25€ Materialwert investieren möchten.

    Anbei noch ein Bild, welches verdeutlicht, warum die Buchsen meist Spiel haben und quietschen.
     

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  3. #2 willywacken, 22.08.2012
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    Kleine Ergänzung: Man kann die neuen Schellen, die den Gummi einspannen auch mit ner Zange fixieren und die 8x18-Schraube direkt reindrehen.
    Ist ne gute Möglichkeit auch gleich die Querlenkerbuchsen zu erneuern, die sind ebenfalls heiße Kandidaten für Poltern und Spuruntreue.
     
  4. 1U_TDI

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    Bist du da mit ner Zange gescheit hingekommen? ich nicht, daher hab ichs mit der Beiziehmethode gemacht.

    Anbei übrigens ein Foto der Schrauben, dann sieht man, warum die generell neu sollen. Sind mit einer Art "Gewinderäumer", der das Gewinde säubern soll vorne und vor allem mit Schraubensicherungslack. Teilenummer ist mit abgebildet.



    Die Querlenkerbuchsen sind dabei auch schnell getauscht, stimmt. Muss halt nur der Querlenker raus und danach halt die Achse vermessen werden und Spur eingestellt werden, außer man drückt die Antriebswelle zurück und presst das Traggelenk aus dem Konussitz im Radlagerflansch aus - dann verstellt sich ja an der Spur nichts.

    Zum Einpressen des Lagers empfehle ich, zuerst das alte Lager mit einem großen Schraubendreher und einem Hammer aus dem Lager herauszuschlagen, ohne den Lagersitz zu beschädigen, danach das neue Lager mit Reifenmontagepaste einschmieren und im Schraubstock mit einer großen Nuss gerade hineinpressen, bis es auf beiden Seiten etwa 2mm übersteht.

    Wichtig: Wer keine Vollgummilager, sondern die Serienlager nimmt, muss auf die Einbaurichtung achten. Der Querlenker hat einen Punkt, das Lager auch. Beide müssen aufeinander zeigen.


    Stichwort Vollgummi:

    - Gibt es vom Audi TT, der hat Gusslenker und Vollgummilager. Hatte ich beim TDI eingepresst, katastrophales Fahrverhalten, Vibrationen beim Gasgeben ohne Ende, vor allem in unteren Drehzahlen. Ich für meinen Teil kann daher davon beim TDI nur abraten. Wie es beim Benziner ist, weiß ich nicht. Wer komplett auf Gusslenker umbauen will, braucht, soweit mir bekannt, auch andere Traggelenke und andere Achsschenkel / Radlagergehäuse.

    Hintergrund des Gusslenkerproblems ist: Der Gusslenker hat ein höheres Gewicht und damit eine wesentlich niedrigere Resonanzfrequenz. Daher schwingt der sich wohl im TT anscheinend mit dem Vollgummilager nicht so arg auf. Die dünnen Blechlenker, die der Octavia ja ab Werk hat, schwingen sich anscheinend übel auf, daher kommt es dann zu Vibration.



    So, jetzt bin ich vom Thema abgewichen 8|
     

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  5. #4 willywacken, 22.08.2012
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    Klar, mit ner ner Knipex geht das, man muss nur ordentlich zudrücken. Die Querlenker haben übrigens nicht immer so ne Markierung, daher im Zweifelsfall einen der Pfeile auf der Buchse in Fahrtrichtung ausrichten.
     
  6. 1U_TDI

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    okay,

    guter Hinweis. Meine Originallenker hatten so einen geprägten Punkt. Notfalls mache ich gerne von sowas vor dem Herausschlagen ein Foto, dann habe ich den idealen Beweis, wie es mal drin war :)
     
  7. #6 spar-dose, 22.08.2012
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    Danke für die Anleitung, beim mir war das
    Poltern vorne rechts, habe mit meinem Bruder beidseitig die Gummis gewechselt.



    Das Poltern ist verschwunden aber beim Fahren
    meisten mit 30Km/h quietscht es immer noch und das Geräusch kommt eher von
    Hinten als ob was am Auspuff locker wäre.



    Ich kann’s nicht lokalisieren und Auspuffanlage
    ist fest.
     
  8. 1U_TDI

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    Ggf. hintere Stabilager? Zumindest der 4x4 hat hinten einen Stabi... beim Frontantrieb ist soweit ich mich aber erinnere hinten keiner verbaut...
     
  9. #8 spar-dose, 22.08.2012
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    Können die Federn Quietschen?
     
  10. 1U_TDI

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    nein, die Federn nicht, aber deren Domlager oder die Gummilager der Stoßdämpferaugen, oder die Gummimetalllager der Hinterachse, wenn sie fest sind. Üblich ist das aber nicht...
     
  11. #10 skodabauer, 22.08.2012
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    @ 1U TDI: sehr gute und ausführliche Anleitung :thumbup:



    @ spar-dose: evtl ist die mittlere Auspuffaufhängung kurz vor dem Mitteldämpfer weggerostet.Zür Prüfung mal unters Auto legen und den Mitteldämpfer kräftig nach oben drücken.
     
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  13. #11 spar-dose, 22.08.2012
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    Ja Danke werde ich mal am Wochenende testen.
     
  14. 1U_TDI

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    @Skodabauer:

    danke, hoffe halt, es hilft hier dem einen oder anderen, weil das Geknarre und Gequietsche hört sich halt echt an wie Sau... denn merke:

     
Thema: ANLEITUNG Wechsel der Stabilisatorlagerung
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